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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kü chen - Historie Neues Testamentes

armen bußfertigen Sünder zu wüthe wäre, indem sie

sich denGeist-GOttes noch niemahls selbst hatten straf nlasten. Sie sotten andere trösten, m d wüsten nicht,wörinncn die Trübsalen der Christen bestunden. Sie,vor sich selbst waren in aller Weit-Freudr ersoffen, undstureren von Stoltz und eikeler Ehre. Wie selten siedenn die Einfältigen lehren und die Gemeinen bessern,welche vielmehr durch sie geärgert wurden. 3)Solchemnach tonte es freylich nicht anders seyn, als,

macht, das Amt der Schlüssel eingcschränckct alle Ehr-

daß solche beute nur Srümplcr des Evangeln waren,ihr Amt schläfrig und kaltsinnig führeten, aus ihremPredigen nur ein Opu, oyeracom machten, und selbst inVerläumdungen, Mißgunst, Schamlosigkeit, eigenerLiebe, bist, Betrug, Faulheit, Schmarotzen, Fressen undSaufsen, unnützer Curiosikät, Rachgicr, Zorn und Uu-barmhertzigkcit lebcten, ll) und dadurch auch ihre Zuhö-rer verderbcten.

Nachdem sie durch unrechtmäßige vocarion ins Amtgekommen waren, und sich dabey sofort der Hauß-undBauch-Sorge ergaben, so wurden sie gantz ungeschickt-um Amte, und zum Gebeth und meäiriren verdrossen.Daher verrichteten sie ihr Amt auf das liederlichste, pre-digten und verrichteten andere Kirchen-Handlungen, undwüst n doch nicht, was sie redeten und thaten. Durchsolch Prediger ward die Wahrheit verdunckelt, die Gott-seligkeit erkaltet, und die Irrthümer wurden von ihnennicht gründlich widerleget, sondern vielmehr fortgcpflanNet, also, daß derSchade mit keiner Thranen-Fluth gnug-sam zu beweinen, c)

Auf solche Weife nun wlrrden sie und ihr Amt beyder Gemeine verächtlich, und welche von den Zuhörernetwa noch Gottesfurcht und Nachdrucken bey sich hat-te-' , pflegten also bey sich zu reden : was sollen wirdock, von so'eben Leuten halten ? Solre GC)ttwohl solche Diener und aussoicheArr zu uns schi-cken ? Sind sie aber nichr vonGGrr gesandt, wieollen sie göttlich zu uns reden können ? Sie ge-treu vielmehr unter die, so andern das Wort ab-kehlen, u. d. m. 6)

V. 1

Wie war die Kirchen Zucht in der Evange-lisch-Lutherischen Kirche beschaffen?

H erbey mercket man ,

1. Die Zucht mit den Sündern.

2. Einige andre nützliche Anstalten.

VI.

Wie gieng man mit den Sündern um?

Es ist dißsaüs, was das Lercmvniel und die äußer-liche Übung betrifft, nichts geändert worden. In derThat aber ist die Kirchen-Zucht gar sehr verfallen, weckalles durch ein ander gierrg, und das Kirchen-Reg-menloffc bey liederlichen Leuten von weltlichen Stande stund.Da wurden offt die Sünden nach Affekten geringe ge-

» i-ttnO?Ntt.V8 Großgebauer in der Wächter-Stimme

p. 8 -> lv V i-l.ctuiÄk'r mxkerii miguir-ni! pfeucro.-o,n 8 -Iic 2 e,

ir. 108 . vom wahren Christenthum P. 42 .L-'

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crbi-thung aufgehoben, und dir Prediger zu lauter Scla-ven gemacht, daß sie dienettn,wie es ihnen vorgeschriebenward, nur daß sie ni'chtHungcr leiden durffrcn. e)Denndiese legeten den Bann - Schlüssel zurücke, rmd unter-worssen den Kirchen-Dienst gäntzlich weltlicher cliscre-cinn, wobey insgemein allem gottlosen Wesen der Zaumgelegen wurde, t)

Vll.

Was hat man vor andre Anstalten in die-sen; Feculo zu merkten?

1. Die Schulen.

2 . Einige Gesellschassien.

?. Die Kibliotheckeu.

4. Den Zustand der Gelehrsamkeit insgemein.Viel.

Was hat man von den Schulen in diesem8eculo zu mercken?

Man stchct sonderlich auf dieSrifftungen neuer blni-versirätrn. Solche sind.

1. Die Universität zu Gießen, welche der LandgraffLudwig von Hcssen-Darmstadt Anno 1607. gestiff.tct ; Dahero sie den Armahmen I-usti-oician-, bekom-men. Es wurden hiesclbst die Lutherischen ?ro 5 e! 7 o-re«, darunter die ckbcoloz-i winckeunann und Ul Ion«tzer die berühmtesten sind, so um selbige Zeit von Mar-purg inSL. llium gehen müssen, aufgenommen. Zwar,da Marpurg folgcndö an Darmstadt kam, war auchdie Universität von Gießen wieder dahin gelegt: Dochfolgender Zeit mrckre Marpurg durch einen Vergleichan Eassel überlassen werden,und da ward die Univer-sität Gießen snno 1650. renouiret.g)

2. Die Universität zn Rinteln snno 1621. Ihr Skiff-ker war der Graf Ernst von Holstein und Schaum-burg, welcher sie mit guten Einkünsst.n versehen. K)

z.Die Universträr zu Dörpr in Luffland, welche derKönig in Schweden Gustavus Adolphus AnnoI 6 Z 2 . gestifftct, Anno 1699 . nach pernau verleget,und endlich durch die Rußische Loagueürnng dieserOerter »nnulliret worden. >)

4. Die Universität zu Abo in Finnland, deren Stiff-kerin die Königin Chrisima Anno 1640. gewesen, undwelche bis dato sich noch in ziemlichen Stande befin-det. K)

5. Die Universität zu Ricl in Holstein Anno 1665.Dcr Hertzog Christian Albrecht legte sie an, undrviedmete ihr die Einkünsste dcö Klosters Bordcö-Holm. 1)

6. Die Universität zu Lunden in Schonen ward An-

us 1668. von Carln dem Xl. Könige in Schweden,aufgerichtet, m)_7. Die

e) IO. V/td. in ^tenippo p. 4. sey. f) I<Iem io

cp!U tO- S/.v?,LIt'rV!ci pr-eb-cs kuius übro, ZuchnBÜci-tiein der Evangelischen Kirchen, ßi ropnßrspbi» ttakli-r p. 4z.I,) 1>pu«rLpb'» ,Iic» p Z9- i 2L!ültttV8 in Lopv-

ßr.pk. iä»c>». OdU-citii Msscowitische Reift-Veschreibung.K) Viä. Beschreibung des Kbnia.reichs Schweden, i) »01.-

in Issn- »6 Kill. ck-elon. Oimbr. VXbicicvt'Lkt'I inloxogriv!,. m) 2!tt!a-rtV8 in Lkorvßr. v»a. n.

Bcia-reivuns des Königreichs Schwebest.