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Kirchen- Historie Neues Testamentes.
Man erzehlet / er habe seine Mutter in der Geburtumgebracht, in welchem Falle auch Benjamin ein Mut-ter-Mörder Heißen wüste. Seine Verunreinigung bei-der Taufte, und im 2. Jahre seines Alters bey der Crörmng zum Böhmischen Könige müssen Omina seyn.daß nichts als ein Unflath von einem Regenten ausihm habe werden können. l>) Wie leichte aber kön-nen schwachen Kindern dergleichen Dinge/ zumahl bei-den langweiligen Ceremonien der Papisten begegnen!Anderer solcher Zufälligkeiten / daraus man was besonders machen will / zugeschweigen.
Daß er ein träges / wollüstiges, niederträchtiges,furchtsames und »»bedächtiges Temperament gehabt,will man eben nicht leugnen, noch feine Schwachheiten,die öffentlich am Tage liegen, vcrmänteln, daß ihm abervieles, wo nicht das meiste, von seinen Feinden ohneGrund aufgebürdet worden, wird bey unpartheyischenScribenten nicht eüslimuliret. i) Man erwäge nurden Haß derClerisey, den er sich durch die BeschützunngIohannHusjens auf den Hals geladen, so wird manleicht auf Spuren seiner Entschuldigung gerathenkönnen.
Daß er die Böhmen etwas Hart und grausam tracti-reu müssen, ist nicht zu verwundern, wenn man fin-det, daß sie die Gelindigkeit, so er anfangs im Regi-mcnte von sich spüren lassen , auf Muthwillen ge-zogen , und allerley Gewaltthätigkeiten, Raub,Mord und andere Boßheiten verübet, weil sie sich voneinem so schläffrigen Könige, wie sie ihn davor hielten,keiner Straffe bcsorgcten. Solcher Muthwillen aberweckte ihn auf, daß er strenger verfuhr, k) und damitden Titul eines dleroni; verdienet«. 1 ) Wiewohl dieErzehlungen mit dem Herrn Gevatter Scharffrichtcr,der doch eigentlich ein Trabant vom Hofe gewesen,welchen er zum Strecken der Boßhafften gemeiniglichin feiner Suite hatte, mehrcntheils von Ubelgesinn-ren erdichtet zu. seyn scheinen, gestalt man bey den äl-testen Scribenten, so dergleichen melden, vielfältignur die gemeine Sage zumGrunde angeführet finbct.m)
Weil er mehrcntheils in Böhmen rcticlirete, so nahmer sich der Deutschen Sachen nicht eben so eifrig an,daß nicht allerhand Unruhe darinnen hätte (»stehenkönnen. Es hatten schon unter seinem Vater dieReichs - Städte, sonderlich in Schwaben und Westphalen einen Bund unter einander geschlossen, womitHe sich gegen die Gewaltsamkeiten und Raubcrcyen derFürsten und Edelleute wehren könten. n ) Nunmeh-ro kam es zu öffentlichen Bcfthdungcn, wobey sichimmer mehr Städte, auch Grafen und Fürsten in den
k> ovkK/rvivs üb. 22.2z. I,x«biädei8iv8 üb. 7. c.59.
Z88. i) ^Vbdende.bb.7. c. 22. ec,nk.1btObt^8IV8 Husek. 6ur. Imp. Vkdi6ti8Ü^V8, krineepsDon opkimu; ^uiäem, leä rsmen nec eki,m mslus, commu-«irer rsis wL-r 2uäi»r? le) I 1 Vkke-rVIV 8 üb. 2Z. 692.
