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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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XVII. 8 ecu 1 um. I. Ssp. Von den Römisch-Catholischeu Lehrern.

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lichc Dinge, die sich nach seinem Tode sotten zu-getragen haben, p) .

Noch als Cardinal schleppte er sich mit seines Vru-ders Wittwe der Donna oi-v^kiL i»i^l.vLc»irsL, welcheihn sogar in das Lonclaue begleitete / und folgendö beyihrem alten ^manren auf dem Vacicano wohnete, auchnachmahls das Päbstliche Regiment gantz allein undnach ihrem eigenen Kopsse führete, indem sie den altenVater durch ihreSchmeicheleyen völlig in Handen Hatte.Der Käyser kekvin^novs III. gab hierüber dcmPäbst-lichen bl^nrio kiriri, welch r MI Nahmen des PabsieSgegen den Westphalischen Fricdens-Schluß proreliwete

Bedienten nicht irren könne. Ja, er gab vor, e6 tadeltderjenige die göttliche Vorsehung, welcher an seinen Xli-etwas auszusetzen hätte.

Bey seinem Tode bcmerckten.einige feinen fast zehen-tägigen Todes-Kampff und den mcrcklichen Verlust sei-ner Vernunstk als ein sonderbares Gerichte GOttee. k)Es war dieses zu Rom, wo die Aergernisse des Pabstesam meisten offenbar waren, ein fast durchgehendes Ur-theil, und jedermann war voller Freuden, als er hörete,daß lbMOdLi>!HV8 X. das Zeitliche mit dem Ewigenverwechselt hätte: Ja, im gantzeu Pabstlhum danckteman GOtt, daß nun die Ursachen, welche den Protestan-

einen gar artigen Stich : dem pabste, sagte er, fehlet ten so viele und billige Gelegenheit zum Vorwurff gegees nicht an Wollüsten und guten Tagen, da i!>m den, durch solchen Todes-Fall waren aufgehoben wor-die den Ropsf streichet, daß er wohl

schlaffen kan, ich aber habe bisher unter der Lastdes Rrieges fast unterliegen müssen , und michvon ididlOLLbl HO keines Beystandes getrostenkönnet'», g)

Die Barb -rinifche Familie muffe gleich nach der Er-Hebung dieses Undanckbaren, sonderlich seiner Xlaüressezv Liebe, ans Rom weichen, welche aber theils in Franck-rcich, theils bey Venedig Schutz fand. Es legten zwardie KNN die angeforderten Rechnungen ab: alleinder Pabst verwarff sie, und tegueltrirete ihre GüterIndem sich auch der Pabst nicht weisen lassen wolte, sofielen ihm dieTrantzosen inö Land, und machten verschie-dene pe gellen , wornach der Pabst doch anfangs nichtviel fragen wolte, auch die Frantzösischen Minister An-no 1651. gar verächtlich tractirete. Endlich da sich derFranzösische Hoff zur Rache rüstete, verband sich INNO<"chd>DlV8 mit Spanien, und nahm die l^lberinoi,ausser dem Cardinal »kT-onio säE-uni, so beständigan Franckreich hielt, wieder zu Gnaden auf, wodurchdie Frantzösischen Allein; zurück getri den wurden. r)

Sonst hatte dieser Pabst auch mit dem Herizoge vonkai-MÄ wegen Oallro Händel, wobey der letztere zu kurtzkam, und c^ki-o cindüssete. r) Die Tyranney II8II8IO.

Ol-xyil gegen und seine Anhänger, inglci

chen s inen boßhaffte» Unwillen über dem Wcstphälischen Friedens-Schluß wird man noch unten an andernOrten lesen.

