l. Fortsezimg von
litcii eingeweihet, im vorigen Jahrhundert sich be-mühet, den Russen ordentliche Gebete und Glau-benslehren zuerst in die Hände zu geben. Er über-setzte also das Evchologinm oder das GriechischeRitual in das Sc lakonische, welche Übersetzung nochheut zu Tage gebraucht wird, und Trebmck oder:Algemernes Gebetbuch hcist, da die SclavonischeSprache die Sprache der Gelehrten in Rußland ist,in welcher noch alle ihre Kirchenbücher geschriebensind, darin auch ihr Gottesdienst in Rußland nochgehalten wird, ob gleich der Unterschied zwischenbeyden Sprachen eben nicht sehr groß ist, und Pererder große viele Bücher in Rußischer Sprache sonsthat drucken lassen. Perer Mogilae setzte fernermit Hülfe anderer Erzbischöfe und Bischöfe, in derSclavonischcn Sprache, die GlaubcnSvuncte auf,in einem Buche, dessen Titel ist: Erklärung desRussischen Glaubens, und verlangte zugleich Ab-geordnete von dem heiligen Synodo zu Constanti-nopel in die Moldau abzusenden, es zu prüfen. Alsosendete der heilige Synodus den Nicänischen Me-tropoliten , Porphyriuin, nebst einen Lehrer dergrossen Kirche und bevolmächtigten, LReleriumS)'rinm, der sehr gcrühmet wird, nach der Moldau,wo auch Esaias der Sohn Trophimi und Iose-phns Lanonivicius, wie auch Ignatius Leno-nivicius von den Russen abgesandt waren. Diesereinigten das Buch, brachten es in die Volkoinmcn-heit, und sandten es alsobald zu den vier Patriar-chen dem Consianrinopol'.tanischen, Alerandrinischen,Antiochenischen und Icrusalemitischen, welche es miteigener Hand bekräftigten, und es den rechtgläubi-gen Glauben nicht nur der Russen, sondern auch dasalgemcine Kcnzeichen aller Gricchxzz -ncnncten. Esist darin alles in drey Theile abgcfast in Glaube,Liebe, Hofnung: der Glaube ist eingetheilt in diezwölf Artickel des Glaubens, nach dem NicänischenGlaubensbekcntnisse: die Liebe nach den zehn Gebo-ten, und nach dem was von andern besondern Din-gen in dem alten und neuen Testamente zu beobachtenbefohlen ist: die Hofnung nach des HErrnOebotund den neun Seligkeiten des heiligen Evangelii.Dabey wird hinzugefügt das Urtheil des Synodi,.daß dies Buch vol Glauben, der Lehre der KircheChristi nachfolge und mit allen Regeln übereinkomme.Es ist unterficgelt und unterzeichnet worden, vondein Patriarchen zu Canstantinopel parrbenio, demzu Alexandria Iohcrnnieis, dem zu Antiochien,Maoario und dem zu Jerusalem, P>aisio auch vonzwanzig andern Bischöfen und Gotteslehrern, derenRainen zu Eude dieses DecretS stehen, datirt denl l.Merz 164z. 5 ) Im Jahre 1660. bestätigte die-ses Glaubensbekantniß V 7 ecrarins Patriarch zu
k) i-hristmn Martini l.?^.igg. '
!7Zr. bis t7gs.
Jerusalem in einerausführlichenVorrede,und 1672.wurde von Dosicheo seinem Nachfolger ein .ahlrei-cherSynodus gehalten und darin solches Dckcntnißnochmals gebüliget, init diesen ausdrücklichen Wo»tcn : Dies Buch har die ganze orientalischeRirche volkommen angenommen und nimr esnoch jcrzo an. Lallrenrins L^ormannuo hak esGriechisch und Lateinisch zu Leipzig 169z. in 8- unterder Aufschrift: Orrbo-Ioxa contällio cmbnbcac acguespostolicae cccicstae orienkslir, herausgegeben, nach-mals ist es 1699. zu Bucorcst in der Wallachey inneugriechischer Sprache, nebst einer weitläufngenEinleitung in der altgrichischen Mundart heraus-gekommen, g) und 1727. hat es Johann Ibcon-pard Frisch in die Teutsche Sprache übersetzt, daes denn in 4. herausgekommen, unter der Aufschrift:läber 87mbnlicu5 llulinrum oder der grösse e Cck-rechismus der Russen, welchen auch die ganzeGriechische Rirche angenommen bat, aus derSclavomschen Sprache, wie sie in Rußlandgebräuchlich, ins Teutsche übersetzt. Es ist inFrage mU) Antwort abgefasset und nwistens nachTanisii und andern Päbstischen Catcchismis einge-richtet, aus welchen alles genommen ist, was die Grie-chen haben behalten können. Im ersten Theile wer«den die sieben Sakramente, im andern die Kirchen-gcbothe nicht vergessen, das Fcgfeuer aber wird ver-worfen. b) Einige urtheilen davon, daß es durchunzehliche Ränke der Päbstlichcn Geistlichkeit, demberühmten Patriarchen (LyriUo Lucari, der sichden Reforniirten so günstig bezeiget habe, entgegengcsctzet sey, und daß der feindselige ^Relcrius Sfp»rius, welcher von den Sätzen der Jesuiten ganz ein,genommen gewesen sey und ihre Bücher, insonderheitdes Vellarmini ausgeschrieben, dabey dielFcdrr ge-führet habe, i) inzwischen ist es nach aller Gestand-niß das vornehmste Symbolische Buch der Griechenund Russen, wie denn auch andere ihm eine löblicheAbsicht die Christlichen Wahrheiten fest zu stellen,und einige Puncte, worin die Protestanten von denGriechen abgehen, zu verringern, beylegen, tc)
Sonst hat die Rußische Kirche unter der Con-stantiuopolicanischcn gestanden, denn ob zwar ihreErzbischöfe zu ^Roscau vor einiger Zeit den Cha-rakter der Patriarchen angenommen hatten, so ap,pellirte ste doch stets in Kirchen - und andern wichti-gen Sachen an den Sml zn Constantinopel, wie sol-ches aus der Appellation des Czaar Alcrii LRichae,lowiz des Vaters perri des grossen erhellet, darrvon dem Rnßischen Patriarchen L^icon sehr unbe-dachtsam in den Bann gethan ward, und deswegen
an
L) Walch 1 .c. p-x.g'i. K) tzortgtsttt« Samlung vonA. und N.T- S- >727. p.84;. p- io?>-
l) Elßncr l.c.p.l4'.z6r. C. Martini l.c.x.-.