Z) 6br«o. >l. Lelß. ! c. m) Ibidem ck sübi. üI)b 4 VdiOV 8VHÄ1LKV8. r>) Üb. 5. c. 52. 86tt/0'LNI-
V8 in snn»I. psäerborn.üb. 14. p I 8 c>.; 89 -p,x-l52. ^KVOKkkIV8 sä »n. iz6v. ?äVI'IV8 üb. 25.dlivVcHKVL rolum. 2. gesersr. Z»6.sn. izüo»
Schwäbischen Bund begaben. 0) Es war aber derSchwäbische Bund sonderlich gegen dieHertzogevonBayern und Grafen» von Würtenbera, die sich sehrmächtig machten, aufgerichtet worden, undLL8Ü^V8» der sich desselben zu seinem Vortheile be-dienen-wolte, Halff ihn befördern, p) Anno iz88.nun fielen die Schwäbischen Städte dem Würtenber-gcr inS Land, dergleichen auch die Rhein-Städte ge-gen den Pfaltz-Grafen vornahmen, sie wurden aberbeyderseits, jene zu We-il in Schwaben, und diese ohn-weit Worms auf die Finger geklopfter, und folgendsihr Bund zerstreuet, bis Anno iz8z>. auf dem Reichs-Tage zu Egra alle solche Bündnisse verbothen, undder Land-Frkeden wieder Hergestellet wurde- g) Ausserdiesen Troublen rauffken sich auch die Österreicher undSchweißer miteinander, r)
Unterdessen blieb beständig inBöh-
men, und nahm sich der Deutschen Händel wenig an,ohne Zweifel, weil ihm die muthwilligen Böhmen so-viel zu schaffen machten, daß er auf seine Sicherheit unddie Erhaltung seiner Erb-Lande am meisten muste be-dacht seyn; wie ihn denn feine rebellischen UnterthanenAnno izsz. im Kloster zu Beraun, wo er das Lebender Mönche untersuchte, gar gefangen nahmen, und15. Wochen lang zu Präge in einem schändlichen Thur-ne gar übel traclireten, bis er von dem Rathe die Er-laubniß erhielt, in einer Badsiube an der Mulde sichvon dem Unflat zu saubern , da er denn Gelegenheitfand, mit einer Bade-Magd auf einem Kahne über dieMulde und durch allerhand Umwege auf sein festesSchloßOuraticezu entwischen. ;)
Räch dieser so schändlichen Gefangenschafft ward^Ld>!cL8I.H.V8 freylich etwas grausanier, und ließmanchem , dem er nicht trauete, den Kopff vor dieFüsse legen, worüber die übelgesinnten Stände seinenBruder «si5i^vuov>i und seinen Vetter lovocvn ausMahren gegen ihn verhetzten, daß er von diesen noch-mahlcn gefangen, und nach Wien in Oesterreich ge-bracht ward. Allein auch Hier hatte er das GlückednrchHülffe eines Fischers zu entkommen; nach welcherZeit er zwar von weitem Gefangenschafften befreyetgeblieben; weil er sich aber der Deutschen Sachennicht recht annehmen wolle, Anno 1400. von den Chur-fürsten der Käyserlichen Würde entsetzet wurde; r)wobey doch zu mercken, daß eö nur von den drey geist-lichen Churfürsten und dem Pfaltzgrafen geschehen, dahingegen Sachsen und Brandenburg, ohngeachtet sieauch eingeladen waren, nicht erschienen, u)Inzwischen war es freylich eine Würckung des pble-gmsnschen Temperaments bey ^Ll8iek8l.kO, daß ersein Amt in Deutschland nicht besser in acht nahm,
auch
0) 6KV8IV8 snnsl. 8ueu. 1KI1'ttL^IV8 »6 so. iz6ü»üb. 7. c. 66. legy. p > 'Ükll'kZkbl. in 6bron.sä ,I>« cit. g) lärm sä sn. IZ88- üüüN?tt<djV8 ioc. eil.O^HlV8 in volum. rer.6ermsn.nouo üb. 1. c. 9. n. zi.r) Ol-Ktt. KOO Üb.4. p IIY. OOLÜÜI^.set.6. c. 81. «) VVLKS.V1V8 üb.2Z. k) äkkd8 8^1.-sä!VIV8 c->k>.Z4. VVLKäVIV8 üb. 2Z. p. 6ir>. u) I/V60Liv-o LömZshoven m der EWischm Chronick. c.2.> 142