I. Cap. von der griechischen Kirche.
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der Taufe Christi, der am selbigen Tage im Jordangetaufet worden, die Kinder aber taufen sie, wie ge-dacht, nach der Beschneidung, und weil geschriebenstehet: Christus werde mit dem heiligen Geiste und
der Vorschrift des Apostels pauli, ein Bischof solleseyn eines Weibes Mann. Wenn aber diese ein-mal stirbt, darf er hernach nicht wieder heyrathen,weil eö so wol bey ihnen, als- den andern Gnechi-.scheu Christen einem Priester nicht erlaubt wird, zum'mit Feuer taufen, so brennen sie mit einem gluendenandern male zu heyrathen. Das Huuptwerc der Eisen, ihnen das Zeichen des Kreutzes an die StirneÄthiopischen Religion ist, daß sie den wahren GOtt und an den Wangen. Sie halten etliche Fasttagsund I strsuiii Christum den Sohn GOttcs beten-! in der Woche, daran sie sich bis zur Sonnen Unter-neu, nach dem Apostolischen und Nwcnischen Sym-gange der Speise enthalten, und zwar des Mitt-bolis. Die Episteln, das Evangelium und die Wor- wochs, daß sie sich des Rathschlages erinnern, da-te der Einsegnung lesen und verrichten sie ohne Ele- ein die Juden Christum zu todten beschlossen haben,vation in der gemeinen Sprache, reichen auch allen des Freytags, daß sie mit dankbarem Gemüthe sichdas heilige Abendmahl in beyder Gestalt. Am Don- des Leidens und Sterbens IEsu Christi erinnern,
ncrstage vor Ostern bedienen sie sich des Sakramentsmit ungesäuertem Brode, sonst aber gcmenuglich mitgesäuerten, sie communiciren aufgcricht stehend, denWein empfangen sie von dem Diakons, in einemLöffel, und solches allein in der Kirche, und reichensolches auch den kleinen Kindern. Sie sagen, Chri-stus sey zur Hollen gefahren, vor die Sele Adamsund vor seine eigene Sele, die er von semcr Mut-ter kklaria empfangen habe, diese Meinung haltensie sehr fest, weil sie ihrem Vorgeben nach, solche
wie sie denn solchen Tag auch feyrcn, zumal Abends,da vor Zeiten der Heiland am Kreutze gestorben ist.Hierüber haben sie noch die vicrzigtagige Fasten,darin sie nur Daher und Brod gemessn. Sie be-gehen die Feste Christi und der heiligen Marien,auch etlicher Heiligen, an welchen sie in ihren Kir-che» , woselbst die W ciber von den Männern abge-sondert stehen, zusammen kommen, und früh um Z.Uhr die Bücher der Propheten lesen, und andereheilige Sachen verrichten. Den Sabbath heiligen
von den Aposteln hcrbehalccn, die sie von Christo pc nach der Iüdcn Art, und den Sontag nach derselbst bekommen hätten. Beyde Testamente, das Apostel Einsetzung, an beyden verehren sie GOTT
Alte und Neue vereinigen sie also, daß sie einige Jü-dische und einige Christliche Gebrauche nachahmen,als die Beschneidung und die Taufe, doch sagen sie
mit Verrichtung heiliger Dinge, und Unterlassungweltlicher Arbeit. In die Kirche gehen sie nur bar-fuß, und dürfen darin weder lachen, noch spaziren
nicht, daß sie wegen der Beschneidung, sondern wc- gehen, noch von weltlichen Dingen reden, noch auS-
gen des Glaubens an IEsum Christum selig würben.Die Beschneidung ist also bey ihnen mehr ein alterLai-dgebrauch, als eine kirchliche Handlung, und be-schneiden sie die Kinder, so wol männlichen als weib-in cn Geschlechts, nach einiger Vorgeben, zum Ge-dächtniß und Nachfolge Christi, welcher auch beschnit-ten worden. Alle Kinder werden am achren Tage
speien, noch sich reüssiern. Des Gesetzes Nutzensagen sie, bestehe meist darin, daß es nur die Sün-de zeige, es könne aber von niemand gehalten werden,ohne von IEsu Chrrsto, der es an unserer Statterfüllet habe. Die Heiligen lieben sie zwar, undehren sie, aber sie beten oder rufen sie'nicht an, undverlangen auch nicht ihre Hülfe. Täglich halten sie
1,ach der Geburt beschnitten, ,wch vierzig Tagen aber! eine, aber kurze Messe, und dieses ohne einigen zu
werden dieKnäblcin, und die Mägdlein nach achtzigTagen getauft, es sey denn. im Nothfälle, und nachder Taufe geben sie ihnen auch das heilige Abend-mal. Die Tauffe, sagen sie, harren sie von demKämmerer bekommen, welchen Phillppus derApo-stel getauft hatte. S ie vermeinen, daß ihre Kinder,so ohne Taufe sterben, durch der Eltern Glauben se-lig werden. Die Ohrenbeichte haben sie nicht, siehaben im Gebrauche die Sünder durch den Schlagmit einem Oclzweige zu absolviren. Wenn einer eineConcubin hält, wird er von der Communion abge-halten, und an dem Tage, da sie das heilige Abend-mal gemessn, enthalten sie sich des Ausssicycns, bisdie Sonne untergegangen ist, beichte!, aber öffcnrlich
hoffenden Nutzen oder Belohnung. Sie enthaltensich von solchen Thieren, so im alten Testamente vorunrein gehalten werden, ingleichen von Blute understickten, wie solches ihnen das Neue Testamentvorschreibet. Weil sie Iacobiren sind, und nureine Natur in Christo eckennen, von Christo aberdoch lehren, daß er aus zweyen, nicht aber in zwe»enNaturen bestehe, nach der Meinung des Eurpcbis,so glauben sie eigentlich überhaupt nur eine Naturin Christo, halten ihn aber doch vor einen wahrenGOtt und vor einen wahren Menschen, verwerfendaher das Concilium, so zu Lhnlcedon gehaltenworden, weil es Dlos orunr den Entychianer ver-dammet habe, uns zwar zur Ungebühr ungehörtcc
nach Vcrübung eurer jcgnchcn Sünde, und gemessn!Dinge, indem er allezeit die Gottheit und Menschsodann das heilige Ale,dmm. Sie pflegen sichalielheit Christ» unvermischt erkennet» Sie verwerfenI - r selbst in den Strömen zu taufen am Sontagc l die Firmelung und letzte Helung, leiden nur gemahltenae^ der H Drey Könige Tage, zum GedächtnißI aber