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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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lll. Lsculum. kll. O?. Vom Kirchen-Regl'Ukclire.

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dem sie ward / wie alle andere wichtige Kirchen - Sa-chen / mit Beystimmnng der Clerisey und deö VolckeSexcrciret. m)

Daß solcher Bann in diesem Seculo so sehr zeschärf-et wurde, daß einige auch bis an ihr Lebens-Ende nichtjur Gemeinschafft desHeil.Abendmahlö zugelassen wur-den, verursachte die grosse Menge der fallenden Christen.Man findet davon eine öenckwürdigc Geschichte beymLV5L6IV. n) Ein alter Man« , Nahmens sL«Li>lon,welcher sonst in seinem Christenthume gant; wohl gele-bet hatte, kam endlich in der Verfolgung zu Falle , undward daher exLommnniciret. Er suchte zum össternmi'tder Gemeine wieder ausgesöhnet zu werden; man hö-retr ihn aber nicht, weil er den Götzen geistert hatte.Endlich ward erauf den Tod kranck, daß er in drey Ta-gen weder ßörete noch sahe, »och redete. Des vierdtcnTages sprach er zu feinem Euckel, der noch ein Knabewar: N?ic lange haltet ihr mich) endlich arrf:' Ge-he hin, mein Sohn, und hole eilends einen Aelre-sten, daß er mich abioluire. Der Knabe gieng hin,der Aeltcste aber war eben auch kranck, daß er nicht kam-men konte, daher gab er ihm nur ein Stücklein von dergeseegneten Hostie,mit dem Beyfügen, er solte es insWasser tauchen, und dem Sterbenden«, den Mund ste-cken. So bald diß bekommen hakte, ver>

schied er mit grossem Vergnügen, als in der Gemcin-fchafft der Kirchen.

Man kan hieraus die Strenge der Kirchen - Zuchtdazumahl leicht abnehmen, wiewohl auch gewisser Un-terscheid gehalten, und nach den Graden des Falles derBann verkürtzet oder verlängert ward. c>)

Daß einige Kirchen in dieser Zeit niehr, andere we-niger Schärffe gebraucht, wird unten bey den Loneilnrvorkommen.

XIX.

chcn, allwo sie ausserhalb der Gemeine stehen, und dieHineingehenden Gläubigen um ihre Fürbitte ansprechenmusten. Dieses geschahe nach dem Gutachten der Kir-chen längere oderkürtzere Zeit. Was grosse Verbre-cher waren, die dm-fften nicht einmahl unter die Halle derKirchen treten , und musten offr den gantzen Wmrcrdurch bey Regen und Schnee ihre Busse unter freyemHimmel bezeigen; daher sie lliemsnce;,;) A)utterndegenennet wurden

Die andere Stusse hieß Hören, da sie

zunächst an der Thüre in die Kirche treten , und dasWort GOttes mit anhören dnrssten. DerOrstwo stcstunden, hieß d^arcbecc, und ward im folgenden auch denHcyden und Ketzern erlaubet, daselbst der Predigt desWortes mit beyzuwohnen. Wenn die Predigt zu En-dcwar, musten sie nebst den slarecKameMr alle hinausgehen.

Die drite Stusse war das Rniebeugen.

Es wurden nemlich dir Büßende« nun zu den Laio-ckumcms Hingewiesen, allwo sie aufden Knien liegendeauch dem Gebethe beywohnen dnrssten-

Die vierdt« Stuffe ward genennet, welchesso viel als die ZugeseUung zu den Gläubigen be-deutet. Wenn die Bußfertigen dahin gelanget waren,so dnrssten ste nicht mehr mit den Q-nt-cbumen,-. hinausgehen , sondern kanten bey Abhandelung des Sacra-inents zugegen seyn , wiewohl sie nur bloss« Zuschauerabgaben,und zu deren Geniessung noch nicht zugelas-sen wurden.

Allen Liesen Stuffen, welche man in damahligen Zei-ten Zsmfsäljoner nennete, wurden gewisse Zeiten, so zu-weilen etliche Jahr betrugen, bestimmet , nach derenAushalrung die Gefallenen, sie mochten geistlich oderweltlich seyn, wieder in die Gemcinschasst der Gläubi-gen ausgenommen wurden..,)

Wie musten die Gefallenen Busse thun?

Damit sie zur Kirchen-Vusse zugelassen wurden, nur-sten sie demüthig und wehmüthig öffentlich ihreSündenbekennen, fasten, weinen, im Sack und in der Aschen ander Kirchthüre liegen, ?) daß man aus solchem Bezei-gen den Ernst ihrer Busse wahrnehmen möchte.

Manchmahl forderten siedle Busse mit grossem Un-gestüm,da ihrer »e.mlich eine so grosse Anzahl ward,daßsie glauben tonten, man würde eine solche Menge nichtso gleich abweisen. Allein solche ungebührliche Weistward verworssen, und man zeigte ihnen, wie dergleichenHefftigkeit ste zur Erlaubniß derKirchen- Busse mehr««würdig mache, als befördere, g)

Wenn ihnen nun der Weg zur Gemeinschafft derKirchen durch Begattung der Busse gleichsam wiederaufgeschlossen worden , so beobachtete man gewissebluffen, durch welche sie nach und nach zur Vergebunggelangeten.

Die erste Stusse war oder e)

dar Heulen und tVeinen vor der Thüre der TxG-

m) lUem epik. 5. 28 - K.U 8 . 6 . c.44. «>)

tevz aii,. ?) Idiltem ir. epik. ZI. c>) epiU. Oteri

lTrkkri^dlVdl , L 2 ) LL 8 äVLOd>'V 8

-«»rc». 16 . s«i »»«st-LLItOdizi n- 4 Z.

XX.

Wie wurden die Bußfertigen abfolvirttund wieder aufgenommen?

Nachdem sich die Bußfertigen in allen obangezekg«ten Stuffen gehörig aufgeführet hatten, so folgete dieAbsolution, und die GenieinstHassr des Gacrs-mentS,welchemanGtiechisch^-s-r--^.A"^------'nenetc."

Die Absolution nennete man den Frieden , welcherdurch öffentliches Handauflegeu dcs Bischoffs mit vor-hergehendem Gebethe gegeben ward. u) Nicht selteaverrichteten es auch die Aeltesten undOisconi. x)

Zuweilen ward die Absolution, sonderlich den Krau-chen und Sterbenden priuskim ertheilet, gleichwie mauauch Nachricht findet, daßdieB eichte oder Kxomologe-l>;, um das Ende diestg Leculi iugeherm zu geschehen a«t-gesangcn, y) davon im folgenden 8ecu>» ausführlicher«Nachricht gegeben wn'den wird»

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