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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Klrchen-Historre Neues Testamentes

Zeiten anzutreffen. Der Zweck war noch ordentlich dieBezähmung des Fleisches , davon kkOLkHc) alsoschreibet: Sie tödken ihre Glieder, so auf Erdentlnd, wann sie den liiuchwilligen Leib durch an-haltende Lasten züchtigen, wenn sieweder sovielessen, als ihnen schmecket, noch was ihnen nöthigsst, wenn sie ihrem Appetit nicht nur die delicacenSpeisn entziehen, sondern auch ihrem Fleischenicht mit den gemeinen Speisn nach seiner Be-gierde willfahren, sondern nur so viel, daß sie dasLeben nothdürftrig unterhalten.

In, übrigen blieb noch die Gewohnheit, daß dieOc-eidenkalische Kirche zu Rom am Sonnabend fastete,welches aber in Orientalischer Kirchen anders gehal«en ward; ingleichcn blieb die Zeit von Ostern bis Pstngssen von allem Fasten befreyet- ss)

IX.

Was ist von den Hochzeit-Ceremonien zumercken?

Daß man die Verlöbnisse und Heyraths-paöks nachden Käysrlichtn Gesetzen einrichten müssen, ist vor sichklar: nur kan man von den Zeiten cnkvso^oni mer-cken, daß sich die verlobenden Pärchen pflegen dabey soverschlagen aufzuführen, als immermehr im Handel undWandel geschiehet, welches er als einen Mangel der Auf-richtigkeit billig radelt, e)

Hiernach geschahe die Lopul-nion in derKirchenvondem Priest r. t) Man hielt Gastmahle, wobey aller-hand Lustbarkeiten, als der von Cymbeln undPfeiffen, der Gesänge und Täntze,lNZlerchen der Hoch-zeit-Fackeln gedacht wird, welche Ceremonien das Hey--enthum offenbarlich in das Christenthum gespielct. x)

X.

Wie gieng es beyden Begräbnissen zu?

Auster den Ceremonien, so im voriacn 8eculo an die

vcrzehrete sie, oder gab auch etwas davon den Armen,davor haltende, sie wären also durch die Verdienste derMärtyrer geweyhet worden. Welches äV6V8HdIV5o)heffrig bestraffete, und nebst dem Bisch»ff^v«rl.to be-mühet war,gäntzlich abzuschaffen.

XI.

Was vor übcrflüßige Ceremonien stnd in die-sem 8ecisso aufgekommen? .

Von solchen klaget AV6V8Nd>IV8 , p) daß ob siegleich eben nicht wieder den Glauben wären, so be-schwereren sie gleichwohl den Gottesdienst mit knechti-schen Lasten, welchen doch die göttliche BarmHertzigkeitunter wenig Ceremonien hat wollen frey seyn lassen.Ja, er bezeuget, die Juden wären noch besser dran, alsdie Christen, ob sie gleich die Zeit der Freyheit nicht er-kannt hätten, weil sie nur gesetzliche Bürden trügen, dieChristen aber den menschlichen Einbildungen unter-wörffen wären.

Die abergläubische Hochachtung der Reliquien,wel-che in diesem 8eculo recht erstarckete, verursachte vielunnütze Ceremonien und Bemühungen. Man verse.tzete sie mit grossen 8o!enmtäten, bauete und weyhete ih-nen Kirchen, und besuchte dieselben von fernem Her mitschädlicher Andacht. Der Eifer hierinncn ward immergrösser, jemebr dergleichen Leichname zum Vorscheinekamen, und sich der Ruffvon mancherley Wundern, sosich dabey ereignet, ausbreitete.

Die Scribenten berichten, daß man in diesein 8ecn-!» die Gebeine in Cypern gefunden, q)

( Siehe oben pag- 605.) Auf seiner Brust soll dasEvangelium Matthäi, welches er mit eigener Handgeschrieben, gelegen Haben, welches der Käyser rrrromit besonderer Ehrerbietung angenommen, und kost.bar verwahret.

Die Käyserin rvooxia brachte die Reliquien des er-sten Märtyrers von Jerusalem nach Son-

den, und sich durch einige Blendwerckesso man vor Wnn

die Haare abzuschneiden

der gehalten, betrügen lassen. 5)

nebst den Backen zuritzcn ,o.s.m. >) Man hielt auch 2xlage-kVrider, K) daLoch derTodte von Heulen und Klagen keine Ehre Hat,sondern vielmehr von Psalmen und Gesängen, und ei-nem wohlgeführten Leben.!)

Die Bcgräbnjß-Stellen waren insgemein vor denStädten, m) welche zuweilen gar z» prächtig aufge-führet wurden, n) Man bethete bey denselben,schmau-ste auchwohl daselbst znin Gcdacdtniß des Todten,manstzete nemli'ch Speise und Tranck auf die Begräbnisseder Märtyrer, bethete, nahm sie denn wieder hinweg, und

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1».

Unter dem Käyser Ea-»o wurden die Gebeine desPropheten Samuels mit grosser EHrbezcugung »achConstankinopel gebracht, und beygesetzet, c) Unter ebendiesem Käyser sollen auch die Leiber der Propheten Ha-bacuc und Michä offenbaret worden ftyn; u) also,daß man sich wundem muß, wie diese Reliquien bis-her so lange verborge» haben bleiben können, und ebenerst jetzo zum Vorschein gekommen.

Zur Zeit imLooosi, II. brachte man die Reliquien16^111 zu Atttiochier, in eine ihm zu Ehren erbamreKirche, und stiffteke ihm einen Fest-Tag. x) ^V-

v) v- mnrib. ecclct. Üb. I. c. Z4- 6e ciuir. Oci tib. x. czp.27. ir. Iiii.22. csp I0. p)«p. li§.

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