122
I. Fortsetzung von ryzr. bis 17z;.
che einverleibet, worunter acht Personen aus Tiru-palaturei bey Tanschaur sich befanden. Von die,sein Orte war am vcrwichenen WeynachlSfest einMann, Nahmens Murrn mir dem TanschaurlschcnChristen nach Tranquebar zur Kirche gegangen,welchem aufsein Begehren ein Büchlein, die Hcyls-(DrOmmg genannt, auf den Weg gegeben wurde.Bey seiner Rükkunft laß derselbe aus solchem Buch',lein seinen Landslcuten für, worüber damals soviel Redens entstand, dqß die Catcchcren der Rö-mischen Religioii gedachten Murrn, der sich zu sel-biger bekannt hatte, scharf bedrohctcn, und andernverboten, daß sie ferner nicht mehr mit ihm redenoder umgehen sollen, (u)
Dem ohncrachtet aber konte der bey dieser Ge-legenheit ausgestreuete gute Saame nicht unterdrü-cket werden, und es zeigten sich nunmehro die er-wünschten Früchte davon, da sich, wie gedacht auf ein-mal acht Personen aus ermeldten Orte zur heil.Taufe angaben, die durch eben diesen Murrn wa-ren gesammlet worden, daß also durch GOtteö Gna-de auch daselbst ein kleiner Anfang zu einer Gemein-de gemacht wurde, (x)
Unterdessen unterließ der leidige Satan, nicht,immer eine Hinderniß nach der andern in den Wegzu legen, und da er durch gewaltsame Mittel seinenEntzweck nicht allemal erreichen tonte, suchte er we-nigstens die unbekehrten Hcyden d^»r anzutreiben,daß sie die Neubekehrtcn Mit allerhand Sckiimpfna-men und Lästerungen belegten, und fürgaben, daßdiejenigen, die sich zu der Europäer Religion bega-ben, ihre Sclaven seyn, und gewärtig seyn müßen,daß sie zu Schiffe gekrackt und weggeführet wür-den, (y) ja es musten die Neubekchrten sich sonder-lich bey. zustoßenden Krankheiten oder andern Un-glüksfäilen von ihren Anverwandten fürwerfen las-sen, daß die Annehmung des Christenthums davonUrsach sey, dadurch zwar manches Herz im Glau-ben etwas wanckcnd gemacht, durch GOttes Gnadeaber dennoch in demselben erhalten und befestigetwurde.
Es gaben sich auch an vielen gar besondere undmerkwürdige Kennzeichen einer rechtschaffenen Busseund Bekehrung an den Tag, worunter billig auchdieses mag gezählet werden, daß zwey Personen,welche durch grobe äuserliche Sünden die Gemeindegeärgert hatten, sich freywillig mr öffentlichen Ab-bitte bequemeren. Sie wurden zwar Anfangs flüch-tig und geriethen in die Versuchung Römisch uwerden. Nach einigen Monaten aber stelle sich
der eine wiederum ein, bezeugte se»n Leid »der diebegangnen Sünden,, und verlangte mir der Ge-meinde ausgesöhnet zu werden. E» wurde ihm des-wegen »och einige Keil gelassen, vor allen Dingen,durch wahre Busse die Versöhnung nur GOrr zn.suchen, da er sich inzwischen zum Gehör göttlichesIWortS cinfand, und, der Gewohnheit nach, einen»besondern Platz dabey nehmen muste , bis ihm end-lich , auf sein wiederhohltes Ansuchen, die Erlaub-niß gegeben'wurde, nach der Vorschrift de? Däni-schen KirchcnritualS sehr Bußbekenntniß ö sentlichabzulegen , und die Aussöhnung mit der G.mcmdezu suchen , worauf er auch öffentlich die Absom nnerhielt, und »1, die Gliedmassen der Kirche w ederaufgenommen wurde. Emige Wochen hernach sindsich auch der andere wieder ein, und ward auf glei-che Weise mit der Gemeinde ausgesöhnet, r)
Diese Ercmpel der wiedergefundenen mustennothwendig denen Mißionarien grosse Fronde crwe-icken , gleich wie sich auch bey andern gar schöneMerknrale einer wahren Aenderung des Herzens zuerkenne», gaben, wenn sie zumal in mancherley Nothund Trübsal geriethen und dennoch bey der Erkättt-niß des Evangktn standbaft aushielten. EMann,der lange Zeit im Heydenrhnm ein Trommelschlägergewesen, und bey den» Götzendienst und andernheydnischcn Sollennien mit seiner Musique aufge-wartet,, und dabey ohne sonderliche Mühe seineNahrung gefunden , einschlug sich dieser sündlichenLebensart gerne, nachdem er zum Christlichen Glau-ben war bekehret worden, und.wölke seine Nahrunglieber kümmerlich suchen als in dem vorigen Sun«denleben fortfahren. H Desgleichen war ein Weib,welches anfänglich den großen Abscheu vor derWahrheit bezeigte, und bey Ankunft eines Cateche-ten so gar nnt beyden Händen die Ohren zuhielt,daß sie von seinem Vortrage nichts anhören wolle,dennoch nachgchends be» cmem wiederhohlten Ver-such dergestalt gewonnen wurde, daß sie sich nacheiniger Aert zum Empfang der heil. Tarrfe meldeteund zugleich auch ihren Mann und >mdcr mit hin-zubrachtc , ja ihre», annock zarten Kinde von zweyJahren, die vornehmsten Hauztstücke des CatechiS-mr selbst fleißig vorbekeie, und denselben die Er-känntniß der göttlichen Wahrheit gleichsam mit derMuttermilch cinzuflössen suchte, b)
Dergleichen Epempcl ereigneten sich gar viele,welcke zum Theil sehr merkwürdig, h,er aber anzu-führen, so wcirläuftig fallen würde. Es nahm
auch
(u) XXXII. Connn. patz. 8 ol.(x) xxxill. x->A. yzy.
(z) Ibtäem paß. 940.
r) XXXVI. donr p. rrro. legma) Ibiä. p. H47.
I,) Ivikl. pZZ. 1175. 5 eg.