Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

;8S

Hl. Fortsetzung von 1741. bis 1745-

weniger gewisses versprechen. 5) Die noch übrige(Heorgianer gebrauchen das Alte Testament, wiewir, haben aber anstatt des Neuen, den Alcoranhinten angebunden.

Das Blrcheiiregliiienr der sämtlichen Gemci-nen steht noch auf dem alten Fuß. Wir haben dievier grossen Patriarchen der orthodoxen GriechischenKirche zu (. onstanrinopcl, Alexandrien, Anno.cl)ien und Jerusalem vorhin unter den Lehrern gc

bei, einem dergleichen Bsschoffe abgelegt, x) Erbesuchte einen Bischof »n seiner Residenz am BerzeLibanon. Die Wohnung desselben kam ihm vor,wie eine Schäferei,, und eine Seidenfabrigue, dennzu beyden hacke er viel Leute. Idro Hochwürdcnbreiteren selbst eine Matte unter einen dichten Fei,gcnbauin, und trugen ,n eigner Person Reiß,Milch, Eyer und Glucken zur Speise aus, undWein und Wasser zum Trank. Herr Korke ver-

nant. IhrAnsehn wird aber,wenn man den zuCon- wunderte sich darüber um so viel mehr, da er nochstantinopel ausnimmt, der doch ein Sclav der Türcken von keinem Bischof, Probst, oder Superintendcn-ist,oon Tage zu Tage schlechter. Sie behalten den Tinten in seinem Leben also war bedienet worden, ob ertul, und haben die Sache verlohrcn.Das ist unsern gleich mu verschiedenen sonst in seinem Lande gespeisetLesern schon aus dem vorhergehenden bekant. l) hakte. Doch weil er keinen Dollmccscher bey sichDie übrigen Partheyen der Morgenlandischen hatte, kanten sie beyde nicht miteinander sprechen.Christen habe», wie schon vormals gemeldet worden, Ob sie gleich unter den Mohammedanern ihreauch ihre geistlichen Oberhäupter, die sich wol gar freye ReligionS - Uebung haben, so fehlt es koch auchPäbste, oder auch Patriarchen nennen lassen. Er an manct>erley Drangsalen nicht, die in dieser K>r«

t"ge stehen in noch grösser» Ansehen, als die Patriarchen der orthodoxen Kirche, wie man z. E. vondem Abyßinischen weiß; andere aber haben keinegrössere, oder noch geringere Gewalt, als jeneDie Maromren u) haben sich zwar schon seit langer Zeit dem Pabst zu Rom unterworffen : sie hmden aber ün übrigen wenig Römisches an sich. Siekommen mit den übrigen Sccten der Morgentau

chcnhistone bereits erzehlet worden. D>e Römisch«Catholsschen verfolgen sie bey Gelegenheit härterals die Ungläubigen selber. Denn sie suchen, wiees hcist, der Griechen Bekehrung: und diese erstrecktsich selten weiter, als auf d»e AnnchmunadesGlau-benöarticuls, daß der Pabst zu Rom das obersteHaupt der Kirchen, und der Statthalter Christi

sey. Bekennen die Neubekchrtcn das, so mögenbischen Kirche mehrentheils überein. S>e haben sie übrigens glauben und leben, wie sie wollen, r)ihre Messe noch blS die Stunde in der Syrische» Doch nehme,» die Grieche» dann und wann auchSprache, w e auch alle andere Gebräuche ihrer L>-Me Gelegenheit mit an, ihren Gegnern eins anzu«lurgie. Selber ein Pater aus ihren Mitteln hat hengen. Das thaten, oder suchten^vielmehr, vor

jemand erzehlet, wie er nicht glaube, daß zehn un-ter allen ihren Priestern wären, die solche Spracheverstünden, und zwar ziemlich schlecht,- alle andere

einigen Jahren d>e Armenischen Mönche in einerVorlädt vor Hspahan, in Persten. Als der betan-ke Persische Monarch, Schach Nadyr nach ^ndiei»

Ordensleute aber und Priester verstünden nichts mehr ging, und seinen Sehn zum Statthalter uncrrdeß

davon, als daß sie es lesen tönten; das gemeineVolk hingegen verstehe davon nicht ein Wort. Da-her ist es ihren Priestern, Religiösen, und allemVolk einerley, ob sie die Messe bey den Ihrigen inSyrischer, oder bey den Römisch - Catholsschen inlateinischer Sprache hören. Denn ße verstehen kei

eingesetzt hatte: sahen sie das als eine bequeme Ge-legenheit an, sich wieder die catholsschen Miß,«-naricn und diejenigen, so die katholische Religionvon ihnen angenommen, zu beklagen. Sie klag«lcn bey ihrem Patriarchen zuerst, der gab ihnenden vernünftigen Rahr, die Catholicken durch Vor«

ne von beyden. Ihre Bsschöffe und Priester leben >stellungen wieder zu recht zu bringen. AIs sie aber

in ehelichem Stande. Ihr Patriarch wohnet imLanobini, welches Herr Korke, nebst verschiedenenandern ihnen zugehörigen Klöstern und Kirchen, alsganz schlechte Wohnungen beschreibet, x)

Damit man sich eine Vorstellung von den Bischof«fen machen könne, welche die MorgenlandischenPatriarchen zuweilen unter sich haben, und wie sehrsie von ihrer alten Herrlichkeit herunter gekommen,wollen wir einen Besuch erzehlen, den Herr Körte

S dieür Kirchenhißorie andern Theil p. 475- leg-r) Havcns Reise in Rußland p. gor.u Unsere Kir-benhifforie M II. p 476.

Kstteus Rrss« ins gelohte?and x. 4 4. 46z. 4Z7.

damit nichts ausrichten tonten, wendeten sie sich ar,den Prinz, «nd dieser gab Befehl, von den» Gou«verneur zu Ispahan dessalls Erkundigung einzu-ziehen. Der Gouverneur lies die Mchionarienvor sich fordern, und fragte, ob sie ein Edict hät-ten, das ihnen günstig wäre? Diese übergaben ihn,ein ganz neues Edict des Schachs, welches die völ-lige Gewissenefreyheit verstattete, und sawol dei,Catholsschen, als Armenischen Chr sten erlaubte, eineParthey anzunehmen, welche sie welken, ohne daß

man

v) Xttte I. c. v.

r- Avtlcns Reise iuS gelobte kand x. Sro.