Er war ein gar schlechter IbeoK-gur, wie er denn ge-g n den Jansenistischen Gesandten l.voovicvi6 o.8;.Lrio«x selbst gestund, d.rß es nicht seine protellion wäre,und, daß er die Theologie nicht studiret habe;welel-es in der Wahrh- it eine verwundcrswürdige undhöchst-paradoxe Sache ist, daß dersinige, bey welchen!,nach seiner Meynung, alle andere l Keolupi steh Rathserholen sollen, selbst seine Ignorant? in diesem Stücke ge-stehet: wiewohl diß im Päbstchume nichts neues ist, daßdie gröffesten Prälaten nicht Ilwoloßi, sondern blosse Legi-stai sind.

Indessen glaubte doch lMOOLH!IIV8,er wäre gantz«itd aar ins.ü>b>!>?, so, daß er nicht nur in andern sei-nen Verrichtungen, sondern auch in Erwählung seiner

k>) läkOLKV.VI I.c. 1°. 2. p. 8;. H Vf8I8IU.>MÜIV;l.c. s) I. ä. HIV.^^VS Vom. 2. Ui!l. üb 28-

nodf«v 8 b, per Schau-Bühne. 80§au8V8 in uik.

kvmif.

den; wie denn merckwürdig, daß ein gewisser DeutscherBischofs geschrieben : Er stehe ii'» Furchten, woferndes Regiinems der vüVlvi?l^L nicht ein Endewürde, stin Bißthurn und alle seir-.e untergebeneBckrchen-Gemeinden zu verlieren, u)

Von seinem Leben hak XI. IO. OLOXO.RoßreuscherAnno 1674. eine öffentliche Dichurstion zu Wittenberggehalten. Sonst ist es auch von den« geheimen Rathdes Hertzogs zu Schleßwig bLVlblO dULOD^OMolrcken beschrieben, und dem co^cr^viDl<I VII. Anno 1656. zu Schleßwig vorgedrucket wor-den. Jngleichen findet man Nachrichten davon in desI>AVXb.! 4 HI K^XIOKII 8.0ms rriumplisnkc.

Die Schriffteu, so er in seinem Nahmen ausgehenlassen, sind

1. LuIIs »öuerlus OrnelH lrnlenü rrsÄscum äe xrmir.

2, LlwKilurio Hua-'Iecl-i'anrurSc «leLniunrur quinijue propoü-rinne» in msleris bäei.

Z. Le immscuIxtL Oonceptione 8. Vießinir.

Oeclsrskio nullioltis srriculvrum pscir 6erm»nic»e.

^ÜLX^DLX VIl.

Pabst Anno 1655. den 8-April bis 1667. den 22. May,alt 68. Jahr.

In dem Oonclsui nach dein Tode mnocen'rn X. be-fanden sich sonderlich 2. ksölionen , deren eine sich diefliegende 8ejusdiDn nennete, und vor die tsölion des H.Geistes angesehen seyn wolte, in der That aber sich nachden Eingebungen der richtete; die andere stund

dieser entgegen, und begriff sonderlich die Spanier undFrantzosen. Nach vielen Imnßuen traff die Wahl denCardinal rznivm omsi, welcher von Siena bärtig, unddes vorigen Pabstes 8ccrcrariu5 gewesen, auch in vielenwichtigen Verrichtungen gebraucht worden war. x)

Da er sich noch als Päbstlicher blumius in Deutsch-land aufgehalten , soll er den Protestanten gar geneigtgewesen styn; y) wicwohl sich dieses damit nicht reimenwill, daß er bey den Münsterischen Friedens-Trackatendie wegen Veräusserung unterschiedener geistlichen Gü-ter an die Protestanten, wie auch wegen bewilligter Ge-wisseuS-Freyheit aufgefetzten Puncte zerriß, und ferner

mit

k) 8^?VI8?L io Ulü. Venek. k. 2. üb. 6. ex «0

I c. Vnm. 2 . p. 8Z-lec,q. u) /88^8 6V^I VV8 inUiK. circs Ln. x) conclsne VII.

Ls>. 1^L6. KVicl I. c. p 72. tec,c,. v) V8I8^I/IU!eV8 in tt.jL.lec. r7-x.zZ7. ex IO. 8^ri. SLKKX öe L^LÜIO.