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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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VM. 8eculnm. IV.6,p. Von den Ketzerei)«» und Treniiungen.

/tviriLkivz dem >1. nach der Belegung desLon-

gsbardischcn Königes oesksekiii, auf einem Sxnoäc- zuRom von 15;. Bischöffcn Anno 774- nicht nur dieWurde, eines Römischen kacncii, sondern auch dasRecht den Pabst zu wählen / und di'e.Ertz-Bischöffeund Bischöffe in allen Ländern einzusetzen ; c) davonich die Exempel zu berühren vor übcrflüßig erachte.

Ausser!Hm liessen sich die obrigkeitlichen Personendie Kirchen. Zucht, Fortpflantzung der christlichen Re-ligioN/ und andere äusserlich« Anstalten in der Kirchenangelegen seyn/ gaben und nahmen der Geistlichkeit dieFreyheiten nach Gutbefiuden / und niemand durffkeden Vischöffen, ausser wenn es von jenen befohlenwar, Gehorsam bezeigen, u)

Darinnen aber versahen es die Printzeii/ daß sieden:Römischen Stuhl und dessen Legaten gar zu viel üar-tircten/ und zu Erhöhung d r Pabstl.Autorität Vor-schub thaten / den Bischöffen Länder und weltlicheHerrsckafft cinräuincten / und sich gar leutselig undfreygebig gegen die Clcriscy erwiesen; rch welches denndie Einbildung derselben immer mehr und mehr auf-blähete, daß sie dadurch Gelegenheit nahmen/sich aufhöhere Stuffen äusserlichcr Gewalt zu schwingen.

Das IV. Capitel

Von Ketzersyen und Trennungen.

i.

Wa 6 vor Ketzer sind in diesem 8 ecuIo ge-wesen?

Es scheinet / als ob der Bilder« Streit die Gemü.thcr der Lehrer in diesem 8 ecul» so eingenommen ge-habt hätte / daß man an das Ketzcrmachcn nicht ebenso fleißig gedacht hat. Indessen werden die Iconocia-sten, odcrDilder-Smrnrcr, von der Römischen Kir-chen ausdrücklich vor Ketzer erkläret, 7) vhngcachkekvielmehr die Bridcr--Dreirer dahin zuzählen, weil siedurch den Bilder-Dienst die Abgötterei) in der Kir-ü»n einführetcn.

Eben diese setzen avxrsrarvra, einen frommen Bi-schoff in Feanckreich, nebst einem Schott-

länder/ und andern in die Ketzer^Rolle, weil sie diePäbstischen Mißbrauche / so vOmr/cnv; überall ein-führet« / nicht billigen wölken ; daher sie auf verschie-dene» 8/noäiz verdammt und mit Gefängniß und an-dem Strassen verfolget wurden : da sie doch eigent-lich unter die Zahl der WahrheikS-Icugcn gehören, r)

Die Engelländer, so das Oßer-Fest nicht nach demGebrauch der Römischen Kirchen beobachteten / mü-ßen sich gleichfalls unter dein Nahmen (Aiaskaäecima-ner, wallen oder Fremdlinge/ als Ketzer trackirenlassen, a)

Diejenigen aber, so noch am meisten unter den Ke-tzern einen Platz verdienen möchte» / wenn anders die«nr übergeben« Nachrichten ihre Richtigkeit haben.

sind die Adoptianer, von welchen ich etwas umständ»sicher gcdcricken muß.

H.

Wer waren die Adoptianer?

Sie fuhren den Nahmen davon 7 weil sie Christumnach der menschlichen Narur vor einen kitzuni VLlacioptiuum, oder angenommenen Sohn GOttes,sollen gehalten haben. Die Gelegenheit darzu gab L-Ertz-Bischoss zu Toledo, welcher sich mikdem alten, und sowohl seiner Gottseligkeit halben be-rühmten Bischosse rei.icr. b) zu Urgel in Catalonierrin einen Brieff-Wechsel einließ, und unter andern dieFrage aufwarff: Ob Christus nach der menschli-chen VTatur ein natürlicher ober angenommenerSohn GDrres solle genenner werden: kkblX ant-wortete : Man müsse ihn nach solcher V7arur ei-nen angenommenen Sohn GDrres nennen. Die-ses mag etwa Anno 78z. vorgegangen seyn.

Ob nun wohl die beyden Bischöffe nur im Vertraue»/und also etwas frcymülhigcr mit einander correlpon-chrerhatken: so kam das Schreiben doch unter dceLeu»te, daher der Aeltcster L^ivs und der Bischoss Lrus-kivs zu Vxsma Gelegenheit fände»7 sowohl mündlichals schrifftsich zu wicdersprechen, und die obgedachtc»Männer als Nestoriancr zu verketzern ; wiewohl ausjener Schriffren abzunehmen, daß sie von keinem son-derlichem iuäicio gewesen, c)

Aus dem Satze k-d.lH8 folgerte Ulan, daß er Chrl-stum in zwey kiypottstcs, ober Personen, zertheile,weil ncmlich von zweyen Söhnen, als dem natürli-chen nach der Gottheit, und dem angenommenen nachder Menschheit, geredet würde. Sofern nun kTlckX,LlckkAdMV8, und andere Anhänger dergleichen Fol-gen angenommen haben, so sind sie freylich den Ne-stor lauern beygekommen, und weil sie das Geheimnißder persönlichen Vereinigung nicht zu Rathe gezogen,darüber auf irrige kerminos und Meynungen verfallen.

Ich will aber die ausführliche Untersuchung davonden ?oIcmic!5 überlassen, und mich bloß an die Histo-rie Hatten, welche meldet, daß sich die Anhänger kL-chILl8, welche von ihm auch kLlckLlLXer hiessen, treff-lich vermehret, ä) welches denn den Streit destoheff-tiger machte, zumahl da LIck?AdMV8 seine Wieder-sacher verächtlicher Weise nur Beatianer zu nen-nen pflegte.

Man verdammte demnach diese Leute auf unterschie-nen Zynochz, sonderlich auf dem Ooncilio zu Franck-furth Zlnno 7-^. e) und es wird berichtet, daß kKUXseine Meynung zu unterschiedenen mahlen, und letzlichnoch zu Aachen wiederrnsseu habe; wiewohl solchesmir wegen des Zwanges znm Schein geschehen, weiler stets wieder zurück gefallen , und feinen Satz zuLyon bis an sein Ende verfochten- k)

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