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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Der italienische Fcldzug 1796—1797.

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begabten Feldherren möglich gewesen, einmal im Besitz der Mincio-linie mit einem raschen Ruck das Uebrige wieder zu gewinnen.Damals war hier nur eine einzige große Festung, was vielleichtdie Vertheidigung nur erleichterte, diese Festung war das vortreff-lich gelegene Mantu a. Auf einer Mincioinsel lag ein Theil derBefestigungen, die Stadt war wohl mit allem Nöthigen versehenund durch eine zur Vertheidigung mehr als genügende Besatzungausgerüstet. Die 15,0V» Oesterreichs in solcher Festung erfordertenein Belagerungsheer von wenigstens 30,000 Blaun. Mantuamußte fallen, ehe Bonaparte weiter konnte, so lange man deßhalbden Gegner hier gewissermaßen an der Kette festhielt, war nichtzu besorgen, daß er nach Wien vordringen werde.

Kriegskundigen, wie Elausewitz, gilt es als ausgemacht, daßdie Oesterreichs einen ungeheuern strategischen Fehler machten, alssie eine Entsatzarmee nach der andern nach Italien schickten undNapoleon zur Besiegung auf dem offenen Schlachtselde darboten,statt nur Mantua zu halten und ihre Heere in Deutschland zurVernichtung der französischen Nordheere zu verwenden. Gelanges, Mantua zu halten, so war bei glücklichem Ausgang des Feld-zugs in Deutschland auch für Italien und Wien nichts zu befürch-ten. Wir wissen ja, hätte man in Deutschland zwischen Rheinund Schwarzwald 80,000 Alaun gehabt, so wäre Aloreau ver-nichtet worden.

Statt dessen hatte man bei Beginn des Feldzugs in Deutsch-land Wurmser mit 25,000 Mann nach dem Mincio geschickt. Inzwei Colonnen kamen diese die Straßen zum Gardasee hinab. Bo-naparte brach von Mantua auf, fiel mit blitzartiger Raschheit übersie her, schlug sie, ehe sie sich vereinigen konnten, südlich vomGardasee hintereinander in mehreren Gefechten und zwang sie so,sich wieder nach Tirol zurückzuziehen. Darauf wandte sich Bona-parte wieder gegen Mantua.

Diese erste Probe hätte zeigen sollen, wie wenig es gerathenwar, Bonaparte auf dem offenen Schlachtfelde, wo man jetzt seineUeberlegcnheit kannte, immer wieder herauszufordern. Man hätteihn durch den Belagerungskrieg aufreiben sollen, der war bekannt-lich nie seine Liebhaberei und für das französische Heer in seinerdamaligen Verfassung ganz unausführbar. Dennoch blieb manbei dem einmal ergriffenen System, schickte ein Heer nach dem