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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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XVII. 8ecu1um. I. 6sp. Bon den Römisch-Cakholischen Lehrern.

s6i

dern demselben von den Venctianern noch etwas rctpeiffals 40. Stück-Schüsse brauchen würde, den Ort ju be-erwiesen wurde; wiewohl der Pabst eigentlich zu reden,Zwingen, welchen Rath und Prophezcyung aber der Aus-am meisten nachgeben muste, indem jene bey ihren Ge-!gang zu schänden machte, r) ....

setzen und Privilegien blieben. Sonst wolte er den Unordnungen, so brsher bey der

Wie er sich gegen die Protestanten, und sonderlich ge-sPabst-Wahl vorgegangen waren, einiger mästen abhclf.gen Eugclland, da er der abscheulichen Pulver-Verschwe- fen, und gab deswegen eine Bulle heraus, daß man vorrung eben so unwissend nicht war, als er wohl scheinemdas Künfftige auf keine r-commenclinione? der Polen-wolle, aufgeführet, wird unten bey dem äusserlicheu Zu- taten Absicht nehmen, sondern schlechterdings nach denstände der Kirchen am besten können gemeldet werden? Wahlstimmen der Cardinäle gehen solle, x)

Sonst zeigte er noch seinen Ketzer-Haß, daß er die öul- VK,L-z.d.'V8 VIH.

' '.^ ^ Pabst Anno 162z. den 6. Augusti bis 1644. den 29. Juki,

alt 7Ü. Zahr.

Von diesem Pabste berichten die Scribcnten, daß ihmdie höchste Würde der Römischen Kirchen durch einenBienen-Schwarm, welcher in sein Zimmer geflogen, seyvorbedeutet worden. Sonst Hieß erLMIXll, und war von Florentz gebürtig.

Sein herrlicher Verstand muste freylich zu einer an-sehnlichen Gelehrsamkeit gelangen, nachdem er bey denJesuiten unter den geschicktesten Lehrmeistern, sonderlichaber «»«ärio -rvir^ri-i^n und r«Lnci5co konäro ange-führet wurde, worzu ihm sein Vetter, der Päbsüiche ?co-ronorsrius 8Liei;L«i>rv5, welcher ihn zum Erben seines wich-tigen Vermögens eingesetzet harre, allen Vorschub that.Er ward sonderlich in stkiloloplirci; und in lure sehr fer-tig, und gab daneben einen so guten Poeten ab, daß manihn zum Mirgliede in der ^ca3emia Lylscorum bestelle-

lam «.0--N3« vo'ninicse, wodurch am grünen Donnersta-ge jährlich alle Ketzer und Widerwärtige der RömischenKirchen verfluchet und verbannet werden, erneuerte undpromulgircte.

Sein prachtlicbendeö Gemüthe gab er durch Auffüh-rung öffentlicher und kostbarer Gebäude zu erkennen.Sonst war er dem dlepocilmo ergcken, und machte Zeitwahrenden seinen Regiments 60. Cardinäle, durch wel-che Nromocione» er seiner Geld-Begierde ein gutes Ver-gnügen leisten konte. b)

Man hat Brieft und das Radiale Romsnum, welcheauf seinen Befehl heraus gekommen.

6RL6OKIV8 XV.

Pabst Anno 162t. den 9. Fcbruarn bis 162;. den iZ. Iul.alt 69. Jahr.

