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Vierter Abschnitt. K. 14.
Die Gironde und der Krieg.
Die Differenz zwischen Frankreich und dem deutschen Reichbefand sich in dem Stadium ruhiger Unterhandlung.
Weder dein ungestümen Drängen der geistlichen Fürsten, nochden zudringlichen Bestürmungen der Emigranten war es gelungen,die Hauptmächte des Reichs zu wirklichen Feindseligkeiten fortzu-reißen; dieselbe Enttäuschung, welche Graf Artois zu Pillnitz er-fahren, war den rheinischen Kurfürsten zu Regensbnrg begegnet,war man dort über Worte nicht hinausgekommen, so blieb manhier selbst in den Worten bei den bescheidensten Entschließungenstehen.
Das militärische Treiben am Rhein war freilich geräuschvollgenug, aber von der Handvoll Emigranten- und Pfaffensoldateneine Invasion in Frankreich zu befürchten war doch im Ernstenicht möglich. Kurz, von einer Gefahr, welche Frankreich zu einemKrieg der Nothwehr gezwungen hätte, konnte keine Rede sein; er-hielt das bisher unentschieden schwebende Verhältniß eine kriege-rische Wendung, so geschah das, weil man in Frankreich den Kriegwollte und brauchte und höchstens, was im Grunde nichts alswohlbenntzter Borwand war, in einem Maße übertrieb, daß dieUnselbständigen und Unkundigen an eine wirkliche Bedrohung zuglauben anfingen.
Die Girondisten haben selber keinen Zweifel darüber gelassen,daß ihnen der Krieg eine unerläßliche und heilsame Nothwendig-keit dünkte, auf die mau eintreten müßte, auch wenn es keine Emi-granten und keine geistlichen Fürsten auf der Welt gäbe.
Die Nothwendigkeit des Kriegs aus inneren Gründen hatNiemand schärfer ausgesprochen, als Brisset in einer Rede, dieer am 16. December 1791 im Jakobinerclub gehalten hat.
„Seit einem halben Jahre," sagt er, „ja seit Beginn der Re-volution selbst, habe ich über die Politik nachgedacht, die ich ver-treten will und traft der Ueberlegung und der Thatsachen habeich mich überzeugt, daß ein Volk, welches nach 1V Jahr-hunderten der Sklaverei zur Freiheit gekommen ist,den Krieg nöhig habe.
Wir brauchen den Krieg, um die Freiheit fest zu be-