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Kirchen-Historie Neues Testamentes
4. Der Birgitten > Orden , welcher sonst auch derOrden 8. S^uscorlr tzenennet wird- Die Heil.Brrgicra,davon oben Erwähnung geschcherr, war die Stisste-rin desselben, und gab-vor, daß ihr die Regul selbst vondem Heylande gegeben worden. Der Orden ist vorManncö-und Weibs-Pcrsonen,und zu Ehren derJung-fronen Marien, als der Königin der Welt und der En-gel,wie Brigirra inder Regul redet, eingerichtet, va.
Hat ihn 1)66. conlirmiret. Ihr Habit ist graumit einem rothen Creutze aufdcm Mantel, undiaur derRegul sollen Bruder und «schwesterii beysammen in ei-nem Kloster, die Schwestern oben, dieBrüderaberun-den wohnen, kein Geld anrühren, und nichts eigenesbesitzen rc. irH
5. Der S- Lütharinen-Orden, welcher seinen Ursprung von der Heil. Catharmen von Sienaherführet; wiewohl er nickt sowohl von ihr selbst, als vonde-neu, so ihrer Lcbens-Art nachfolgen wollen, aufgerichtetworden: daher einige dessen Anfang erst in das folgende8eculumauf das Jahr 1455. setzen« Siegehen weiß miteiner darüber gezogenen schwartzen Kappe- n)
XVII.
Was hat man von dem ärgerlichen LebenDer Mönche vor Nachrichten ?
Denen l-1o<sii»lgniz oder Johannitern wird dieFaulheit und ein übermüthiges Leben vorgeworffen,denDeutschen Rittern die Untren , andern MeyncydundVerwegenhcit/lwch andern die Herrsch - Sucht und der-gleichen. 0)
Am meisten lässet sich die Bosheit der Mönche aus derVergiffklmg des Kayscrs uciMkcl Vli. beurtheilen. Die-ses geschach von seinem eigenen Beicht- Vater , einemDominicaner, Nahmens r>x
Indem sie nun ein prächtiges und »«gezähmtes Lebendetbey führeten, wie aus dem Sprüchworte:Dn saujfstwie ein Tempel-Herr, zur Gnüge abzunehmen, undsonderlich ihreMacht vor Franckreich gefährlich schien,so beschloß knnipkvz pvrcnLk nebst dem Pabst cl-Lisen-iL v. welchen nicht nur seinGeitz, um etwas zu gewin-nen, sondern auch feine Herrschsucht um feine Macht ü«der dergleichen Stifftungen sehen zu lassen, nebst der Ge-fälligkeit, so er dem Könige damit erweisen konte, darzuverführeten,dengantzen Orden zu vertilgen.
Man suchte deninach allerhand Schein und Vorwarids hervor, diesen Unglückseeligen beyzukommen- Bald be-^ schuldigte man sie, daß sie die Rebellionen gegen den Kö-nig unterhalten hülffen, bald wurden die abscheulichstenLaster und Grünet von ihnen ausgebreitet.