Bey dem Eintritt der Cardinäle in das donclauedachte Niemand an diesen CardinalDVl)OVl8lVX1 von Bononien, de ß er Pabst werden sol-

te. Der griechischen Sprache wak er so mächtig, daß

man ihn deswegen eZpem arcicam vennete»

Unter 5cxro V. ward er Ref-renäarius stgnarurae iu-sticiae und ^dbrsuiacor malnn» praekclenkiae, Mtter Las-

te, sondern der Cardinal besaß diese Würde,

nach des Cardinals Lnasuess facstion, welche die starcke-

ste war, schon gantz gewiß in feinen Gedancken. Doch ^ ^

er fand wider Vermuthen bey den andern täistionen so-iOo^'o AlV. Rsferenstacim stgnaturae präcise und 6ou-vicl Widerspruch, daß er UVOOVI8IO, den man doch zu kanc>, und Unter crer-renre V M. ?rc>cc>vo-

nur gleichsam aus Noth vorgeschlagen hatte, den Platz (d-amerae.Endlich streg er Anna

lassen muste. c) ^1604. zum Ertz-Vrskhume zu Bethlehem nN^espoliund

Weil er bereits 67. Jahr alt war, so mclirurete ermehr zur Ruhe, als zu wichtigen Verrichtungen; Da-her er das RcgimentS-Ruder mehrentheilö seinem Car-dinal-Nepoten überließ, cl) Sonst kan man ihn ebenkeiner besondern Bosh.it beschuldigen, ausser, daß er die-jenigen Maximen, so mir -er verkehrten Pabst-Monar

1605. zum Cardkual-kicrkycersc mit dem Titul8. ?ecriIN NIES alirco hinauf, wobey er das Ertz-Biöthum8poIcrn, das ?rc>ccKc>rac von Schottland und die I-ega-rion von Bononien crlangete. l>)

Die Inci-ißtien seines Loncisuis kan man ausführlichbey andern i) lesen. Soviel mag man nur davon be-

chie ummtgcktglich verbunden sind, beobachtetes Er der- daß Anfangs wenig oder gar nicht anfolgetc also die so genannten Ketzer nach allem Vermö- E"^ VXI gedacht worden, indem ihn sonderlich die

gen. Was demnach zu seiner Zeit in Böhmen, Deutsch-land und Franckrcich gegen dieselben vorgegangen, istnicht ohne ftinblrttdürsiigeSBeyrathen geschehen, wovonunten mehr Nachricht zu erwarten. Absonderlich hetz-te er den ohne diß zur Gewaltthätigkeit geneigten Königin Franckrcich rvvovicvn Xlll.gegendieHugonotten,-)und schickte zu dem Ende den Carmeliter-Varfüsser 1-0ä ix,v nach Franckrcich, dessen Heiligkeitund Gebethe man unter andern den Sieg bey Präge zu-schreiben wollen; wiewohl feine hohe Verdienste m hrcn-rheils auf blutige oder auch zuweilen lächerliche Rath-schläge ankommen; Massen er unter andern vor -vlEnu-bsn den Lonnersbls versicherte, daß es nicht mehr

Spaniscke Parthey, weil sie ihn vor gur Frantzösisch hiel-te, nicht leiden wolte. Endlich aber brachten ihn die Be-mühungen des Cardinals sorknrsL auf den Stuhl.

Dasjenige, was die Papisten an ihm loben, ist zuvor-derst sein andächtiger, oder vielmehr abergläubischer Ei-fer, nach welchem er das viertzigstündige Gebeth wöchent-lich dreymahl in z. Kirchen zu Rcm zu halten befahl,gleich als solke so langes Geplapper kräffiger seyn, alsandere kurtze und hertzliche Seuffzer.

Ferner stiffete er d^n Ritkcr-Ordcn cle eoncepcione-,welcher aus 70. Personen bestehen sclte, darunter die er-sten ez«oi.v; und Vl.tvl5i.ievs, König mPolm

(kk) z wa-

, . b) IbicI. p. 295. x> i, k.6LkcV8 k. c. p. Z 59 - ki) dVL.

b) I. c. Des Bilder r Saals sicbendeiiivc ^0Oixic;v8 in vikä Vick^«l vm.-lVOVL'r. TL^8^6V8

Theils I. Capitel von Kirchen - Gescl ichten. c) lXL6k-KV5 i,. ---rmine P-n-A^cn vittukum Sc gäioi-.nm Vkc«.^«I VUl.

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