'I. Cap. IV. Abtheil. von den Zwisiigkeiten.
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Ich wil die vorgegebene Wunder hier nicht erzeh-len, mankansicanderwerts lesen, wie Leute die lahm,blind, mit Schlagfiüssen, dem Bruche und andernZufällen behaftet gewesen, plötzlich gesund gemachtworden, da sie sich bey dem Grabe des p riß cinge-funden haben. Die Walfahrten wurden endlichso stark, daß der König den Kirchhof von S.LNedard zu Pariß, wo dieser geglaubte Hei-lige begraben liegt, mit einer Wache besetzen, und27z 2. einen ernsthaften Befehl ergehen lies, an sol-che Possen nicht zu glauben. Der Erzbischof lies son-derlich bey dieser Gelegenheit sein Mandement widerdie d^ouuellcs eccietisiiigneL herausgehen, darüber sogÄrste Unruhe entstand, ingleichcn ein anders, darin erauch zugleich die Wunder des Paris und chie.Con-vulsiones verwarf, und wäre der Paris ein Constitu-tioniste gewesen, so hätte man ohnfehlbar einen neuenHeiligen fertig gehabt, so aber arbeiteten die Eonsti-kiitionisten selbst, wider seine Wunder, und suchten die-selben zu vernichten-Dem ohngeachtet fanden verschieVene preßhafte Personen Gelegenheit, sich zum Grabedes Paris; zu machen, und da ihre Genesung zu suchen,und weil die Sache in die Constitutionshändel miteinschlug, so machte sie, daß solche desto hitziger ge-trieben wurden, zumal da eine Schrift, genant: dasLeben des pariß von dem Pabste verdammet wur-de, dergleichen ihm das Parlament in solchen For-nialien nicht einräumen wolte, ob es schon sonst wi-der die Convulsionaires war. e)
' Der Lerm gieng schon 1728-an, aber i/zo. kamdie Sache recht in Bewegung, da verschiedene Schrif-ten vor und wider die Wundcrdes Pariß zumVor-scheine kamen, davon die meisten von dem Parlämen-te verboten und durch den Büttel verbräm, dieBuchdrucker und Verfasser, die sich ertappen liessen,gestraft wurden. Die Freunde des pariß bemühe-ten sich seine ^Wunder glaubwürdig zu machen, undberiefen sich unter andern auf eine gerichtliche Unter-suchung derselbigen, welche der Cardinal von lTloail-les noch anstellen lassen, und in der man einige vonsblcher Beschaffenheitgefunden habc, daß man sie alswürkliche Wunder habe müssen gelten lassen. Die22.' Pfarrer zu pa ckst, welche der Parthey des Abrspariß zugethan sind, beriefen sich schon auf diese Actein einer Regnete, die sie >7Z l. an den Erzbischofübergaben, nachher breitete man immer mehrereAbschriften davon aus, und der Erzbischof machtedeswegen 17z;. eine Verordnung, darin er solcheActe der Ossicialität, in welcher man Pier angegebe
ne Wunder des AbtS Pariß bestärket, gänzlich ver>warf und verbot. Allein die Verehrer des AbtSpariß waren damit nicht zufrieden, und die ge-dachten Pfarrer beschlossen, eine Antwort auf dieVerordnung des Erzbischofs, aus Licht zu stellen.Sie gaben vor, der Cardinal von LTIoailles habenicht nur oberwehnte Untersuchung anstellen lassen,sondern weil in derselben vier solche Wunder richtigbefunden worden, habe er auch ein Mandement nachallen erforderlichen Formalien aufgesetzt, und sie indemselben als authentisch approbiret. Weil eraber verhindert worden, solches Mandement zu pu-bliciren, habe er es jemand aufzuheben gegeben, da-mit es so lange ingeheim verwahret werde, bis dieNoth erfodere, es ans Licht zu bringen, k)
Im Jahre 1755. wurde die Sache am heftigstengetrieben, als der Hof dem Parlamente dieselbige zuuntersuchen gänzlich überlies, welches denn auch be-mühet war, das fanatische Wesen, das sich von Parißin die Provinzen bereits eingeschlichen hatte, zu unter-drücken. Das Parlament lies nicht nur widerjalle Eon-vulsionaires und Anhänger des AbtS Pariß, sondernauch insonderheit wider ihren vornehmsten Verfech-ter den P. Oratorii, Boier, ein scharfes Decret er-gehen, man brachte verschiedene aus ihrem Mittelin die Gefängnisse, unter andern den BuchhändlerSiinarc, der einer der eifrigsten unter ihnen war.Hingegen machte sich ein Augustinermönch, BruderAllgustin, aus dem Staube und nahm 50200. Li-vres mit sich auf den Weg, welche er als eine Bey-steuer für die Ariiren, so mit Convulsionen beladenwären, gesamlet hatte. Als er noch zu Pariß beyihnen war, hat er mit denen von seinem Anhange,bey Nachtzeit, ProceßioneS um gewisse Kirchen ge-halten, denen so gar viel hübsche Weiber beygewoh-net, von welchen aber verschiedene der Nachtwachein die Hände geriethen. Immittelst wurde vonSeiten der vornehmsten Iansemsten, denen man diePossen mir den Convulsionaires überhaupt beymesisen wolte, und ihrer deswegen spottete, eine Prote-station abgefasset, darin sie das Bezeugen dieser fa-natischen Leute ganz und gar verwarfen, und mit ih-nen keine Gemeinschaft haben wollen, flnter denen,die solche Prytestation unterschrieben, und deren An-zahl sich auf Hc>. erstreckte, befanden sich absonderlichdie Äebte Perirpie, Aßfeld, de la Lroix, Rollinund verschiedene von den ehrwürdigsten Cures, dieeinen Platz in der Sorbonne selbst verdienten, s)
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e) Eurvp'-schc Fama,p. 45a. Theil, ;>. 80;.p A. Theologische Bibliothek
l- anevtoggcye'Owliothck, 56.Lheil,p.7Z«.6;,Lheü.l^"^p. 502.77. Tl)'eil,x.;7A. Fortgesetzte Samlung r/zz.x. 986.1 8 ) Eben dieß555.m. Theil. s H h