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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Z8r

Kirchen - Historie Neues Testamentes

Dominicaner noch kurtz vorhergehe die Bube des Still-schweigens pukUciret worden, etwas in der Sache herausgegeben, welches die Jesuiten keineöweges leiden, und denDominicanern solchergestalt das letzte Wort lassen wöl-ken : daher sie des Verbothes ohngeachtet ihre Federn ge-gen die Dominicaner brauchten, wie sonderlich in Spa-nien von kk^dlL!8LO 8V^KKL, und in den Nieder-Landen von KKOKlk^kOO KK88lO geschehen. 5)

Endlich kamen die Jesuiten gar aus den Fund, daßsie alles leugneten, was die Päbste cremeu, VIII.und kzvuv! V. gegen sie gehandelt hatten, welchesdesto leichter geschehen könte, weil sich nach dem Ver-both der Päbste niemand unterstehen dursste, die Actendavon anS Licht zu bringen, ja, lnnocp.nriv, V.befahl ausdrücklich, daß man besagten Acten keinenGlauben beymessen, noch sie vor die Iansenisten alle-xircn solle, dabey einem jeden Theile die Freyheit zu lla-euwen, was sie wollen, überlassende; wie denn die fol-genden Päbste keine Lust gehabt, sich ferner in diese kütz-sichc Ätkue zu mcliren. j

Sonst kan man leicht erachten, daß die Nachrichtenvon dieser ControverS anders bey den Dominicanern,und andere bey den Jesuiten anzutreffen; daher manguten Verstand brauchet, die Wahrheit dabey auszufin-den. Von Seiten der Dominicaner Hat man die Lom-menkario, deö ?KI()K1^K OK KKKI08, deS(ll8Li OK kkc>d^, Und k>es5ccrerarii c0k08kklX,welche alle damahls, als die Sache vorgegangen zu Romzugegen gewesen, und grossen Antheil daran gehabt ha-ben. Nach der Zeit bekam auch KVOOVILV8 OK 8.HKI08.K Gelegenheit die Acten zu Rom zu durchsehen,und ertheilete davon in seinem DOno unterschiedeneNachrichten. Die meiste Mühe hat der DominicanerbHKQVdl'I>1V8 8KMlV8, welcher anfänglich unterdem Nahmen HVOV8HNI OK verborgen ge-

legen, angewandt, da er Anno 1699. seine ttiltnnsmcon^re^anonnrn 6e suxilii, gratiae anS Licht gcstellet,welcher der Jesuit zu Löwen KIVI8 V8 OK KI^IKK, so sichanfänglich des Nahmens -r»e<>oo»r bediene-

te, ein grosses Merck, welches gleichen Titul führet, ent-gegen setzte.

Wenn man die ControverS zu beyde« Theilen rechtanstehet, so findet sich, daß beyde Theile in gewissen Stü-cken recht und auch unrecht haben, welches aber hiesigesOrtes nicht zu untersuchen. So viel kan man mer-kten, daß die Jesuiten auf den kelsgi-nilmum, die Do-minicaner aber auf den Llslumilmum verfallen. Bey-de Orden machen daneben einander nicht wenig herun-ter, und geben einander solche Ehren-Titel, welche ebennicht zum besten lauten, doch öffters die Wahrheit mitaller Aufrichtigkeit ausdrücken. Bey der Aufführung-er Päbste in dieser -ck-ire wird man gewahr, daß we-der die vorgegebene intslllbilität derselben, noch deren Er-leuchtung durch den H. Geist, noch ihre angemasseke ho-he Autorität einige Bestätigung dabey gefunden, indemvielmehr die Päpstliche Schwachheiten in diesen Stückengar häuffig anzumercken. g)__

XtV.

Waö ist von den Janftnistischen Zwistigkei-ten zu beinercken?

Daß die Vorbereitung dazu vou Michael L^IO imXVl. 8cculo gemacht worden, ist iin vorhergehenden pag.164. leg. gemeldet worden r Der Haupt-Strcit aber,welcher mit dem vorhergehenden verwandt ist, von LOK-dlLKIO IH^8Ktv'IO herzuführen. Dieser war von äc-cvv, einem Holländischen Dorffe bey Leerdam,vonPäb-stischen Eltern gebürtig, und eines Schmiedtö Sohn.Er hatte von Jugend auf einen rreftichen Kopf, und stu«direte anfangs zu Utrecht, und folgendes zu Löwen beyden Jesuiten. Nach der Zeit, da er bey seinem allzu«fleißigen Studiren, welches er unter feinem LandemanneläLOLO Iädl8kdtIO sorksetzere, fast schwindsüchtig wer-den wolte,gicng er die Lufft zu verändern, nach Franck-reich,allwo er »2. gantzer Jahr geblieben, und endlich zuksinnne von dem Bischostr zum knncipal im Loliegic»gemacht wurde. Die Erhebung des Bischoffö von 8a-ivnnc aber zum Ertz-Bißchume von gab ihm Ge-legenheit wieder nach Löwen zu kehren, allwo er in demLoilegi» 8. ?ulcneri«e zum psincipal bestellet, 1617. Oo-Äoe und krotcllor HieoioZiae und r6z5. nachdem erdenSpaniern zu Liebe ein Buch, Klar, LaUicv., genannt, ge-schrieben, Bischoff zu Vpern wordenen welchem Amte eri6z6. im 51. Jahre seines Alters an der Pest gestorben. K)

Auster den, Buche, welches er /u^uüimim betitelt, undbald mir mehrern zu erwähnen seyn wird, hinterließ er^lexipbarmacum >>ro cruiku, 8^luae«iliceMibu, ; 8poa-giam norarum,guiku8 slexipbarmscum sässcrlic 6uker-cu, Vocriu, Oominesrarro, in iidror V. Ktoli; ; Lom-mcnlsrium in IV. kuangclia ; Orarinnern cle inreriorirkomini, reformacione ; ^nalcüa in guorttsm 8cripruraelibro, 2cc. i)

Er war sonst ein Mann, der nicht eine gemeine keölurin den katribu; hatte; absonderlich aber siedete er denLvüvsnuvra, dessen sämtliche Wercke er zehrn mahl, dieBücher cic gcaciaaber mehr als drcyßigmahl durchlesen.An der gemeinen Philosophie, wie sie unter den Papistenin, Schwange gehet , bezeugte er ein grosses Mißfallen.Den Protestanten aber war er gleichwohl sehr aussätzig;weil er dadurch vielleicht dem Neid seiner GlaudcnS-Genofsm desto eher zu entgehen meynere. Daß er etwashitzig, und sonderlich den Jesuiten gar nicht grüne gewe«scn, ist leicht aus seinen Schrifften zu erkennen.

Gleichwie aber l.^di8KdI1V8 des 6^11 8 ccellor inder proleilinn zu Löwen wart also beliebete er auch des.selben Lehr-Sätze, und damit er was gründliches darin«ncn llaruiren und schreiben möchte, gab er sich so viel Mü.he den äugullinum so offt durchzugehen. Er fehletc aberdarinnen gar sehr, daß er dic Schrifft auf die Seite, undsich die menschlichen Schrifften ^ugullini zur Richt«Schnur setzte; daher er es freylich nicht, wie es seyn fol«e, treffen können, ohngeachtet er eine solche Liebe zurWahrheit gehabt haben soll, daß er sffterö in der Einsam«

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