164
I. Fortsetzung von l7g i. bis 17z 5.
blosser menschlischer rieu;, der aber um vieles Nutzenswillen beyzubehalten wäre, auch sonst den LehrsätzenSpeners, Chomasti, Böhmers, Fleischers undanderer, was die Rechte des Fürsten in geistlichenDingen anbetrift, beygepflichtet, daher geschahe widerbeyde Erinnerung in der fortgesetzten Sairilung,und diesem letztem setzte man eines andern Leh-rers Gedanken über das Willenbergische Buchentgegen, bannn man ihn scharf zu widerlegensuchte. 2)
Was Kl. Johann Caspar Schade wider denBeichtstuhl vor Heftigkeit gebrauchet habe, ist ausdem vorigen bekant, diesem widersetzte sich insondens eit Georg Gottfried Roscins, Pastor zu Vtt-sthH, in seinem Traktate äe küle 6c oKcii, Lkriilis-norum ex Auguüana conkeilione, so zu Lüdeni7z i. an das Licht trat, und darin er hauptsächlichItiomse Lumekii Buch äe iiclc 6c ollicür Lb.ristiano.rum zu widerlegen sich bearbeitet, a)
In der Grafschaft Schamnburg Bückenburgischen Antheils, wölke man hin und wieder im Jahre17z 2. die Privatbcichte abbringen, wobey insonderheit der Herr Superintendens und Hofpredigcr O.Hauber sich geschäftig erwiese. Daher gab HerrI. S. Geudcr, kcv. b,1in. 8en. und ksllor. krim.in Parchim 17z;. zu Hamburg heraus: Diege,rettete Ehre des GOttgeheiligten Beichtstuls,bey Gelegenheit der in einer benachbarren Hof-kirche vorgenommenen Abschaffung desselbi-gen, dem dasitzen Superintendenten zur Erwe,ä'lntg seines schlafenden Gewissens, lind wohl-gemeinter Warnung, allen rechtschaffenenChristen aber, die im Beichrstule Rath undTrolk für das verletzte Gewissen suchen, zurkräftigen Erquickung und freudiger Ermun-terung aufgesetzet, doch schien er in gewissen Stü-cken die Sache fast zu weit zu treiben. iLv nam sichauch Christian Elp in dem Christlichen Unter-richte an einen Salzburgisihen Emigrandcn,airf seine, einem Evangelischen Prediger getha-ne Frage, so zu Hamburg 175z. an das Licht trat,der Sache an, und vertheidigte den Veichtstul. DenBeschluß dieser Schrift machte Herrn Past. Neu-Meisters angehängter Brief an einen gewissen-haften Prediger, welcher stat eines Aelponli dienenkonte, worin die wichtigsten Beweißthümer vor dieNothwendigkeit und den Nutzen des Veichtsiulskürzlich beygebracht waren, b)
In Dännemark fanden sich einige, welche denDeichtstul gänzlich abgeschaffet wissen wölken, und
2) Eben diese »7Zr- ?- 977-9?r-r) Eben diese 17Z1. p. rr?.
b) Auserlesene Theologische Bibliothek, SS. Theil,prx. 6ro. 7,. Theil, Iioz. Nxdrrsächsischr Nachrichton l?zz.x. 20z. 2 io. »ll.
dawider allerhand Zweifel erregten, darüber auchetliche Prediger abgesetzet wurden. Also rückten dieVerfasser der fortgesetzten Samsung einen Er-tract a»S einem Briefe ein, welchen eine angesehenegeistliche Prrson in Loppcnhagen, an den Bischofzu Drontheini, EilerrHagerup i7zz. geschriebenhakte, nebst dessen Antwort, mgleichen ein Schreibeneiner gewissen Fräulein an den gedachten Herrn Bi-schof, wegen seiner Predigt und zwcener Prediger,die ihr Amt um des Bcichtstuls willen verlasse,, hät-ten, nebst dem Antwortschreiben desselbiqen, darin ersich vor dem Bcichtstul erkläret, c) Weil sich nunnoch mehrere Neuerungen wegen des Peichtsiuls inder Dänischen Kirche hervor thaten, und einervon den dortigen Geistlichen gewisse Sätze darüberausfertigte, und damit solche Neuerung zu unterstü-tzen suchte, solche häufig abgeschrieben, und solcherge-stalt, da sie bis in Holstein ausgestreuet worden, invieler, auch Ungclehrten, Hände hcrumgiengen, wel-che dadurch nicht wenig geärgert und irre gemachtwurden, so wurde ein Prediger im Hollstcin Goc-torplschen bewogen: Lurzc Sätze von dein heu-tigen Neichtwcfcn, und was nach dem GrnneChristi und der Apostel davon z» halten, Miociner Prüf- und Widerlegung derer darin vor-kommenden Icthiimce zum Unterrichte derSchwachen in dem Lristenthume, herauszuge-ben, darin die angeführten Sätze widerleget wurden.Die Sätze an der Zahl 21. wurden darin nach ein-ander angeführet und untersuchet, der Verfasser aberhatte sich nur mit dem Anfangsbuchstaben unter derVorrede genennet, und seine Widerlegung mit Ap«probatton und Censur der Theologischen Zacultat zuAiel heraus gegeben, cl)
Herr Matthias Michael Lümmelinaiiki, Dia-conus zu l?keu»riark im Weimarischcn, gab 1734.;»Jena, eine Latechetische Anweisung zum erbau-lichen Bibellescn, heraus, worinncn zugleichvon den» Gebeee des Herzens und von derBeichte aus dem Herzen gehandelt wird, wozuHerr I). Walch eine Vorrede machte. In dieserSchrift erforderte er die Beichte aus dem Herzenvon einem jeden, darum, daßGOtt von seinem Her-zen uns unsere Schuld erlassen möge. Er wolte,.man solle auch beichten,Kirchcnsck!af, Scherz, Spaß-reden, unzüchtige Gedanken und dergleichen, undauf die Frage: Kau mich denn auch ein gemeinerChrist absolviern? antwortete er: Ach ja, denn Chri-stus sagt zu allen Christen, was ihr auf Erden läsenwerdet, rc. Marth. am ig. Diese Absolution, wie-wol sie nicht auf eben die Art, wie von Predigern
gesche,.
c) Fortgesetzt« Eamlung von A. und N- T. L. >7ZZ.p. 496. logg
ä) Nirdrrjachsischr Nachrichten I7Z4. p. S; ,.