Kirchen-Historie Neues Testaments
LVZS
Was ist von den Kirchen-Aemtern zuerinnern?
Man bemercket
r. was bey den alten Aemrern veränderliches
vorgefallen.
s. was vor neue 2lemrer und Titel aufaeksirien.
M.
Mas ist bey den alten Aemtern veränder-liches anzumrckcn?
Die Anttchrististhe Herrschafft der Römischen Bi-schöffe war täglich mehr und mehr gcstärcket. Hierzurnuste die vermehrete Anzahl der Ertz-Bischösse, Bi-schösse und Aebte, welche anficngen dem Pabste nachEsempel so^lkLcil in Deutschland den Eyd der Treueabzulegen, ein vieles dienen, t) Man schrieb sich zuRom eine Apostolische Gewalt zu, und pflegte denAnfang der Briefe mit den Worten zu machen : 8a-luiem öe Hpnst'>!> am deneüxüicmem: sjnfern Grußlind Apostolischen Sergen zuvor, u) Ja, sm-k-uar>iv5 in. schrieb gar im Nahmen der Mutter GOt-tes, des Apostels Perri und aller Heiligen Briefe anrir-invia und dessen Söhne.
Wenn dieBischöffe dem Pabste nicht mit gutem pa-Viren wolren, so fanden diese Mittel, selbige mit Ge-walt zu zwingen, wie an vLricx zu kauenna im LebenLon5r>nrini gezeigct worden. Sie fparekcn dabeykeiner Grausamkeit, und listigen Anschlage: weswe-gen man anfieng sich vor denPäbstlichen DecretenundBullen, welche Pabst Adrian zuerst mit Bley gefle-gelt haben soll, x^1 zu fürchten, zumahl da die urr-barmhertzigen Bannflüche in den abergläubischen Zei-ten bey Hohen und Niedrigen grosse Würckung hatten.
Die Päbstischen Legaten und Vicarü , so Hin undwieder anzutreffen waren, wüsten bey den Mächtigerndurch Schmeicheln), bey den Schwächer» aber durchBedrohungen den Zweck ihres Principalen zu erhalten.Die Clerifty verband man sich durch ansehnlicheWümden und Privilegien, das gemeine Volck aber durchden Schutz der Kirchen, wohin die gottlosesten Bu-ben zum grossen Nachtheil des obrigkeitlichen Am-tes , ihre Zuflucht nahmen. Man unterstund flch öf-fentliche Gesetze und Verordnungen zu geben, welchehie Befehle der Obrigkeit eurkräfftetcn, n. s. w. y)
Wie hochmükhig und boßhaffr die Pabste gegen dieObrigkeit verfahren haben, w>.,m diese ihre'Anssprüche,vicht sogleich als göttlich paßiren lassen wollen, erfuh-ren die Kayser imnupi-icvL uno m. ingleichen der!Longobarder König i.viri-k.^>iov<;, und andere, davondie Historie redet. ?) Man fieng zu Rom an, dieKäyscr und Könige nicht als Ober-Herren, sondernals Untergebene anzusehen; gestalt sich diePäbstevonihnen die Füsse küssen, und sie!, bey Auf-und Abnei-gung vorn Pferde, als von Stall-Knechten, bedie-nen, ») auch wohl den Eyd der Treue und des Ge-
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horsaius schweren liesset», wenn anders wahr ist, wasman im letztem Falle von r-ipmo berichtet, b)
Sonst war es noch ein offenbares Zeugniß deö Päb.stischcn Stoltzes, daß sich Pabst zreonanvr m. keinGewissen machte, sich auf den Schultern der Leute alseinen Agott tragen zu lassen, c)
Die vornehmste Stusse, auf welcher der Pabst zuRom mit Beystand des Satans so hoch steigen konte,war, wie schon in vorigen 8eculi5 bemercket worden,der blinde Aberglauben, welcher damahls aller Men-schen und auch der Könige Hcrtzen dermassen brzauber-te, daß man aus Ehrerbietung gegen die Heiligen, undden Stuhl kern, ingleichen wegen der eingebildetenVerdienste gantz unauständige Dinge vornahm. Aussolchem Grunde liessen auch Könige nach Rom wall-fahrten, ü) verliessen ihre Cronen und Scepter, undgierigen inö Kloster, e) bey welcher Gelegenheit sichdie Pabste immer mehr brüsten, und mit den Königen,was sie nur wolten, machen konten.
Von den findet man, daß deren un-
terschiedene inFranckreich von dem Pabste durch Über«schickung des ksllü um das Jahr 74z. gemacht wor-den. Dieses waren die Bischösse zu Komm, Keim; !und welche zwar in Franckrcich als geistlicheOber-Häupter angesehen werden musten, die Hoheitdes Pabftcs aber über sich erkannten, t)
Der Evtz-BYcYösslicHe Titel ward in diesem 8s-culo viel gewöhnlicher, als in den vorhergehenden,weil es ei» grosses zu des Pabstcö Ansehen beytrug,wenn seine geistliche Herrschafft mit vielen Ertz-Bi«schössen, Patriarchen und?unl,6cibu5, Vicariiz Oiriili,und dergleichen prangen konte, als welche Titulaturenin den Briefen an dieBischöffe dieser Zeiten gar häuf-flg angetroffen werden. Z)
IV.
Was sind vor neue Aemter und Titelaufgekommen?
Ich finde nichts weiter, als daß man der L.rpella-«ncn und Evtz-Tr.peUancn, welches die Viacom wa-ren, und der li) oder LcLidiiä8ic>AV!i ge«
dencker. Diese letztem musten dieösscntlichenSchriss-ken, als Vekänntnisse und dergleichen, von den Can- ^tzeln ablesen. >)
V.
Was ist bey der OreKnLtion der Kirchen Be-dienten zu merckrn?
Der Pabst Lvru>uv5 übergab nebst dem Lynoüv von15z. Bischöffeu Anno 77z. das Recht der
Pabst-Wahl. K) Also bathen auch die Päbste vav-
i.vz
b) äd^81'ä8!V8. 8>80l8lV8. c) tri>!^81'S8IV8. kO-klv. VLK6. 6)8MOd!1V8. e) L.8O in Clir.,
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