XVII. üeculum. I. Von den Zwisiigkciten.
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Daniel Cramer, Conrad i-lsvnrivz «Lxao, SamuelSchellwig, ingleichen die Lübeckifchen, Hamburgischenund Llineburgischen Prediger, welche r6zz. zu Mölkeneinen Convent hielten, zu dem Ende, daß sie ArndtensBücher abschaffen wollen, wobey sie aber von O 5 c»r-»enrricr dadurch abgewiesen worden, daß sie sollen erstein bester Christenthum schreiben, als Arndt, so würdedieses von sich sechsten fallen, q)
Die Ursachen, welche Amdrens Bücher so vielen,auch theils mociersren Iticolochs verdächtig machten,waren, daß er über die Gewohnheit seiner Zeiten dieIvlysticoz imiriretc, und ihre Redens-Arten vielfältigbehielt, ja, auch aus «^,6ki.n Büchlein vom Gebethgantze Capitel ausgeschrieben, und endlich schien denAr-rickel von der Rechtfertigung nicht gehörig zu beobachten.Seine Unschuld aber ist in allen diesen Stücken theilsvon ihm selbst, theils von andern zur Gnügegerettet wor-den. e)
Es Hat aber äkd?l)IV8 nicht wenige und gar ansehn-liche Vertheidiger gefunden. Gegen Gsiandern undRosten schrieben «ru»icv; und der Hollstei-
nische Minister ?»vi,v, der erstere in der schon
oben angezeigten Schrifft, der andere in der Ehren-ReminI Joh. Arndrs, so zu Lüneburg heraus gekom-men. lott^^i7Ls gab vor demselben Anno
1625. zu Nürnberg eine Schrifft heraus: wofür
welches denn die Gelegenheit war, zu den darauf erfol»genden öffentlichen Streitigkeiten, r)
So lange zwar Hafenrcsser noch lebetc, hielt er aufTübingischer Seiten den völligen Auöbruch des Feucrönach Möglichkeit zurücke: als aber folgender Zeit rv-VSILUVL« und 7nrovo«v! ru vxr^lV! nach Tübingenkamen, gieng der Lermen recht an, in welchen auch^ri..cuioie endlich gezogen worden. Zu Giessen
war, wie obgedacht, Mcnrzev das Haupt der Parthey,bey welcher sein Schwieger-Sohn rLvr»sokl,ivr und an-dere stunden. u)
Der Haupt-Streit ereignete sich über dem Standeder Erniedrigung Christi. Die zu Tübingen meyne-ten: Christus habe sich im,Stande seiner Ernie-drigung keinesweges des völligen Gebrauches derGöttlichen Eigenschaffren begeben, sov.dern die-selben eben so wie im Stande der Erhöhung ge-habt und behalten, nur daß er sie verborgen undverdecket harre. Die Gicssenscr hingegen cknwiretcn:Es habe der flatur exirinnikioni;, oder der Standder Erniedrigung Christi nicht in eurer blossenoc<-ulr3kion oder Derbergung, sondern in einerwürcklichen aliflicskion, oder Eurauserung, bestan-den, also, daß er sich des völligen Gebrauchs (viurplcnsrii) begehen, ob er gleich die koflcllion oderdie S.rche selbst behalten, und zuweilen durch ein
man die Bücher Johann ^kdMH zuhalten? v.si,nd ander Werck seine Göttliche Majestät vonro. i^lcttLxr Dilherr, stellete die wiederholuirg derssich blicken lassen. Lorif. hhfljpp. Il, 7.
wohlgegrunderen Lehre Iobann Arndrs vornwahren Christenthum aus Licht. l). vok 5 c«r.irae spoloLericas in ^rnclium sind bekannt, welche O.Spener den neuen Auflagen von Arndtens Bücherneinverleibet hak. !). Dannhauer war zwar anfangsArndten zuwider, änderte sich aber folgendö, als er des-sen und Schrifften envas genauer augesehcn.
Hulsemam: recommcncflrete ihn in der Methode desTbeologi chen 8 iucli gar nachdrücklich, wolssgangr«E,'. 5^ tagte: Die wider Arndren cvgangenc Ur-theile harten ihren Ursprung vorn Teufel. >iän-6 -mirrz bekennete: Er wäre aus AmdrensSehnst ren erst ein Christ worden, l). Gerhardehrete ihn als einen Vater. Anderer, als
Bey diesem Haupt-Satze des Streits kamen, wie ge-wöhnlich, verschiedene Ncben-Fragen vor, sonderlich aberdiese viere:
1. än fnn^Lmenrum sörequrrum Sc formale «mniprresenri,«Lkriüi kominis ^useren^um Lr in sols vuione l>/poüal>c»,,n vcro in 6>uinL volunt^re Lr collncrnlium?
2 . Vlrum bominii Lbriiii renlis »ligus suerir in kisru exinini-kionis iväiNrns prsetenri» 5cu prapin<;ui»s subtts»ii»Ii 8 >
z. Vrrum Lvrilto konnni in exinsnirioni! üsku iiiuins «zuo-,puä creLku»; nperalio xniucrf-üs rribusrnr?
4 . Vrrum cxinsnirio IVI»jeN,riz in vnione -cceprse ^epolirin-nr, abSicsril'ne L omniino^s non vsurprrivne, sn vero perfurm-m s-rui Lltumram ssÄ- occulr^rionc, k. e. per recrr-üionrm vsu; mrieüskir in oKcin srccrlini-Ii, per exerkionemvero in nKc:o retzi» (Iskenker ticer) öclcribcnä» sir k
VIl.
»VI»NII, 10. znn«. tzvkdizrLon, BalthasirriMeißners, l). io. zu Tübingenrc.I Auf alle diese Fragen antworteten die Tübinger mit
zu geschweige«, r) !ja, da hingegen die zu Giessen das Gegentheil behaup-
teten.
Der Streit erhitzte sich nicht wenig, also, daß beyder-seits TK-ologi einander verketzerten, und bald mit denNahmen der Ivlarciomken, bald Nestorianer, bald Cal»vinisten rc. belegeten. Sonderlich bedieneken sich
Was vor Iwisiigkeiten sind zwischen denIKeoloZis zu Tübingen und Giessenvorgegangen?
Um das Jahr r6i6. erhob sich zu Giessen zwischetstv-.k und -ruvr^rv; einer gar giffkigen und bitternBalthasar Menkzcru und seinen Collegen IO. ^Idl-^Schreib-Ark, worüber viele Klagen der gegenseitigenMl-hhgHhldlO, und IV 810 6L8LXIO, ein Disputat^ Theologen anzutreffen, x) Der Schrifften waren auchüber die Allgegenwart Christi nach seiner merrsth-- keine
lieben HFacrir, wie sie eigentlich zu beschreiben sey. —. .
VNemzer schrieb darüber an den Cantzler Hafenrestsir,und folglich auch an die Theologische Aacultät zu Tü-bmgen, erhielt aber keine Antwort, wie er verlängere,
q) Gottfried Arnold I. c. k> 2. p. 4x7. siq. r) Vi<Z>l. c. p-H7Ü.sec>g> Viä,^olotztt.^rnä.
r) IN n. L. sec. 17. k. 7 . psß. Z2Y. se<jg.
») ibiä-m, irem 1'ubinxrns. in prsef. ir.
in kiibvr. äricripk, cerrsmini« Vubinßenlllnt. cie. c> psß. H78. sec^^. x) Lonf,Gottfried Arnolds Kirchen:und Ketzer»Historie k. 2.p>8- 466.