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Kirchen-Historie Neues Testamentes
Kriege und Befehdungen, darinnen «es unchristlichgnug zugieng.
Der Bischoffo-rno zu Freysingen führeke mit demHcrtzoge in Bayern ordentlichen Krieg, c) ZweyAebte im Kloster Ktonrcaslin erschöpffeten durch Werbun-gen den gantzen Schatz des Klosters, u) Überhauptwar es nichts neues mehr, daß die Bifchöffe nutzn Fel>de grenzen, und als Generale commanäireten ^ x) beywelcher Gelegenheit der König KIdI-I/eLL)V8 -in En-geüand einstens den Vischoff von kesuvaiz gefangenbekam, und alsdcrPabst diesen seinen Sohn wiederzurück forderte , schickte ihm der König den Harnischund die Waffen des Bischoffs mit dem Beyfügen, ermöchte sehen , sb dieses seines Sohnes Rock wäre. y)In Norwegen fieng ein Pfaffe, Rahmens 5LVLKV8Birckedem, eine solche Rebellion gegen den Königan, daß erendlich gar die Hcrrschafft behauptete , undsich schrieb: 8LVKKV8, der grosse Röntg , wild alsein Löwe, und ft cunm wie ein Gchaaf; r) welchesbeydes sich aber sehr übel zusammen rcimete.
An statt, daß die Bischöffc Hätten ihres Amtes war-ten sollen , so brachten sie ihre Zeit Mir Fressen undSauffcn, Jagen, Huren und Buben zu. s) Überhauptbeschreibet HV60 VT 8. VILckOkb b) den Zustandder Clerisey folgender gestalt: Die Geistlichen wissenzu unsern Zerren nichts von der Gchrifst, verlan-gen sie auch nicht zu lernen, sondern studierenauf Eitelkeiten, Müßiggang, Lress n und soll-st: rissen, und andere irdische Dmge. Man trifftsie eher auf der Gassen, als in der Rüchen an.Sie sind langsam, dre Schuld der Sünder zu umkersuchen, aber hurtig Haftn zu herzen. Dre Htin-de zr'.snnmen zu rüsten, findet man sie gar «nunrcr, nicht aber die^rrinen Lenre. Sie geben denHunden eher ein Stück Brod als den Ur mengrndgreiffen eher zu den wursteln als zum Meß-Bn-che. Ihre Bcrren sind besser aufgeputzet als die!Altare, ihre Becher ansehnlicher als die Reiche,ihre Pfer de kosten ihnen mehr, als die Bücher,und ihr kostbarer Auszug übereristtden Rüchen,Schnruek. Daher gefallet GA)rr "freylich dasBellen der Huirde und das Blöcken des piehesbesser gls das Gingen solcher Pfaffen, welche ih.re Stimme nur deswegen mir einer Artigkeit er-heben , damit sie ihren kcksicrclftn gefallen mö-gen, u. s.f.
^ VIII.
Wie war die Kirchen-Zucht beschaffen? ^
Man mercket hierbei)
1. Die Zucht mir den Sündern.
2. Einige andere Gebrauche und Anstalten.
IX.
Wie gieng man mit den Sündern um ?
r) äVKNUNVS s-,n,I.I>b.7. u) 8äkOdI1V8 «ä ä. 6.H26. n.Z. x) Viä.V88k>k86Kb18I8. ttkl.dlOl.VV8. lZ/ZVkvicv8 Ub.z.c.24. Ll-kdikdUlZ m.
11tt<IV8 lib. 12. i;.kc,7)I^1'H1/Zk''V8 kakl8.i°cbron.. -) 6Vll.Ikl.ka. NKVL8I6. ilb. z. »p. 6. äVktt HI4V8llb.6. k) in L«»I. c«ü.rerir. !ib. ix. 498«
Auf eben die Weift, wie im vorigen 8eculo geschehen,nur daß man hierbei) wiederholet, was schon oben an-gemercket worden, welchergestalt sich die Päbste einigeMe vorbehalten, welche niemand anders, als sie, ver-geben konten.
Wie scharffman mit denen, so sich an dem Pabsieund der Clerisey versündigten, verfahren, kan in einemEcempel an dem Englischen Könige Mdlkico II. ab«g:noimncn werden. Denn nachdem »xclcxi-vr
i r währenden Streitigkeiten zwischen ihm und dem Kö-nige umgebracht worden, muste der König ohne seineSchuld folgende harte Busse übernehmen, wolle er an-ders des Päbstlichen Bannes los werden.
Zuvorderst muste er sich durch einen Olcnnen Eyd indie Hände der abgeordneten Cardinäle purgiren,daß crweder an die Ermordung -ruo^e gedacht hätte, nochauch etwas davon gcwust, vielweniger solche befohlen.Fölgends muste er versprechen 200. Soldaten auf seineKosten zu Jerusalem zu halten. Drittens ward er zueiner Creutz-Fahrk auf drey Jahr gezeichnet, welche erin Person übernehmen muste. Man mercket Hierbey,wozu sich die Päbste der Creutz-Fahrten bedienet, nem-lich die Potentaten zu züchtigen. Vierdtenö muste erversprechen, die Priesier-Ehen durchaus nicht in Engel-land zu leide», den Geistlichen dieXppellarioner an denStuhl zu Rom frey zu lassen, und so wohl vor sich alsseine Nachkommen sich vor einen Vasallen des Pabsteszu erklären, c)
Doch dieses war noch nichtgnug, sondernder Königmuste sich mit Wasser und Brodte speisen, das Grab desermordeten-ruoiE mit blossen Füssen besuchen , unddaselbst auf seinen Knien bey vielen Thränen um Gna-de und Varmhertzigkeit bitten. Endlich muste er über-diß alles demgantzen Mönchs-Capitel zu Cantelbcrgmit entblössercn Buckel aushalten, daß ihm ein jedwe-der drey oder fünffRuthen-Schläge zuzählet?. 8) Mankan sich kaum einbilden, daß ein Pabst so unbescheiden,und ein König so geduldig hätte seyn können.
X.
Was hat man vor andere Gebrauche undAnstalten in dieftm^eLulo zu mercken?
Folgende
1. Den ookck.Ik^'k der Geistlichen.
2. Die Schulen.
z. Die Bibliorhecken.
4. Die Rlöster.
XI.
Was ist von dem Oelibat der Geistlichenzu wissen?
Die v-creta gegen die Priester-Ehen wurden überallauf das eifrigste zur kxccurion gebracht. In Deutsch-land war eö damit sehr weit gekommen, doch findet mannoch Exempel der Priester und Diaconen , welche imEhestände gelebet, weil es die deutschen Bischöffe beyden Ordinanden nicht allemahl so genau suchten, e)
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