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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Vierter Abschnitt. §. 15.

der Beile und Flintenkolben, womit die andrängende Menge Ein-laß begehrte, kam durch eine innere Thür dem König eine AnzahlNationalgardcn zu Hilfe, um ihn gegen jede Gewaltthat zu schützen.Diese schwache Mannschaft deckte den König heldenmüthig mit ihremLeibe, als der Pöbel eindrang und sie mit Piken, Säbeln, Bayon-neten und Stöcken bedrohte. In eine Fensternische eingezwängtsahen sie den Saal rasch von einer wilden Menge überfluthet, dieohne Unterlaß mit drohender Geberde schrie: Nieder mit dem HerrnNeto! Zum Teufel mit dem Veto! Er nehme die patriotischenMinister wieder an! Eher gehen wir nicht fort!

Der König und die kleine Schaar seiner Beschützer gaben dasBeispiel einer unerschütterlichen, bewunderungswürdigen Kaltblütig-keit inmitten eines dreistündigen unbeschreiblichen Getümmels.

Als der Fleischer Legendre in einem Augenblick der Ruhe demKönig die unverschämtesten Beschimpfungen ins Gesicht schlenderte,erwiderte dieser mit würdevoller Ruhe: ich werde handeln nach derVerfassung und den Beschlüssen der Nationalversammlung.

Nieder mit dem König! brüllt es aus dem Haufen; dem Königwird die rothe Mütze auf den Kops gestülpt und nun ruft es:Hoch die Nation! ja selbst: Hoch der König! Eine Stunde hatteder Auftritt gedauert, der König hatte eben aus einem Glas, dasein Nationalgardist dem erschöpften Fürsten gereicht, auf das Wohldes Volks von Paris getrunken, als Vergniand und Jsnard mitzwei Abgeordneten der Rechten sich zum König Bahn brachen; aberauch ihr Bemühen, die Menge zu zerstreuen, war umsonst. EineStunde später endlich kam Petion, der sich entschuldigte, er habewirklich und wahrhaftig nichts von den Vorgängen im Schlosse ge-wußt, er fand nicht nöthig, einem jungen Planne Schweigen zugebieten, der dem König zurief: „Die Bestätigung der Dekrete, ihrVollzug oder Sie werden sterben."

Nahe an drei Stunden hatte die Fluth ab- und zugewogt,als sie endlich anfing sich zu verlaufen. Die Parole: „Mordetden König" war nicht ausgegeben; daß sie nicht improvisirt wurde,hatte wohl nur seinen Grund in der Festigkeit des Königs undseiner Begleiter, die das feige Gesinde! entwaffnete.

Die Königin hatte mittlerweile in dem Berathungssaale mitihrem Dauphin eine ähnliche Probe zu bestehen gehabt und auchsie hat an diesem Tage ihre Würde in keiner Alinute ver-