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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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iz6o ' Kirchen »Historie Neues Testamentes

Ao.r;27» arff Hm, Reichs.Tage zu Rcgenspurg den'Käyser erinnert, auf die Freyheit des Deutschen Rei«ches acht zu haben, und alle Handlungen des Pabstesiou>«nix vor unkräfftig, diejenige aber, so ihm folgenwürden, vor ReichS-Feinde erkläret, g)

Gleichwohl versuchte L.Vl)OVicv8 alle gütige We-ge mit dem Pabste ansgesöhner zn werden, welcheraber von keinem Vergleiche Hören wölke, er müste dennvorhero das Käyserthum abgcdancket Haben , und sichsodenn seinem Urtheile.als eine Privat»Person unter-kverffen- K) Es Hatte auch Lrrdcmig aus Liebe zumFrieden schon soviel -willens, daß er seinem gesetztenPabste absagen, vor xxn.sein Unrecht erken-

nen, und sich seinem Urtheile überlassen wolre, wenner nur in seiner Käyserlichen Würde ungekräncker blei-ben könte: allein d^rs war dem rachgierigen Pabste nochzu wenig, und gab den Unterhändlern zur Antwort:Ihr wisset nicht, -was ihr bittet; daß dergestaltdie Hoffnung zum Frieden auch vor dißmahl wiederwegfiel, i)

1VULNNI8 Nachfolger k-rnLoicrvs XU. ließ sich erst-lich gegen den Kayftr, der von neuem den Frieden undVersöhnung mit der Kirchen suchte, gar geneigt undbillich finden, bekannte auch öffentlich, daß lonännxsurllzu hart verfahren, und der Ixayser aus einemgerechren Schmerlen in Harnisch gejager wor-den wäre: allein der König in Franckr ich j-nleikkvsvzln-ivr und der König LONI-K1-V5 von Zipnlien hieltenmit ihren Bedrohungen den Pabst zurücke, daß crscinfriedliebendes Gemüthe gegen den Käyser nicht aus-lasten dorffte, k) welches er auch gegen die Käyserli-che Gcsandtschafft deutlich gnug zu verstehen gab. I)

Als bVVOVi^VL merckte, daß der König inFrarrck-reich am meisten an Unterhaltung des UnvernehmenSschuld war, ließ er sich mit dem Könige von Engcliand,der dazumahl in Franckrcich gedrungen war, in einBündniß ein, maclrre aber mit i-»iri??o bald einenPrivat-Frieden, da dieser alle gute Drenndfchafft t>-nrulirete, und den Vergleich mit dem Pabste in Stand!zu setzen versprach, wovon er aber so wenig hielt, daßer vielmchr denselben ingeheim noch ßcffliger gegen denKäyser verhetzte; gestalt denn der Pabst den DeutschenBischsffcn verboth, bVOOVILO den Eyd der Treuezu leisten, und sich sonst gar feindseelig gegen denKäy-ffcr aufführeke. m)

VI. so auf venxorc^vr^ folget«, und eineCreatur k»n.ik?i war, erwieß sich recht tyran-

nisch gegen den Käyser, bekräfftigte nicht nur den Bannseiner Vorfahren, sondern ließ selbigen auch alle Sonn-und Fest-Tage bey brennenden Kcrtzen und Glocken-Geleite wiederholen. bVVOVILVL gab sich viel Mü-he den Pabst zu versöhnen, allein der wüthende Pabstschlug solche Bedingungen vor, die der Käyser allemVermuthen nach, unmöglich eingehen konte, nemlicher solle das Reich abdrucken, und es ohne Be-fehl des pabstes durchaus nicht wieder anneh-

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men, seine Gottlosigkeit öffentlich bekennen, fei-ne Erb-Lande, gaiuze Familie, eigene Personund Ehre der Gnade des pabstes anyeiin stellen,und was dergleichen unbesonnenes Ansinnen mehr war.

Ob nun wohl der Pabst hierdurch nichts anderssuchte, alö-den Käyser nun mehr und mehr zu erbittern,so gieng doch dieser, seine Liebe zum Frieden der Weltdarzulegen, die ungerechten conänionez ein, worüberder Pabst und seine Cardinale nicht anders glaubeten,als, daß der Käyser zum Narren worden wäre. Alleiner war klug genug, und wartete nur auf die Versiche-rung, daß ihn der Pabst nunmehr- des Bannes erlas,scn wolle, bey deren Empfang er die gantze Sache denStünden auf dcmRcichS-TagezuFranckfurtAo. i?44.vortrug, und ihre Meynung darüber verlängere. Die.se schloffen, daß des Pabstes Vorschläge aller Billig-keit entgegen wären, und schrieben ihm in nachdrnck-chen cermml5, worinnen sie des Käysers und ihr eige-nes Verfahren rechtfertigten, n)

Der Pabst wüste sich über diesen Umstanden vorVerdruss« nicht zu lassen , indem er es so auslegte,als ob ihn der Käyser bey der Nase herum führe« wöl-ke, vcrbannete ihn demnach am grünen DonnerstagelZ4ü.nochmahlen mit allerhand besondern Ceremonien,und Ließ an die Churfürsten Befehl ergehen , einenneuen Käyser, der sich besser, als dieser, gegen dieKirche aufführeke, zu erwählen. 0)

Indem aber der Pabst leicht merckcn konte, daß dieChurfürsten auf seinen Befehl nichts geben würden/wo er nicht andere Intriguen dabey spielcre, so verhetz,te er den Königin Böhmen gegen den Käyser, zumahlda sich der König in Böhmen durch die Ehescheidungder -nr-nrum von Käm-

thcn Tochter, von seinem Printzen lonanne, durchdVOOVlLVkck beleidiget fand, versprach ihm auch,die Käyftrliche Crone gantz gewiß auf seinen Sohncakvivia, Marggrafen von Mahren, zu bringen, wieauch durch allerhand Räncke erfolgte, und«or.v8 zu!Rheinftc Anno i;46. zum Römischen Könige äcclari-ret ward, ohttgeachtek der Ertz-Bischoff Heinrich vonVirnenberg zu Mäyntz, der aber deswegen von demPabste verbannet und abgesetzet wurde, ingleichen dieChurfürsten von der Pfaltz und Brandenburg bestän-dig bey I-VVOVILO hielten, p)

Hiermit hatte der unheiligePabst nun wiederum durchAnlaß zu schädlichen Vlut-Vergiessen dem Teufel eineFreude gemacht, welches noch langer würde gewährethaben, wenn nicht der Käyser Ludewig das folgen-de Jahr die Crone durch den Tod verlassen Hätte, wel-chen einige einem Schlagflusse, andere aber beyge-brachtem Gisste zuschreiben, g)

Z2. (^K 0 I.V 8 IV.aus Böhmen.

Käyser Anno iZ46. bis 1378. alt 62. Jahr.

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