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Kirchcn-Historie Neuer Testamente»
lassen, so thaten es die Sachsen selber, und verübereusonderlich an dcmKäyserlichen Schlosse Hartzburg sol-chen Mnthwillen, daß sie selbiges verbrannten, dieKirche plünderten, und selbst denKäyserlichen daselbstbegrabenen Printzen aus der Grufft wurffen. l>) Dißbrachte den Käyser, der sich nun wieder erholet hatte,Anno 1075. zu einem neuen Kriege gegen die Sachsenauf, worinnen er sie nicht weit von Hochburg an derUnstrur schlug, und nachmahls gar übel mit ihnenumgieng , i) daß sie endlich Zuflucht bey dem Pabste«kxsoiuo vil. suchten, welcher diese bequeme Gelegen.Heit zu seinem Zwecke zukommen ergriff, und mit demKäyser Handelte , wie im l. Capircl pag. n;o. ge-meldet worden.
Sobald der Päbstliche Bann in Deutschland er-schollen war, wandte er recht merckwürdiger weise fastalle Gemüther von dem Käyser ab, daß die Fürstenund Bischöffe demselben nicht mehr pariren wölken,sondern zu Tnbur zusammen kamen, und ohngeachtcralles guten ErbietenS des Käysers ihm wisien ließen,er solle die Reichs-Geschässre niederlegen, und sichalöeine Privat. Person zu Speyer aufhalten , bis derPabst den Ausspruch über ihn gethan haben würde,und dieser solte auf das Fest Mariä Reinigung desJahres 1077. zu Angspurg , wohin man den Pabsteingeladen hakte, geschehen, k)
Der Käyser aber wölke den Pabst nicht erst in Deutschland erwarten, und begab sich nebst seiner Gemahlinund Sohne noch Anno 1076. kurtz vor Wcynachtenvon Speyer durch Burgundien , weil «vOcm?»vs vonSchwaben sonst alle Pässe besetzet hatte, in Italien,woselbst ihn die Fürsten gar wohl aufnahmen, indemsie mehrentheils mit dem Pabste gar schlecht zufriedenwaren. Wie es aber Lxrsokivs vn. mit ihm vorge.nommen, ist oben aus seinem Leben zuwiederholen-l)
Als die Italiänischen Fürsten erfuhren, wie schim-pflich sich der Käyser von dem Pabste, den sie einenketzerischen Menschen nenneten, tractircn lassen, wa.ren sie so übel mit ihm zufrieden, daß sie ihn gar ab.-ancken, und feinen Sohn zum Käyser annehmen wol.tcn. Doch ^MllIOV8 fastete wieder ein Hertz, nahmsich Käyserlicher Autorität an, und begütigte dadurch
Folge, ds gieng ttk,bilUOV8 mit seinem zu Bestenneu-erwählcten Pabste Anno rvLi. nach Rom, undweiter nicht eingelassen ward, belagerte er es, konreaber erst Anno rv8z. die Vorstadt l.ecmmr>m, und An-no rs84. die völlige Stadt gewinnen, da er denn amOstern von seinem Pabste crrnrniL gecröuet ward,okLüokiv; aber, wie in seinem Leben gedacht worden,von der Engelsburg entwischete. c»)
Unterdessen hatten einige Deutsche Fürstennvn von LttjeenburgAnno icrtzi. zuEisleben erwählet,welcher wegen des vielen Knoblochs, so an diesemOrte wachs t, der Ixnodlochs-Römg ge»ennet wird,p) er ward aber Anno 1088- von den Sachsen vcr.lassen, und starb bald hernach in Lothringen, q )Hierauf widersetzte sich der Marggraff
von Sachsen LckLkrv;, ward aber Anno 1090. er«schlagen, r >
Solche Rebellionen vermehrte der neue Pabst v».»änv 8 11 welcher Anno ro8y. mit neuen Baim-Skrah«len auf Md-'klOVKI los blitzete. ;) Hierzu kam dieHeurach derGräfln ^-011,1.015 mit dem Hertzoge inBayern wer-imone, welche gegen des Käysers Ein«willigung geschehen, worüber tlenricu5 Anno lax«,»wieder nach Italien gieng, und die Länder xiLrun.vi;wie auch wei.k«cmi5 gar Übel zurichtete, t)vvri.i>iio verführete mit Beystand des Pabstes auchden ältesten Käyserlichen Printzen e-ELnvr-i, welcherLothringen besaß, und bereits zum Reichs-Nachfolgerwar erkläret worden, u) aber ion. inItalien starb, x)Ml8I^IOV8 brachte es Hierauf Anno no;. bi y denDeutschen Ständen dahin, daß sie seinen andern Sohn»rxikicvL, zum Nachfolger erwähleken, wobey er schwe«ren muste, daß er den Vater nicht verlassen wölke. ystAllein die Päbßliche Parthey zog ihn auch bald aufihre Seite, und da kam es endlich dahin, daß derSohn den Vater mit List in seine Gewalt kriegte, undzwang dem Reiche zu renunciiren. r)
Der Käyser 'reiiiik-cte sich bey sogesialtcn Sachennach Lüttich, welches ihm allezeit getreue gewesen war,a)die «stände aber bestätigten den jungen »rnkicvr.i zuihrem Herrn, b) Der alte Heinrich fand zwar »ocheinige Getreue, mit denen er auch an der Mosel ein
die Italiäner, m) sammlctc auch wieder eine Armee,'glimstches Treffen befochte. Lctzlich aber ward er überund gieng damit xvoor?no in Schwaben, welchen wunden, gefangen, verspottet, und von aller mensch,man mittlerweile in Deutschland zum Käyser aufge-^ch^,, Hülste als ein Verbannekcr verlassen, c) Derwsrffen hatte, zu Leibe. Lvvoi.i'nvs m-Wremr-te sich Bssch^ff zu Speyer wolle ihm nicht einmahl eine
zwar biöAnno iv8o. verlohr aber in derSchlachkohuweit Merseburg die rechte Hand, und weit er auchsonst noch eine tödliche stlellure bekommen Hatte, starber mit Bereuung seiner Rebellion zu Merseburg. n)
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