Die Beschwerden des deutschen Reichs.
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Ausgleich, die Kirchenfürsten wollten aber Nichts von einen: Ab-lauf ihrer Rechte hören und erwarteten vom Reiche ein energi-sches Einschreiten. Bei den Verhandlungen, welche endlich am9. Mai durch einen Antrag des kurmainzischen Gesandten in Gangkamen, zeigte sich alsbald, daß die Stimmung der heißblütigenKirchenfürsten keineswegs in Deutschland überwog. Die Letzteren"freilich führten eine sehr laute Sprache, die Einen verlangten so-fortige Bundeshilfe, andere eine Art Continentalsperre gegen dieWaaren und Bücher des revolutionären Frankreich, hier wurdeZurückforderung von Elsaß, Lothringen, Bnrgund, dort eine Kriegs-erklärung verlangt; das Säbelgerassel kam von Seiten, wo mannachher seine ganze Armada auf einem einzigen Schiff den Rheinhinaufbrachte.
Preußen, Baiern, Oesterreich äußerten sich dagegen sehr ge-mäßigt und ihrem Einfluß gelang es, im Juli einen Beschlußdurchzusetzen, der zunächst nur den Kaiser ermächtigte, von Neuemgütliche Vorstellungen an den königlichen Hof in Frankreich zurichten.
Mühselig genug war der Beschluß endlich zu Stande gekom-men, als Kaiser Leopold in der Nacht vom 12. auf den 13. Julidurch eine Estaffete gebot, die Elsasser Sache zu sistiren, denn seitLudwigs XVI. Flucht und Verhaftung habe die Beschwerde garkeine Adresse.
Der Kaiser that bis zum letzten Augenblick Alles, um dieSache zu verschleppen und hinauszuzögern, und so dauerte es nochbis zum 10. December, bis das Reichsgutachten die kaiserliche Ge-nehmigung erhalten hatte und abgehen konnte.
So liefen zwei in sich verschiedene Dinge gleichmäßig nebeneinander her. Das deutsche Reich hatte Anfangs Grund zur Be-schwerde und Frankreich war ganz einverstanden, daß ihr abzuhelfensei. Darüber wird friedlich unterhandelt und das deutsche Reichwill keinen Krig. Allmälig aber vertauschen sich die Rollen. Frank-reich erhebt wegen der Emigranten gegen Deutschland Beschwerde,erklärt sich für den bedrohten, angegriffenen Theil und treibt plan-mäßig zunl Krieg.