Also sotten einige Ritter selbst gestanden haben, daßsie der Groß-Mcister bey dem Eintritt in diesenOrden gv<nöthiget das Crucifip anzuspcycn, Christum zu verleug-nen,denOrdenö-Meisteran unflätigen Orten zu küssen,ein schändliches Götzen- Bild anziibcthen, und andereBosheiten auszuüben; wobey ihnen bey Lebeuö-Strasseauferleget wäre, alles zu verschweigen, g)
Kaum war dißZeugmß eines ?Ei5 von kckontfau-con und eines verwiesenen Florentiners dieses Orden-abgehöret worden, so ließder König Ao. rzoy. durchsgantze Land heimlich Befehl ergehen, auf einen Tag alleTempel-Herren gefänglich einzuziehen, und ihre Güterin 8eguellr3lion zu nehmen-
Hieraufbrachte man die Ritter, theils durch die grau-samsten Torturen, theils durch Verheißungen und Dro-hungen dahin, daß sie allerhand abscheuliche Dinge, da-von doch wenig oder nichts wahr seyn mochte, bekenne-ten,unddamitwurdenstehauffenweiseohne alle Barm-
, , . , Hitzigkeit,gegen alle Prökell3ri^ne,.bcy langsamen Feuer
^13^0, welcher sich von der Gegrn.^rthey d'.s ^^^jgebraeen, verbra„nt, -und sonst auf andere erbärmliche
bestechen lassen die Hostie zu vergissten , nnd-also dasBrod des Lebens in ein Brod des Todes zu verwandeln,p) Man erkennet hieraus, daß weder Treu noch Glau-ben, noch die geringste Furcht vor den göttlichen Gerich-ten, sondern ein blosser Eigennutz und eine schändlicheSelbst-Liebe unter den Mönchen geherrschet habe; wiedenn diese abscheuliche That dem Vösewicht ein Biß-thum soll zuwege gebracht haben.
XVIll.
Wie sind die Tempel- Herren ausgerottetworden?
So arm dieser Orden erstlich gewesen,baß man sie aufbei» Lonciüci zu 7°eo/e; Ao. n 27« mir baupels, Lnmmi-lirone; geheissen, so reich und ansehnlich war er nach derZeit, theils durch seinS Tapferkeit, theils durch die reich-lichen Beschenckungen der Potentaten, darunter die Kö-nige in Frankreich die vornehmsten waren, geworden,al-so daß sie Königliche Macht und Güter besassen.
m) 8 ?ödMLk 4 IV 8 tt. 8. lec. 14. p-x lßoo.l-q. VV^-8ld^ON^^1V8 in I>7s>ociißm»re düeuArise. n) KVOOt-kdi.8!O8kIdiI^diV8 Äs orig. monick-tu; pgz. 258. 0) 8^0-
V 1 V 8 ,6 sn. i;;r. n. l;. IZ4;. n. 19. 1,75.«. 19. IZ88-s. 14. d1/rV6l.8KV8 pi>8. 264. <p) 8«ü:«ctilur kemssOr.psA.84 . 8LQVIV8Lä»n.iziz.H7^onk.U0HIdlL8«.V8see.i4.?-8- 7 Z!- t-,.
Weise Hingerichtet; welche Tragödie mit ihnen nichtnur in Franckreich, sondern auch an allen Orten in Euro-pa, wo sich derselben befanden, gespielet watd, nachdemdie Verbannung und Ausrottung dieses Ordens Anno1512. auf dem Loncjlio zu Vienne iolcnnilcr war pu-Igiciret worden.
Der Ordens-Meister i^covvg ein Burgun-
dier, nebst dem Herrmeister in der Normandie evioonL,einem Bruder des V^upbin von Vierme, bekanntenerstlich, was man ihnen schuld gegeben, nachdem ihnendie Freyheit dabey war versprochen worden. Als sieaber vernahmen, daß ckan sie vcrmauren woltc,so sprun«gen sie von ihrer Bekänntniß wieder ab, und bezeugten,daß es ihnen recht gottloser und boshaffter Weise wäreabgenöthiget worden. Nichts destoweniger wurden siezu Paris Ao. rziz. öffentlich verbrannt, wobey derOrdenö-Meistec den Pabst innerhalb 40. Tagen, denKönig aber in Jahr und Tag vor GOtteö Gerichte sollgeladen haben, binnen welchen Termine» auch beyde Ur-heber dieser entsetzlichen kxecutionen verstorben, r)
Die Güter der Tempel-Herren wurden grössestentheils coafliciret, und Hatte sonderlich der König in
Franck-
q) 88VLV8 kV1'8^V8 inNUk.conclemn-tivniil'emkl,.riorum. r) LoiMnuslor 6VH.kLl.d1I t4^dl6lL6l»