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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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S74

Kirchen, Historie Neues Testamentes

oitm» handelt, und dessen andere beschuldiget, zu haltensey, re. >K. 162z- 8-

5. 'rkeosopki, ex Hrrullirmo Sc c>prirno. Vicreb. 1619.4.

6. Von der Frage, was die H. Schriffk würcke, aus D. Lu-thers Büchern zusammen getragen. Leipz. 1627. 4.

V.

Mas ist von den kraetorianischen Zwisiig-keiten zu mercken?

' Sie führen den Nahmen von 8iL?lläb!0IDKIO, einem Prediger zu Saltzwedel oder Soltwe-del in der alten Marck, welcher um das Ende des 16.8eculi berühmt gewesen. Seine Gottseligkeit, und seineliebreiche Evangelische Art zu lehren, machten ihn sehrbeliebt, also, daß sich auch sterbende vor seine geseg-nete Arbeit bedanckm liessen, i)

Seine zur Erbauung abzielende Schrissren, davonschon 1570. einige, die sännntlichen aber zu unterschie-denen mahlen, und letztens 1692. zu Leipzig heraus gekom-men, haben bey vielen einen grossen Beyfall gefunden;wie denn auch grosse 7 'bcobßi, als V. sv, veui.LNV5, v. ic».6i-!rn^vv5, äkumv» Scc. ja gantzeTheologi-sche Faculcäten, als die zu Leipzig, Jena und Helmstädtin ihren rethonli» Anno 1669. und 1672. an den keöiorem zu Nordhausen, bi. Lriedricl) nn.oL8ie^^ov»ck,gantz wohl davon geurtheilet, ohngeachtet sie erinnert,daß einige RedenS-Artcn darinnen könten übel ausgele-get werden, k)

Es funden sich aber einige, die mit diesen Schafftengar nicht vergnügt seyn wölken, wie schon oben von s-r»7,0 bemerckct worden, daß er wegen der herausgegebenenSchatz-Kammer I'IlAL IOKII verfolget worden. Hicr-nachst war ein viicorm; zu Nordhausen, NahmensGeorge Courad Dieleftld, welcher nicht nur auf derCantzcl obgedachtes Büchlein vor ketzerisch und phanta-stisch ausgeruffen, sondern auch mit obbenennten Aeölare »il.nL8kL^oci, darüber hesslig gezancket. l)

Ausser diesen ließ der General-Superintendent inPommern «XV6«, Anno 168;. zu

Wittenberg eine Warnung gegen die Irrthümer kk/ck-l'OR.ll und sr-cril drucken, worinncn er sie lanstischeSchwärmer nennet, und sie mir dem Teufel vergleichet,weil sie das Wort GOtteS eben wie dieser verkehret, undviel tausend Menschen verführet Hätten. Ja Evivrhabe darüber bey rechtschaffenen Leuten fast allen Oeclirverlohren, daß er vor kkALIOKIl Bücher eme Vorre-de gemacht habe.

Endlich haben auch die Wittenberger in einem rechon-to pkäHOKII Schrifften vor schwärmerisch ausgege-ben, und v. Gottfried Ol.e^llIV8 zu Halle, suchtedurch eine tüenlbr ?raccoru Hielliurum fslurir orebo-üoxum zu widerlegen.

Gegen Dielefelden schrieb »enxicv; Ammersbacyeine Apologie vorund gleich-

wie auch ein anderer ungenannter ^uÄor gegen «zuso-rex»i eine Rettung der Wahrheit heraus gegeben.

i) n. L. k. 2. p. 1189. k) Viö. Gort-

friev Arnold in der Kirchen-und Ketzer-Historie k. 2. Üb. 17.c. 6. F> l. 2. z. ir. 8 PLI 4 LKV 8 ja Loaül. l.ar. k. z.p. 86. s«r^.Sk in conlil. 6ermsn. 4. p. 108- 6-88' V Lonk. 5 kLd!L-LV8 in Loaül. 6erm. r. z. p-555. leg<z.

