XVI. 5 «culum. VI. c^sp. Von den! innerlichen Zustand der Kirchen.
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Srarcke Fieber, wie ein junges Rindlein an seinerNeuerer Hand lauster.
Zur Srärckung des Glaubens düncte das Creutz,An-fechtung, Wiedcrwärrigkeit und Trübsalen, dadurch derGlaube bewahret und geläutert wurde. Solcher Glau-be, der an dein Worte Hieng, ward immer köstlicher undrechtschaffener im Feuer des Creutzes; dieweil die Gläu-bigen in Nöcöen schmeckten, empfunden und erfuhren, daßTeufel, Sünde, Tod und alle höllische Pforten solchemGlauben nicht obsiegen oder obliegen konten. Denn sofest und fteiff der Fclß und Grundstein Christus selberist, und so gewiß, rechtschaffen und standhaffu'g das WortGOttes ist, so fest und gewiß ward auch das Hertz, dasmit dem Wort durch den H. Geist vereinbaret ward. 6)
Ercmpel eines solchen Glaubens tönten viel angefüh-ret werden, man wird sich aber um der vorgesetzten Kürtzewillen an wenigen genügen lassen müssen. bVH^KV8bekennet von sich selbst, er bade viel und mancherleyschwere Anfechtung gehabt, sobald er aber einenSpruch aus der Schriffr ergriffen und darauf imGlauben beruhet habe, wäre die Anfechtung lin-der worden, und hatte bald gar aufgeyörct.e) Wiebchertzt sein Glaube auf der Reise nach Worms gewe-sen, ist bey der Reformaüons-Historic gemeldet worden.Anno 1527. hatte er sonderlich eine hcfftige Anfechtungauszustehen, welche er doch durch Gebeth und Glaubenglücklich überwand, wie solche von Bugenhagen undiv^o ausführlich aufgezeichnetwordcn<ff- Ebendergleichen findet man von 8eIncccero UN^sUeronymn^clwro, welche der Satan offt harte angrieff, «8er al-lezeit dem Glauben an das Work bey Hertzlichem Gebethund Gebrauch des Sakraments weichen muste. g)
Es war aber die Krafft des Glaubens sonderlich beyden erwäh'eten Blut-Zeugen des Nahmens IEsu mcrck-würdig und tröstlich, unter deren Zahl sich uvr»rxv5gern befunden hätte, wenn es GOtt dem HErrn gefälliggewesen wäre. Denn so betet er in seiner grossen Anfech-tung und Lcibcs-Schwachhcit: HErr, mein allerlieb-ster GC>rr, ach', wie gerne hätte ich mein Blutvergossen um deines Wortes willen, das wcissestdu, aber ich bin es vielleicht nicht wehrt. DeinWille geschehe, allein, daß dein heiliger Nahmegeprsiscr werde, es sey durch mein Leben oderTod. b)
Der im Glauben freudige Märtyrer Johann Beck«in Holländer, sagte, als ihn der Hencker angriff: Tod,wo fst dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg;Der c^od ist verschlungen in den Sieg des HErrnIEsu Christi. >) George C^?Ld^XIV8. der1527. zu München verbrämn worden, redete bey seinerHinausführung getrost zu den Bcystehenden: Heute die-sen Tag will ich meinen GDcr für aller Welt beken-nen ; und im Feuer war sein Tüort bis an sein secligeö En-de nichts anders, als der Nahme IEsu. K)
ä) Mrm ibiäem p. 47. «) Lc»m. 6- ^Iceni». p. 8Z7. csok-Tom. Z. Ulkend, p. 795. k) tbi<i. piß. 772- ß) Viä.
Lelneccerur in Lommenk. super klslwuni LXIX. bixirmuoäurZckererrriur in spcculn renrstionum spiriluslium p. l8§. leg.
b) u>i<i. P.77;. i) cavLivr in MärtyrcrrBucht. lc)
^VL im Martyrer-BuHe. LLLL»»»rvn. x- 40.
il. Theil.
Aus diesem und andern, so sonst noch in,der Historieanzumercken, mag man sich einen Begriff machen, wiedie Gnade GOttes in diesem 8-cuIo gar sonderlich beyden Rechtschaffenen zum Glauben gewürcket, und zu-mahl mitten unter den Verfolgungen und Trübsalenrecht mächtig gewesen.
IX.
Wie stund eö um das Leben der Christen ?,
Man giebt dabey acht
I. Auf ihre Liebe gegen GOtt.
II. Auf ihre Liebe gegen den Nächsten.
III. Auf ihre Liebe gegen sich selbst.
Worinne zeigte sich die Liebe gegen GOtt?
Sonderlich in diesen sünff Stücken
1. Im Gehorsam gegen GOtt.
2. In der Hoffnung zu GOtt.
z. In der Freudigkeit gegen GOtt.
4. In der Demuth und Gelassenheit gegen GDrr»
5. In dem Eifer GOtt^Seelen zuzuführen.
Wie zeigte sich der Gehorsam gegen GOtt?
Sobald sie GOtteö Wort hörcken, waren sie obn alle«Bedcnckm und Rathschlägen gehorsam, und so es amVermögen fchleke oder andere Hindernisse in den Wegfielen, so ließ man doch wenigstens den Willen darzu ge-neigt und bereit seyn. l) Solche Willigkeit des Gehor-sams zeiget- sich dadurch, daß man sich begierig zumWorte hielt, und horere, was der Sohn GOrresin den Propheten und Aposteln mit dein mensch-lichen Geschlechte geredet, m) Man Hatte keine an-dere Lebens-Regul, als allein GOttes Wort, woraus manprüfcke, was GOtt gefalle oder mißfalle, n)
Der Grund solches Gehorsams war der Glaube, derGlaube aber entsprung aus dem Worte GOtteö und ausden tröstlichen Verherssungen, durch deren fleißige Be-trachtungen man immer begieriger ward, GOtteö Ge-both und Willen zu beobachten. 0)
Inzwischen war und blieb solcher Gehorsam nur cmangefangener und unvollkommener Gehorsam, und wur-de kein Vertrauen darauf gesetzck, daß man sich mit denIrrenden hätte bereden wollen, er sey erue Ursache, daßuns GOtt annehme und selig mache, p)
XII.
Wie zeiget« sich die Hoffnung zu GOtt?
wenn der Mensch durch den Glauben an GOt-tes Wort unterrichtet und gelehrer Christum er-griffen harre, und mit ganzem herzlichen Ver-trauen an ihn glaudere, und durch solch Erkännr-niß Christi gerecht worden war, so saumere sichder Teufel nicht lange, sondern fand sich bald her-zu, und als ein Vater der Lugeir unterstund er sichsolchen Glauben zu vertilgen mir Lüsten, Irrthü-mern
1) 'rom.9.-ckcellk.p.;v7. m) k 4 ä 7 "IttL;iVS I.c. p. 162.a) dllL. ULL>!>riLI6IV5 in Lommenrrr. Lpik. zcl Lpkes. su-prr L-p, V. vers. lv- 0 ) IO, in Lnmmenr^r. ia
L»o«1um rvw. i. L>xp. x. z§L x) loc. cir.
?»k-167.
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