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Achter Abschnitt. §. 37. 38.
andern und ließ eins nach dem andern aufreiben. Als Wurmicreinen zweiten Versuch machte, nach Mantua durchzudrängen, schlugBonaparte die getheilten Streitkräfte abermals; zwar gelang esgleichwohl die Besatzung Mantnas zu verstärken, aber das erschwertenur die Verpflegung und half nichts zur Entscheidung.
Im November war ein zweites österreichisches Heer unterAlvinzy im Anzug, das, obgleich wesentlich aus ganz junger Mann-schaft bestehend, immer stark genug war, Bonaparte, auch ohneMantua, im freien Felde zu schlagen. Alan hatte diesmal ent-schieden das Uebergewicht der Zahl und Bonaparte's Heer, dasnie mehr als 30,000 Streiter gezählt, hatte großen Abgang theilsdurch Tod und Verwundung, theils durch Besatzungen gehabt.*)Da entspann sich am l5. November der dreitägige furchtbare Kampfbei Arcole, der mit dem entscheidenden Siege Bonaparte'sendigte.
Ein zweiter Versuch Alvinzh's mit einem neuen Heere Mantuazu entsetzen, hatte bei Nivoli (14. Jan. 1707) ein gleiches Schicksalund am 2. Februar fiel die Festung. Nicht bloß Obcritalienwar. erobert, die österreichische Hcercskraft hatte außerordentlicheVerluste erlitten. Was in den Gefechten der letzten Monate ein-gebüßt worden war, kam einer stattlichen Armee gleich, und Oester-reich hatte' nicht mehr die Mittel, im neuen Jahre zum SchutzeJnncrösterreichs einen Doppelkrieg in Italien und am Rhein zuführen. Dem Heere, welches jetzt im März 1797 mit dem einenFlügel unter Jonbert nach Tirol eindrang, mit der Haupt-macht unter Bonaparte nach Jnneröstcrreich im Anmarsch war,konnte Oesterreich eine Feldschlacht nicht mehr anbieten. Lang-sam zogen sich seine Truppen zurück, ließen Bonaparte den Taglia-mento und den Jsonzo überschreiten; Ende Mär; stand dieser bereitsin Steiermark und hatte am 5. April seine Vorhut bis Leobenvorgeschoben.
"Nichtsdestoweniger war seine Lage mehr glänzend als glücklich.Jonbert, der über Tirol die Verbindung mit dem deutschen Heereherstellen sollte, machte keine Fortschritte; er steckte wochenlang inden Engpässen dieser Gebirgsfestnng und war von dem gefährlich-
*) sWie Bonaparte auch mit der Eutiuuthigung seines Heeres zu ringenharte, s. Baraute: triststes (tu äirsotoire <te In I'öpntil. tran^aik« I. 360 ffg