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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Neunter Abschnitt, ß. 41. 42. 43.

drängte in ihn, das Vorgehen Massena's riß auch ihn vorwärts,er überschritt den Rhein, rückte nach Oberschwaben und verlor am21. März zu Osterach ein Gefecht, am 25. März bei Stockacheine große Schlacht, die, obgleich vorn Erzherzog Karl nicht benutzt,zum Rückzug der Franzosen auf das linke Rheinufer führte. Jour-dan verlor den Oberbefehl, bald nachher erhielt Massena das Com-mando über sämmtliche Truppen am Rhein und in der Schweiz.

In Italien war Melas zum österreichischen General ernannt.Das eigentliche Corps sollte aber erst durch einen Zuzug der erstenrussischen Armee unter Suworow gebildet werden und diesersollte dann den Oberbefehl über die vereinigte russisch-österreichischeArmee erhalten. Bis beide Feldherren kamen, führte die 80,000Oesterreicher der Walache Kräh, ein kräftiger Natursohn, der denKrieg nicht in der schwerfälligen Weise des Wiener Hofriegsrathes,sondern mit frischer kecker Unternehmungslust führte. Der erkannterasch die Schwäche der Franzosen, die der unbedeutende Scher ercommandirte, griff sie kurzweg an und schlug sie nach mehrerenunentschiedenen Gefechten am 5. April bei Magnano auf'sHanpt. Jetzt erst kam Melas mit korrekter Langsamkeit herbeiund einige Tage später Suworow mit 17,000 Russen. Dieserübernahm den Oberbefehl und schritt sofort zu kräftigem Angriff.Bald schlug man sich um die Addaübergänge, in den Tagen vom25.27. April wurden die Franzosen bei Cassa no zurückgewor-fen, und am 28. April bereits stand Suworow in Mailand.

Im März hatte der Feldzug begonnen, im April war er fort-gesetzt worden und innerhalb weniger Wochen war Süddeutschlandbefreit und Oberitalien bis Mailand von den Franzosen gereinigtworden.

Noch immer saßen ihre Gesandten auf dem Congreß zu Ra-statt. Der Krieg war allerdings formell noch nicht erklärt, dasdeutsche Reich war äußerlich noch mit Frankreich im Frieden, aberandererseits war das Reich nicht ohne den Kaiser zu denken, ohneden Nichts geschehen durfte, und mit dem Kaiser war seit Februarder Bruch offen eingetreten. In heftigem Tone hatten die Fran-zosen Genugthuung wegen des Einmarsches der Russen verlangt(2. Jan.h Oesterreich hatte sie verweigert <15. Febr.), am 1. Märzhatte Jourdan den Rhein überschritten, am 15. Oesterreich seinenGesandten abberufen und dann erklärt, daß Nastatt nicht mehr