XI. 8cculum. V. <ü,p. Von dem äussrl. Zustande der Kirchen inOccident. Ii8l
Flechte?rsel,cnä^ zukommen lassen, und also starb erbald hernach zu Lüttich in grossem Elende. Man be-grub ihn allhier zwar nach seinem Stande, allein derPabst befahl ihn wieder Heraus zuwerffen, und daward er auf einer Bahre nachSpeyer gebracht, allwoer fünffIahr gestanden, bis ihn der Sohn endlich nochköniglich beysetzen lassen. <1)
Diß war das klägliche Ende eines so merckwürdi-gen Kaysers, welcher zwar seiner übel» Erziehung hal-ber vielen Lastern unterworffen, sonst aber gar klug,geschickt und tapffer war. Das letztere bezeugen seinefast unendliche Kriege und Schlachten , worinnen ermehrentbeils glücklich gewesen. Mit der Zeit ward erauch gar barmhertzig und mildgebig gegen die Armen,lieber die Gerechtigkeit, und hätte gern im Friedengesessen,wenn ihn die Päbstliche Tyranncy darzu Hättewollen kommen lassen, e)
Der Pabst und seine Clienten aber pflegen ihn gantzanders abzumahlen. Denn nach denselben war er einErtz-Geitzhals und HochmüthigerTyranne, welcher kei-nen Armen und Verlassenen anhörete, und an stattdes Rechts und der Gerechtigkeit der Geilheit, Hoff.utund Geld-Begierde Platz liesse. Die Richter, Ge-richts-Bedienten und Hsffschrantzen, gaben sie vor,zögen alles mit List und Gewalt an sich, und das wä.ren nur wenige Leute, bey welchen solche Macht stün-de, und die alles thäten, was sie wolte», und die geist.und weltlichen Aemter nach Belieben um Geld ve»fausteten. Der Käyser selbst wältzete sich, wie sie wei-ter schreiben, mir Hindansetzung des gemeinen Wc-sens, in aller Geilheit und Unflätercy, und begiengegantz unglaubliche Dinge. Sein Host wäre vollerMägdchen und Jünglinge, Nonnen und jungerMön-ehe, welche von den gemeinen Eiuknnstren unterhal-ten würden, und zu Bestellung der geistlichen AemterRathschläge geben hülsten. Endlich der Käyscr ma-chete es so arg, daß er nicht nur fremde Weiber nu'ß-brauchete, sondern auch seiner eigenen Schwesternnicht verschönere. Seine eigene Gemahlin hätte er«nö Haß im Gefängnisse yn wen lassen, ja seineigener Sohn hätte die Murnr schänden sollen, welcheraber einen solchen Abscheu davor getragen, daß er auchdeswegen gegen den Vater rcbelliret. f)
Gewißlich, wenn solche Dinge, und zwar mehren-theils von den erbarschcinenden Geistlichen, unter dieLeute gebracht worden, so wird man sich eben so sehrnicht wundern, daß sich die Gemüther nach ergange-nen Banne überall von ihm abgewendet. Allein, obich gleich oben schon angezeiget, daß die AnferziehungIgsslMILl sehr schlecht gewesen, und also seine jünge-ren Jahre übel gnug zugebracht worden : so ist dochauch gewiß, daß er sich folgeudö viel gebessert , wieder Bischoff Conrad zu Utrecht davon Zeugniß giebt,und daher» die meisten obiger Beschuldigungen gantz
6) 8I6KKÜK1V8. VOOLLttlkeVL. Ol'ttO kkI8IdI-68>18I8 6c mutki LüronoArspüi, e) 0^8bi^I^V8 180-r>IkkeI8I8 in vics ttkKkici IV. LuLIn' vitse IILKKiei.l)ovLCttidev8 sä,n. l,O6. f) äV8Ni'H8!V8. oovL-cttIdIV8 -pi'-nä. -a I.äd18LK1'Vd1 8ck,ffn,burgeasem sä»a. io§z. LäkOdUVL sä c. 10-4- leg«
unerweißlich sind; gestalt auch der8zenc>äuLznWormSsich allermeist darüber beschweret, daß der Pabst denschändlichen Lästerungen der Feinde des KäyserS gar zuviel Gehöre gegeben, da er doch selbst gestehen muste,daß »euklLvs mehr Vertheidiger als Beschuldiget hät-te, woraus zu schkiessen, daß die Sache des KäyserSkcincsweges so arg gewiss», als sie von den Pabst-lern und sonderlich auch von den Sachsen gemachtworden, wie die historischen Nachrichten, wenn mausie gehörig erwäget, zur Gnüge erkennen lassen, g)
VI.
Was hat man von den andern vornehmstenchristlichen Regenten zu mcrcken?
In SpanienkLKoid^dMVL I.r.i ä s n v r
König in Castilien Anno io;2. zn Leon loz^. stirbt 1065.
Nach vL!eLr.rvnvc> i-oi)LLLico, dessen im vorigen8eculo zuletzt gedacht worden, folgte im Königreichel-eon sein Sohn Lr.?ucm8v5 V. ein Knabe von ;.Jah.ren von Anno 999. bis 1028. welcher dem 8ynoäo zul-eon Anno ioi2. beywohnete, und in der Belagerungder Portugiesischen Stadt Vüeu mit einem Pfeile ge-ködtet wurde- b)
Sein Sohn VL«c.wnvv5 verfiel mit sLnc-rio >r.8io-m, Königen der Voteonum, oder in Navarra, so zu-gleich die Grafschafft Castilien befaß, und selbigerden Titul und die Rechte eines Königreichs beylegte,in einen schweren Krieg , welcher endlich so beygelegtward, daß vxai-ra vnvi Schwester Ecriä <,,, den Sohndes Königs der Vslcvnum und in Castilien 5 MOI-dl/ebMVtck vermahlet, und ihn, dabey die Nachfol-ge nicht nur in Castilien , sondern auch in Leon zuge.standen ward. i)
Endlich ward bMMIdlAbHOO nach seines VatersTode die Zeit in Leon zu sticceäirenzu lang, und nahmes seinem Schwager durch die Waffen ab, wodurch erso mächtig ward, daß er sich auch gegen die ?roccüscio.ne; des KäyserS blkMILI II. einen Käyser von Spa-nien nennen ließ. Zuletzt begab er sich in ein Kloster,und starb darinnen. K)
Ihm folgte sein Sohn 8 AI 8 lL 1 'IV 8 !k. in Castili-en,welcher seine Bruder in Leon, und «EiLn
in Gallicien äepollssirete. Nachdem er aber bald starb,kam die Croye an abgedachten feinen Bruder Alck'HOdst-8Vtck VI. von welchem Toledo erobert ward. Manhakseiner bey den 8xnoäi; gedacht.
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König in Arragonien 10Z4. bis io6z.
Dieser war des vorgedachrcn nmoms natnr-.
liä er Sohn. Als sein Vater wieder die Icksurvz zuFelde lag, Hatte dieKönigin ihrem Sohne ein
gewisses wildes Pferd zu reiten geweigert, welches die.
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ß) LuLio» vi,se »LI8KILI, ,üi. ü) ?VKIVl^KV8 ii»HOO8HILV8 I ölet, äe reb, Üb« 5» csp. ist,ly. IO. üb. st. csp. 10. H. religui icripturei.
ttiss-n. i ) liäem. ic) KOVLKicVL Ivler. üb. 6. k.6.s«g4. IO. lib.9.