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Neunter Abschnitt. §. 39. 40.
vordringen. Solche Combinationen waren Bonaparte jetzt wiespäter nicht zu verwegen. 1842 sagte er: „Was ist Moskau? EineStation nach Indien."
Wenn man Jahre lang Ruhe hatte, in Deutschland, Schweiz,Italien ungestört blieb, mit Rußland und Oesterreich in Friedenlebte, und eine neue europäische Coalition nicht zu fürchten war,dann hatte das Unternehmen Vieles für sich; es war nicht bloßgroß gedacht, sondern auch zweckmäßig angelegt. Aber so sah esnicht aus. Ein neuer großer Krieg stand in Aussicht, Europawaffnete sich wiederum gegen Frankreich und auf die Sympathiender „befreiten" Völker hatte man nicht mehr zu rechnen; untersolchen Umständen war es nicht angezeigt, sich in eine so weitaussehende gefahrvolle Unternehmung zu stürzen. Der Lauf desneuen Kriegs, der bis zum September ganz unglücklich ist, beidem Italien verloren, in Deutschland Nichts gewonnen wird, hatnachher die schlimmsten Befürchtungen gerechtfertigt. Hierzu kamdie von Bonaparte selber eingestandene Jnferiorität Frankreichszur See, die nicht bloß bei einer Landung in England, sondernauch bei einer Heerfahrt über das Mittelmeer in Rechnung kam.Wenn gleichwohl das Direktorium ohne Zaudern auf Bonaparte'sPlan einging, so zeigte dies nur, wie unheimlich dem Advokaten-regiment die Nähe des Feldherrn war, dessen Glanz alle Gewal-ten der Republik in Schatten stellte. Der Vortheil des Unter-nehmens freilich, wenn es gelang, war ausschließlich auf ihn alleinberechnet. Er brauchte für seine künftige Gewalt einen Ruhm,der die Welt berauschte, ein Heer, das durch neue Siege für ihnbegeistert war und Frankreichs Interessen mußten dahinter zurück-treten. Aber selbst wenn das Unternehmen fehlschlug, so hinter-ließ es durch die Größe seiner Anlage wahrscheinlich ruhmreicheErinnerungen genug, ihm eine blind ergebene Armada zu schaffen,die mit ihm durchs Feuer ging, und hier bereitete sich in derThat jene Schule napoleonischer Soldaten vor, die nachher denRuhm seines Namens durch die Welt verbreitet haben. Unterden Offizieren, die er mitnahm, befand sich die ganze Glorie seinerspäteren Marschälle, es waren Berthier, Desaix, Kleber, Beauhar-nais, Bertrand, Besseres, Caffarelli, Davoust, Duroc, Friant,Junot, Lannes, Lasalle, Lavalette, Marmont, Morand, Murat,Rapp, Reynier, Savary, Sulkowsky.