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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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XIV. Lsculum. I. 0 »p. Von bett Lehrern in Occidenl»

iz-r

I. Zu Rom und ^vignon.

8 Ld!LOjdV8 Xl.

Pabst Aimv lzoz.den LL.Octobris, bis 1304 . den 7 . Julii.

Dieser Pabst, welcher zuvor nicc>i.^v8 socL 58 mhieß,war aus niedrigem Geschlechte eines Hirten/oder wieandere wolle»/ eines Stadt-Schreibers Sohu aus derklzrcbiL 'rsruilians. Er begab sich in den Dominica.uer-Orden, und stieg darinnen bis zum Generalat des-selben. Anno 12-8- erhob ihn sein Vorführer zum Car-dinal und Bischoffe von Ollia, und seine Geschicklig-kcit in unterschiedenen Verrichtungen machte ihn beydem Cardinals- Lollezio so beliebt/ daß er nach jcnes^Tode die VokZ erhielt.

In verschiedenen Stücken war er gar ein löblicherPabst. Denn einmahl war es ein Zeichen seiner Be-scheidenheit/ daß er seine Mutter / als sie ihn nach er-langtem Pabstthume in prächtigen Kleidern besuchete,nicht kennen wolte/ sie aber sehr liebreich empficng / alssie in ihren gewöhnlichen Kleidern erschien. Hernachso hob er die vecrcts und den Bann LOd^lk^Lil Vlll.gegen Franckreich auf, wodurch das gute Vernehmen

in seinem Vermögen stünde/ ihm dasPabstthumzuzn«schantzen, wenn er ihm unter andern die Bedingungeneingehen wolte/daß er nehmlich ihn/ ben König/ undalle/ so seine Parthey gehalten/ auf das vollkommenstevon aller Kirchen-Lenl'ur gäntzlich sbioluireke/des Pab«stcs LOdilk^LII Unternehmungen aber gäntzlich an-nullirete / dem Könige auf5.Jahrdie Zehenden allergeistlichen Einkünffte verstattete / die Cardinale vonLolonna in ihre ZLürden rcüikuirete, und noch andereDinge nach des Königes Gefallen ins Werck setzeke,welche eben so deutlich nicht ausgedrücket wurden, undnach einiger Meynung den Ruin der Tempel-Herrensollen betroffen Haben, p)

6Kldk^dMV8 ließ sich als ein ehrbegieriger Gasco-nier diese Vorschläge gefallen, und daim't ward den Car-dinälen des Königes Willen norikciret, daß sie bey die«sem 8ubieölo bleiben solten / wie auch geschahe.

Ob nun wohl dieLardinäle den neuen Pabst eiligstnach Rom zu kommen mviüreten: so ließ er steh dochden 14. dlovsmdri; zu Lyon tolennicer crönen , undschlug folgcnds seinen Sitz zu ^vignvn auf, von da an

des Römischen Stuhles mit besagtem Lände wieder her-- diePäbste gantzer/2. Iahrallhier r-luliret Habe«/ web

ches die Italiäner, weil es ihnen viel Schaden bracht?/sehr ungern sahen/ und diese Zeit deswegen die Baby-lonische Gefängniß nennen, g)

des Frantzösischen Streikes seiner prsekencliren-I Die Ursache der Versetzung der Päpstlichen Residentzchst-Hohcit und Macht über die Könige gleich- war sonder Zweifel/ weil dktz 4 k !>!8 dem König in

gcstellet ward

Indessen darff ma» ihn darum nicht gleich vor einenHeilige» halten/ weil mau auch findet, daß er in Bey-legung des - -..a.,...

den Pabst .- 0 .. ^.... ...

wohl nichts vergeben, und denen von Coionna die un-!Franckreich, dem er stch wegen seiner Beförderung sehrrechtmäßig entzogenen Güter nicht reüicuircn wollen, ^verbunden erkcnnetc / damit einen Gefallen erweisenAm Aberglauben und Partheyligkeit vor seinen Ordenfehlete es gleichfalls nicht/ wie andere anweisen, m) Erstarb am Gisste, welches ihm ein Mönch soll beygebrachthabe»/ n) wiewohl und andere die Art seines

Todes verschweigen. Sein Leben ist von dULOb^OX1ö.VKO beschrieben worden. «)

0l.k^6^!8 V.