Die BedeneLcn 8?^b!LKl, m) so er über diese Strei-tigkeiten gesiellet, verdienen sonderlich gelesen zu werden.

VI.

Was vor Zwistigkeiten haben sich wegenJohann Arndtenö erhoben?

Die Lebcns-Beschreibung dieses gottseligen Ureologiist oben zu finden. Die Streitigkeiten entstunden son-derlich über seinen Büchern voin wahren CHristentHu-me; wobey denn der Satan, welcher das Wachsthumder wahren Gottseeligkeit daraus erkannte, allerdings sei-ne boöhaffte Klauen blicken lassen.

Denn kaum waren gedachte Bücher heraus gekommen,so regte sich der Satan in allerhand Lästerungen verblen-deter Leute, welche gern zum ärgsten Ketzer

gemacht hätten. Absonderlich begunten etliche Predigerzu Braunschwcig, deren Leben mit Arndtens Lehre nichtübcrein kam, sowohl im Beicht-Stuhl als auf den Can-tzeln vor Arichten zu warnen, wormnen ihnen denn an-dere unartige Gemüther leicht folgeten. n)

Es verbreitete steh der Widerspruch im folgenden, undzumahl nach seinem Tode, immer weiter. Sonderlichbeschuldigte ihn der l). c-nvid-v? zu Dantzig auf öffent-licher Cantzel gräulicher Kctzcreyen, und bediente steh deruntheologischen Ausdrückungen: Der Teufel würdedem Arnd den Lohn geben: er begehre nicht da-hin zu kommen, da Arnd im Sterben hingefah-ren rc. Dergleichen geschach auch von andern Dantzi-gec Predigern, welche Arndren einen Roscn-Creutzcr,Wcigelianer, Enthusiasten, Schwcnckfelder, Osiandri-sten, Papisten, und, ich weiß nicht was mehr, schölten:ja, kck. walrher daselbst, wolte auch ein Buch widerihn heraus geben, wenn cS ihm der Rath nicht verbo-then Hätte. 0)

Unter den vornehmsten Widersachern des unschuldigenMannes war der Cantzler und kraepoluu« zu Tübin-gen, O. uvc-c, osi^m-es, welcher ihn in seinem Anno1624. herausgegebenen theologischen Bedencken über dieBücher vom wahren Christenthums ebenfalls mit denobangezeigtcn Titeln belegete, und schändlich zu verketzernsuchte: aber noch vor fernem Tode gantz löblicher Wei-se sein Unrecht erkannte und widerruffte. p)

Der Hof. Prediger des HertzogS von MecklenburgGeorge Rost/ wolte in seiner ^mica Sc 6-äkems sci-monirionc üiper canrrouernig excirsrir, auch an Arnd-ren zum Ritter werden, ward aber, gleichwie der vor-hergehende, von «kninco VLKLUIO ill breui conliärrscio-ne gar gründlich beantwortet.

Balthastrr Meiiczer zu Giessen, war mit den Wit-tenbergcrn und zu Jena ebenfalls nicht zu-

frieden, daß sie die Bücher des wahren Christenthumsgpprcibiret hatten, weil sie, wie er schreibet, auch vonden Schwenckfeldern gelobet würden.

Mehrere, die Arndreu nicht Haben leiden können, sind_Daniel

m) li-i<j> p. 291. ieqq. Onül. l.Lk. ?. z. p. 654. kyq. -üyrsef^rio eöirionir Kixenü« Veri Lkrikiinilmi IO.f>. 40. te^q. ir. Vicr trieliu-o p. 540. keqij. 0)kivs in der abgenöthigten Antwort wider cokVMVia p.A. z. t,. D- 4- p) memorrb. c. 26. p. 594. lt.

iaaoceaü» vf'urcewd, 5 PLHLKV 8 in biü. kirüü. P. 17 «