xvn. Secvlum I. csp. Von den Irrthümern.
IV.
Was hat man von den Fehlern und Irr-thümern in der Lehre zu mercken?
Man beobachtet
I. Die Fehler und Irrthümer bey den Evan-gelisch - Lutherischen. , ,
II. Die Fehler und Inrhuiner bey den Ro-mifch-Tarholischen. ^
III. Die Fehler und Irrthümer bey den Refor-mirren.
V.
Was vor Fehler und Irrthümer zeigen sichbey den Evangelisih-Lutherischen?
Daß die Scholastische Lehr-Arr in diesem Seculobis gegen das Ende desselben, da sie zu fallen angefan-gen, noch starck gcherrschet, wird man schon oben auSdenLebenö-Beschreibungender Lehrer angemercket haben,und ist auch aus den Schafften derselben zur Gnügeam Tage, also, daß nicht nöthig, darüber weitere Zeug-nisse anzuführen.
Bey der Lehre selbst drangen die wenigsten Predigerauf das innere Wesen, sondern redeten nur äusserlichvom Christenthume nach Art der Pharisäer. 5)
Wie sehr auch das Dispuriren und Zancken über-hand genommen , bezeuget die gantze Historie, Dasmachte, man hicng nach dem gewöhnlichen Muthwillendes menschlichen Gemüths feinen eigenen Gedancken nach,und hatteLust pro und contra zu äilpimrcn. ß) Dahertrug jener Holozns kein Bedcncken, diejenigen als ver-fluchte Leute zu beschreiben, welche mir Hindanst-tzung der Gottseligkeit das vornehmste von derTheologie im llilpunren setzten, und also die ZungeGd)tt, das Hertz aber dem Teufel widmeten, b/und i.iki'»LkV5 ermähnet die 8!uä^nchr TbkoloLiae, daßsie binfubro mehr in Forschung der Schriffr, alsur Anfruhrung des Unstachs deräcbolatticorum gc-sct)äfftig seyn möct)reir. i)
Denn, schreibt er ferner, K) es ist eine Verwegen-heir, eine,» Haussen Fragen, die in der Schrifftkeinen Grund haben, ausbringen, als wenn manmehr Lehre gnug in der Bibel harre. Es ist eineklorolirät und Rranckheir, die Rostn in der Bibelverlassen, und ickolaüische Domen zum cijHulirensrmmlen.
VI.
Was vor Irrthümer sind bey denRömisch-Cathollschen anzutreffen.
Hier darf man nur alles, was in vorigen Scculi; da-von gemeldet worden, wiederholen.
Damit man aber nicht meyne, als wäre das verdor-bene Pabstkhum in Hervorbringnng neuer Irrthümerum diese Zeiten gantz unfruchtbar gewesen, so werde ichhieselbst kürtzlich von der unverschämten Xloral Theolo-gie, oder dem so genannten i'rokiskilitmo, welcher meh-
f) in der Sonn-und Fest-Tags Posiille. ttonc.
Dom.6. pcig "riin. -ein. x) in tjuseiZ. v-XLkir
gu. 2. p. 2Z seq«,. k) tXNV8 -p. V-UtLXlVLI j»
i>?ol. Lruäi,lls k. 2. p. 249. i) 1. c. >c) 16 . x. 49.
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rentheils von den Jesuiten aufgebracht worden, etwasgedencken.
Sie dichten sich also eine Kloral, da man nicht ebenallemahl bey seinen aAionibu; auf conicienkiam cerrarnzu sehen habe, sondern es sey gnug, wenn nian nur eini-ge, auch gar geringe probabilnät, als etwa ein Exempeloder einen Spruch eines angesehenen Mannes, oder sonsteine wahrscheinliche Ursache von sich anführen könne.
Viel Päbste haben diese Lehren so hingehen lassen, ent-weder, weil sie von der Sache nicht recht mtormirct ge-wesen, welches doch nicht wohl zu glauben, und aucheine grosse Nachläßigkeit wäre, daß sie keine gehörigeUntersuchung angestellet hätten, oder weil sie den Iesni-ten , welche zum Vortheile des Römischen «Stuhls sokapffer gegen die Ianscnisten fochten, nicht wehe thunwolten. l) mnocrnanv; XI. aber verdammet«: 67. der-gleichen Propostkione;, wiewohl dadurch der probat>'5.mur an sich nicht gäntzlich ausgetilget worden. Zur«Erläuterung mögen aus gedachten rropolicionibu; fol-gende dienen:
Ein Dienstbsthe thue nicht unrecht, wenn erseinen Herrn heimlich bestiehlet, so er bey sichwahrscheinlich pertuaclirer ist, daß er mehr Arbeitthut, als sein Lohn auskraget.
LLs ist wahrscheiulüh, daß derjenige keine Tod-Sünde begehe, welcher einem andern fälschlichein Laster oder eine Ubelrhar aufbürdet, damiter nur seine eigene Gerechtigkeit und Ehre dabeyvertheidigen könne.
Durch zeitliche Dinge die geistlichen, als etwaAemter, Pfründen, :c. zu erhandeln, ist keine Si-monie, wenn man nur die zeitlichen Dinge nichtals einen Werth der geistlichen, sondern als eineBewegungs - Ursache, oder freywillige Vergel-tung davor anstehet.
wer mit Bewilligung eines Mannes desselbenFrau mißbrauchet, begehet keinen Ehebruch.
Ein Rncchr,der sturem Herrn behülflrch ist zurHurerey, rhur keine Tod-Sunde, weil er steh sonstfürchten muß , daß er selbst in Schaden komme,und von seinem Herrn entweder übel gehalten,oder gar verstoßen werde,j Man mag alle Gelegenheit zu sündigen suchen,wenn dadurch ein geistlicher oder zeitlicher stu-tzen vor uns oder unsern LIächsten zu erhalten, rr.)
Aus diesen wenigen kropotilionibuz wird nian sichleicht einen Begriff von den übrigen, und von dieser gan-tzcn herrlichen Moral machen können, dadurch die Ge-wissen der Gottlosen erweitert, und allen Lastern Thürenund Thore aufgesperret werden.
Vll.
Was vor Irrthümer sind bey den Refov-mirten anzutreffen?
Noch alle diejenigen, deren im vorhergehenden 8eculc»Meldung geschehen, also, daß sie selbige, ob sie ihnengleich klar und deutlich gnug entdecket und widerlegetworden, doch auf das äußerste verfechten, und diejenigen_unter
l) conf. ve-LIMäöMVS tt. L. ?. 2- k». 942. leg. m) I-4L-SLKV8 tt, L. s«c. 17. r. 2. x. zs/.