Pabst zu ävisnon Anno izo;- den 5-Ianii,

2O. SIpril.

Seiner Geburt nach war er ein vornehmer von Adelaus Lst'coßns, und führete sonst den Nahmen kkk-OK 60 V 5 oder 60110 . Von einem 0a.nonico zu Lomlleaux stieg er bis zu der Ertz-Bischösfli-chen Würde selbiger Stadt.

Indem der König in Franckreich bey der Wahl nachMdrkvILH Tode eine starcke Parthey unter den Car-dinälen Hatte, so verzog sich dieselbe ziemlich lange, weileine andere kaölion, so einen Verwandten bOd 41 k^ 0 HVIII. zum Haupte hatte, jener auf alle Weise wieder-fiuude. Endlich ward doch ein Frantzose gewählet,weil der Frantzösischen ksüion z. Lubicäta, darunterdieser Ertz-Bischoff war, vorgeschlagen wurden , auswelchen sie einen Pabst bestimmen solten.

Nun hielt zwar die Vonifacianischc Parthey diesenErtz-Bischoff vor ihren Clienten, weil ihn0 tV 8 befördert hatte r als aber die Frantzöfische ka-üion ihrem Könige einen Winck von dem , was vor-gieng, gegeben, so ließ dieser den Ertz- Bischofs in ge-heim zu sich kommen, und trug ihm vor, wie es anietzt

wolte; wiewohl Franckreich eigentlich kein Vortheikdadurch geschehen , indem die Päbstc bey der Gelegen-heit in Verleihung der Beneficicn sich vieler Rechte an»gemästet, und sonst viel schädlicher Sitten ausItalienhieher gezogen worden, r)

So bald 0i.kXlkbl8 diePabst-Crone bekommen hak-te, muste er bemühet seyn, seinem Versprechen an denbis rzr4- den König ein Gnügenzu leisten, weswegen er die Cardi-näle von Lolonna rcülkuirete, noch nenn FrantzöfischeCardinäle ecnennete, dem Könige die Zehenden aufob-besagtc Jahre verschrieb, und die zwey Bullen UObllk/r-Lll VHI. deren sich die eine 0 lerici 8 l.sico8, die andereaber Vnsm s-rnölsm cstkolicam eccleüam ansieng, wi-dcrrnffte. Der Pabst gieng zwar in dem letzter« Stü-cke sehr schwer daran, und suchte allerhand Ausflüchteund Schlupffwinckel: doch drang der König durch,und KOdMH0lV8 ward nochdarzualscinErtz-Kctzerangeklaget, welcher die Auferstehung der Todten, undandere GlaubenS-Artickel geleugnet Hätte.;)

Dieser krocek währete viel Jahre, in welchen 0KK-öckkk§8 die Klagen und Zeugen zwar abhöret?, aber kei-nen Schluß der Ketzerey LOdlikäLII Halber abfassenwolte, bis endlich der König selbst darüber ermüdete,die Kläger abstehen ließ , und dem Pabste die gautzeSache auf dem Loncilio zu Vieune zu endigen über-gab,

m) 8.dML> 1 IV 3 tt. k. s«c. 14. x. I7ZY. n) Ib.p 1740.

*) couf. 8k0nväd,'VL, ov cttLSdiid.ci^LcQ^ivL, ,iu.

p) Ca«iau»tar 6VII.. NKNOizcl ,ä,n. !ZV 5 -RIV8 >4^880^IV8 -i. 8-4. ^^l-18

VLK lee. I 3. L 14. k. I. p. 160. teq. Ibis. p. 162. r) ?ke.

k.tec.I4.p,z. 1740. r, Oxp- ») VVLI8-ttitt. Kccl. 5 -c.i 4 .x. 9 s 6 .

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