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Kirchen. Historie Neues Testamentes
bessere Kundschafft einzuholen. K) Es war auch dieser Abschied r Leber wohl, mein ?arer,am jüngsten Ta-Cardinal so ehrvergessen, daß er dielnquisirion und dem ge werden wir sehen, wer unter uns wird RechtPabst, der sich vor der Inquilicion fürchten musie, auf gehabt haben. Sonst bezeuget«: er sich bey dem gan.das eifrigste inttigirete, und allerhand Irrthümer des tzen kroceü sehr freudig und unerschrocken. Erlebetervl0l.ld>«08 vorbrachte, davon er, als ein gewesener in diesem engen Quartiere noch 9. Iabr, und starb denFreund desselben, den rechten Verstand inne zu haben - --
praerenülrete. I)
Der Jesuite 8^6dlLLIV8, so sonst durch Schrifftenbekannt worden, machte sich auch mit seiner Feder anH^OI.Id^Q8. und schrieb in Atnliäni'scher t^nrnche»
X10lckd>08,und schrieb in Italiänischer Sprache: Ei-nigkeit der Arbeit und der Ruhe im Gebeth, in
i8. Occobris 1696. im ;6. Jahre seines Alters, o)Was seine Lehre betrifft, so hatte die Inquisition 68. Ar«tickel aufgesetzet, darüber sie ihn verdammete,welche ausseine» dl-inulcripris und der Zeugen Aussage gezogenseyn solten. Das ist gewiß, daß sie in seiner Handlci-tung nicht zu finden. Die propolirione; hier anzufüh-
gluchen den <ractat: Ouicnisun.ieu illuüon^ or->tlo->^.^ weiklaufftiq, es kommt aber meistens darauf
Mtthode des ^ ^oude'08 den gewöbnlickxn GOrres-
^ Dienst und weg zur Seligkeit verachtet, herge-
gen einen besondern weg durch die (üomemplruionoder Beschauligkeit, und eine mehr als StoischeGleichgültigkeit gegen alle, sowohl gute als doseDinge, zur Ruhe als dem inwendigen Leben, zukommen, angewiesen habe. x>)
Hierzu kamen noch, wie zu geschehen pfleget, allerhandLästerungen, als daß er von Jüdischen oder Muhamme-danischen Geschlecht gewesen, und den ^luhammcclismum hätte einführen wollen ; er hätte mit den Römi-schen Damen in abscheulicher Unzucht gelcbet; er wäreder Quackerey, dem üpicureilmo und, ich weiß nicht, wasmehr, ergeben gewesen, q)
Es ist von der gantzen Lorurouers etwas schwer zuurtheilen, weil die vornehmsten Urkunden davon durchdie Inquisition unterdrückt worden. Es kan leicht seyn,daß IeI0bI!^08 viel andere und bessere Meynungen gc-Hcgek, als man ihm angedichtet. 5>?i:nLiev5 hält davor,es sey in diesem Manne eine aufrichtige Frömmigkeit,
den gehäßigrn Nahmen der Duieristen auf die Bahnbrachte, m)
Gleichwohl konte man nach dem schärssestcn üxnminebey der Inquisition nichts ketzerisches in des IchdldlOs-Buche finden, bis man ihn 1684. nebst dem CardinalkL'sssv^^I mündlich in der Inquisition vcrhörcte, daman es denn dahin spielete, daß der Cardinal loßgespro-chen,KKH!M8 aber im dchnio ins Gefängniß gebrachtwurde.
Indessen, da er solchergestalt gleichsam in der Ruhesaß,ruheten seine Feinde nicht, und brachten es 1687. da-bin, daß über 70. meistens vornehme und renommirtePersonen in Arrest gehen neusten. Andere zog man ingrosser Menge vor die Inquisition, und der Pabst mü-sse sich als eine Privat-Person selbst vor selbiger verant-worten. Gantz Italien kam darüber in Bcstürtzung,weil die Inquisition weder Standes noch Geschlechts ver-schonet«.
Orcular
innen
welche von den so genannten Guieristen zu ihrer Er-bauung hin und wieder in Italien waren angestellet wor-den, sehr nachdrücklich verbothen wurden, n)
Weil es aber bey der grossen Anzahl der Inquisneriein gar gefährliches Aussehen haben wolte, fastete manendlich die relölution, die andern mit einer guten Wort-Bestrafung gehen zu lassen, dem K401ckdl08 allein denkrocels zu lormiren. Man stellete also unterschiedeneZeugen, die doch gezwungen sollen gewesen seyn, gegen«ihn auf, und verdammte ihn endlich zum ewigen Gefäng-nisse.
Das Urtheil, welches der Pabst wider feinen Willen,aus Furcht vor der Inquisition unterschrieb, ward den9. 8epremdris 1687. vollzogen. Vorher muste er in derKirchen in einem so genannten Buß-Kleide, und mit ei-ner Wachs-Fackel in der Hand, öffentliche Kirchen-Busse thun, und die ihm vorgelesenen revociren,welches er desto leichter thun konte, weil sie eigentlichnicht die sinnigen waren. Folgends brachte man ihn infeine Celle, darinnen.er vermauert wurde. Von demje-nigen, der ihn bis dahin begleitete, nahm er folgenden
k) Ibiäem. I) lkiä. m) Viä. /UlÄor von der Bcschrehbung des heutigen Zustandes in Italien f>. 4Z it. kruciitor. -ä sn. 1687. n) Gottfr. Arnold in der K. undAetzer-Hist. t>. z. ?. >7*. leg.
leitung bedencklich vor, als, daß er schreibet, wer zur(Kontemplation oder Beschauligkeit gekommen, müssenicht wieder zur mesticruion, oder Betrachtung zurückekehren ; welcher Meynung auch andere bcygefallcn. r)
Im Gegentheil wollen andere von der Gottseligkeitdes ^IdlblOss nichts halten, weil er im GlaubenS-Grrmde nicht richtig gewesen, des Pabstes Ansehen ge-waltig behauptet, die Inciiikcrenr oder Gleichgültigkeitso hoch getrieben, daß man auch die Seligkeit vor eineindifferente Sache halten müsse; ferner von dem lcident«liehen Gebethe, (oranone pastina) viel Wesens ge-macht, davon doch in der Schrifft nichts anzutreffen,und daß er endlich durch seine Ruhe die aöliuität oderThätigkeit des Glaubens, der Liebe und anderer Tugen-den aufzuheben scheinet, x)
Es ist auch allerdings nicht zu leugnen, daß wenig-stens seine Discipel die Gleichgültigkeit, die sonst bey den
irdi-
o) in memorsb. ecclcs. Üb. 8- 9- >0.
p) Viel. LnIIs I8X0LLk§7-Il XI. sp. läLSLKVIel in ». L.scc. 17. -r. r. ?. 2. p Z7- l-gg. g) Gottfr. Arnold l. c. p.17;. 6L!!II. cKOK8lV8 KNI. tzusck-ris. lib. 2. p-z. Z49.käNQO neue Quackerey in der Quietisterey, p-129. r) 10.^»v. 8LMeiIOIVS, ^bbük, äe Onietjsilii renolutione äiss. IV.«) I/^LOLXVS I. c. x. 40.