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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. Cap. von ker Griechischen Kirche.

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keirs Kloster zeiget man viele unverwesete Cörperverstorbener Heiligen, zu denen viel Wallfahrtengeschehen, ingleichen die Hirnschedel, ausweichen einbeständig Oel triefen, und in Heilung der Krankengrosse Wunder thun soll. Mit diesem Wunder derl/nverweßlichkcit ihrerHeiligen, thut die RußischeKir-che grösierals die Röm.Cathslische mit den ihrigenallen. Man sieht die unverweseten Cörper und kan siebetasten. Der Docror Ariskin, ältester Leib-Medicuöbey Kayser Perer I. muste A. > 70z». alle dergleichenCörper auf Kayserlichen. Befehl untersuchen, undgestand darauf, daß kein Betrug dabey sey, und daßalle die Wunder der Römischen Kirche in keinemStück mit den Rußlschen zu vergleichen wären r)

Der ff'lblsch-f Ll-Wp!,«,h-lbig.k diese-, »l- Sei,-, stille; öd-- weolgsteas «.

-m g-nliche- Wunder. d-egestol-, daß er gl-ud-, ^ ^ geworden, Doch müs.

könn- Heer dos 'Wnnd--»>-rk °?ne Roste-, n.che g-- , Roskdlmcker gedenken, deren etliche

Taacs wieder dahingegangen, und den Cörper weiterhinan auf den Kirchhefgebracht. r) Von den leg-ren Dingen glauben die Russen das tausendjährigeKcich hier auf der Welt. Das soll noch vor demjüngsten Tage kommen. Da sollen die Russen wie-der aufstehen, die ganze Welt zu regieren. Die Pro-phezeiungen in der Offenb. Joh. halten sie also alle fürzukünftig. Die Welt soll nicht vergehen, sondernnur aufgelöset werden, und ihr nachfolgender Zu-stand mit dem ersteren übereinkommen, s) Dasübrige von ihren Lehren ist vormals gedacht.

Von Streitigkeiten in der Lehre oder Ketzereyen,st bey der grossen Unwissenheit auf der einen, undder grossen Gelindigkeit in Religionösachen auf der

leugnet werden, u) Herr Körte ist so gutwillig, undstehet der Griechischen Kwche deShalben wahrhaftigeWunder zu. Allein Haven, x) der sich sehr genauin dem H. DrepfulcigkertL Kloster umgesehen, unddas Wunderbahre, die alten unvcrwesecen Cörperselber nicht leugnen, vielwcniger einen vermuthlichenBetrug dabey zugeben kan, führet ganz andere Ursa-chen der Unverweßlichkeit, und zugleich einige Exem-pel von andern Orten auch bey den Protestanten an,daß man dergleichen unverwesete Cörper ohne einWunder ausweisen könne. Mau kan zu diesen Exem-peln noch dasjenige setzen, das uns vor einigen Iah-ren von einem Baron von Hs H 'org gemeldet wur-de. 7) Der Russe glaubt eine solche Prädestinationim zeitlichen, und eine so gewisse Hofnung, daß alleRussen selig werden, daß man nie einen ungedultigund betrübt dem TodBey den

«izt gar wenig Figur. Mau sieht oft, daß zwey Kerlmit einer Leiche kommen, die bey nahe ganz nackt aufeinem Brcte liegt, und sie so auf den Schultern tra-gen. Ist die Leiche etwas vornehm, hat sie anstattdes Beets, in einem aufgehobenen Stück Holz gele-gen. Ja man hat wohl eher erzehlet, daß derglei-chen Kerl, wenn ihnen der Weg zu weit gewesen,den Cörper an eine Stelle am llftr eines Flusses ein-gesteckt, ein wenig Erde daraufgethan, und als derKopf nicht ganz unter die Erde gehen wollen, denHals gar in Stücken gebrochen, und also die Leicheunter die Erde gebracht haben; bis sie des andern

mahl in dieser'Kirchenhistorie Meldung geschehen.Die Orthodoxen haben mit diesem Nahmen alle,die sich von ihnen, auch nur in einigen Gebräuchen,.abgesondert, belegt, und der Nahme ist endlich zumärgsten Scheltwort gediehen. Die Ursache magwohl'seyn, weil, wie insgemein zu den Zeiten undin den Gegenden der Unwissenheit geschieht, bey die-sen Religionöstreitigkeiten eine Parthie der andernimmer die schändlichsten Dinge nachgeredet, und dieso genannten orthodoxen Lehrer, es auch an ihremTheil nicht haben ermangeln lassen. So groß dieZerrüttungen waren, welche die ReligionS - Unei-nigkeit in der vergangenen Zeit erregt; und so ge-ring die Würkungen auch aller der schärfsten Mittelwaren, die Petrus l. noch gebrauchte, um die Roscol-^ ^ nicken auf den rechten Weg, und Sinn der Ortho-

V idv-n jn bringen; so vl-l,eng -in schlecht-- -Nil.m.,ch, «er g-m-me -Äonnj,^ ^s welches ^nf-ngs Üi-m-nd besonnen, ,»

Stillung aller dieser Unruhen bey. b) Er lies ncm-lich mit Einstimmung der Kirche eine Verordnungpubliciren, daß die Roscolnicken zwar von der Rus-sisch griechischen Kirche abgesondert seyn, sonst aberalle Vorrechte mit andern Unterthanen gemessen,damit man aber solche von einander unterscheidenkönte, einen rochen viereckigcen Lappen hintenauf dem Rock genähet, tragen sollten. Dieses ge-schahe, und der rothe Lappen war von wichtigernFolgen, als Verfolgung, Bann, Feuer, undSchwerd. Um des neuen Rocks überhoben zu seyn,liessen sich viele die alte Religion gefallen, unddie Zahl solcher verkehrten Leute nahm zusehends

ab.

r) Havcn l. c. p. zyr. 477.u) keipj. gel. Zeit. A. 174;. p.x) Kortens Reise ins gelobte Land p. 487.

>) Nachrichten von den neuesten theol- Büchern il.

k' 07;

Ul Theil.

r) Havens Reise o. 44.

3) Haoen I. c. p. 425,d) Havcn 1. c. p.zeü. Z 2 I.

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