XII. 8ecu!um. IV. <7«p. Von Ketzereyen und Trennungeu.
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mahls die Parthey «L-rni i-Lvirn, und erlangte durchseine Predigten einen solchen Ruhm, daß man die pe-trobrustaner oder Albigenser nach seinem »Nahinen> Henricianer betitelte.
Anfänglich stand er bey , Bischoffcn zu
kcksn;, sowohl, daß er ihm, auch gegen den Willenseiner Clerifey verstattete, in seiner Oioeces zu predi-gen. Als aber den Leuten darüber das Licht aufgieng,i daß sie die Gebrechen der Clerifey sahen, und sie ver-achteten, so muste er aus dem Lande gehen, bis er zuloulouk gefangen, und vor den Cardinal und Pabst-lichen Legaten gebracht ward, welcher ihn
zum ewigen Gefängnisse verdammete, weil man ihmsonderlich allerley Unflätereyen schuld geben wolte. r)Seine Lehre war eben diejenige, deren bey den pe-trobrustanern gedacht worden. An andern Orten istschon erinnert, daß man auch diejenigen, so es mitden Käysern gegen den Pabst hielten, Henricianerbenennet Hat.
VIII.
Wer waren dieArnaldisten?
Sie werden von benennet, welcher anfäng-lich ein Schüler nachmahls ein Priester zu
Brixen gewesen. Seine Gelehrsamkeit und Beredt-samkeit wird nicht wenig gerühmet, und sein Lebenmuste auch hochhalten, ob er gleich aus
i unrichtigem Begriffe seine Lehre einen Skorpionen-Schwantz zu nennen pflegte. 5)
Seine Haupt-Lehre war nach dem Berichte seiner! Gegen - Darthey, daß alle Bisthöffe, Geistlichenj und Mönche so etwas eigenes hatten, nicht sän-ken siclig werden, sonde: n es gebäre alles den- weltlichen Lursten, welche aus ihrer Gütigkeiri auch andern, doch nur weltlichen Personen,wie-j derum etwas ttskommen besten. Es ist aber leichtj zu vermuthe», daß es auf solche Weise gehäßig vor.getragen worden, da er fönst aus GOtkes Worte nurdie Herrschsucht und den Geitz der Clerifey bestrasfete.
Weil diese Lehre nun den Pfaffen keinesweges gcle-gen war, so war es kein Wunder, daß sie der Pabstinrmcxrinv8 n. verdammete, und Lkd-äi.00 das Mauli verboth, auch wohl mehrers gegen ihn vorgenommenHaben würde, wenn er nicht bey Zeiten ausgewichen-i Inzwischen Hatten diese Sätze die Römer aufge-muntert , daß sie dem Pabste nicht mehr pariren wöl-ken, und den Kayser m. ermahneten, sein
Recht über die Stadt zu behaupten, welches dieseraus abergläubischer vcnersrion gegen den PäbstlichenStuhl zu thun sich wegerte. c)
^Ld!^I.I)V8 redete an allen Orten, wo er sich auf-hielt, desto mehr gegen dieCicrisey, jemehr er ihrenHaß verspüret hatte, war aber vor den Verfolgungender Pabste und nirgends sicher, u) Ja
als er seine Zuflucht zu dem Käyser rxioeruco nahm,
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überantwortete ihn dieser, sich bey dem Pabste zu in-lmuiren, in dessen Hände, und da muste er seinen LeibzuPulver brennen lassen, welches nachmahls in dieTiber geworffm wurde. Diß ist Anno n;;. ge-schehen. x) ^
Wtv waren die Ladhari?
Sie werden insgemein in den Decken und Schriss-ten dieser Zeiten oder 6?eL^kl genennet,
und sollen Uberbleibungen derMamchäer und Aria-neu in Franckreich und anderer Orten gewesen seyn.Man vermischet sie auch vielfältig, doch ohne Ursach,mit den waldenstrn. x)
X.
Wer waren die Adamiten?
Ihr Anführer wird UNLttkUdlVS, oder HN-VLk^l VS genennet, und von einigen als ein verehlich«ter Priester zu Antwerpen, von andern aber nur alsein beredter Laye daselbst um das Jahr H24. angege-ben. Er soll sich sehr prächtig gehalten, und stets zooo.Gewaffneke um sich gehabt haben.
Seine Lehre wird also berichtet, daß er den Un-terscheid der Clerisep un-Layen nicht leiden wol-len, das Abendmahl verachtet, und die schänd-lichsten Vermischungen Zugelasten, auch stkst inGegenwart der Männer und Mutter mir ihrenPächtern ausgeübet, von welchen und andernGräueln aber kaum etwas bey den dunckeln Nachrich-richten zu glauben stehet.
Letzlich soll ihm ein Priester auf einem Schiffe dasGehirne eingeschlagen, der H. nc>«uL8iv5 aber seinenAnhang bekehret haben- -) Sie wurden sonst auchLongobarden oder Lsriguinsrii betitelt, a)
XI.
Wer waren die ^.poüolici?
Sie werden wegen des Scheines ihrer Apostolische»Heiligkeit also benennet,sollen den Ehestand verworf.fcn,und doch Schwestern mit sich herum geführet haben.Man beschuldiget sie der Aeyerey der Manichäerund priscillianisten. Weil sie aber die Verehrungder Heiligen, die Gebethe vor die Todten rc- ver-worssen, scheinen sie von der Parthey der Albigensergewesen zu seyn; da denn leicht zu schließen, aus wasvor einem Grunde die Beschuldigungen bey den Fein«den her geflossen.
XII.
Was sind vor 8clüstti3t3 oder Trennungenin diesem zu bemerckcn?
Die Griechische Kirche war zwar mit vielen Papi-stischen Gräueln, als dem Bilder-Creutz-Marien- undReliquien-Dienste angestecket; wie denn der Orientbey Gelegenheit der Creutz-Fahrten jemehr und mehr
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