I. Cap. von den Röm. Cath. Lehren.
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Vorschlag brachten. Doch war er bey dem allenlobern können; so ward der Cardinal wegen einesein eifriger Catholicke, der die Protestanten bey al-!fo glücklichen Erfolgs fast von allen Seiten heran-
ler Gelegenheit unterdrückte. Das haben sowoldie heimlichen Hugenotten in den Sevenischen Ge-b/,rgen, als auch die Protestanten in Elsaß erfah-ren. Erstere wurden A. i/zo. mit Leib undLebenS-jlrafe belegt: und die andern sind durch ein köni-glich Edict von A- 1727. von allen Aemtern undBedienungen ausgeschlossen, und fast aller bishernoch gehabter Religions-Freyheit beraubet wor-den.
Alle dergleichen Proceduren machten den Cardi-nal so wol bey den meisten Unterthanen, als beyvielen Grossen des Reichs verhaft. A. i?zo. wur-de dahcro von verschiedenen Grossen eine Cabbalegeschmiedet, und sie verbanden sich, alles möglichebeyzutragen, um den Cardinal zu stürtzen. Dochder Anschlag ward entdeckt, und es musten vielHerzoge und andere Grosse den Hof eine Zeitlangmeiden.
In Ansehung her Finantzen soll der Cardinalsehr gut gewirthschaffcet haben, so daß man einenziemlichen Theil Staats-Schulden getilget, unddas Reich in einen formidablen Stand dadurch ge-sellet hat. A. l?Z2. suchte er bey dem Könige seineDimißion, erhielt sie aber keineswegenS, sondernder König ordnete ihm lieber den damaligen Sie'gel-Verwahrer Louis Germaiu Lhauvelin inVerwaltung der Staats-Geschäfte zu. Weil sichaber dieser zu viel herausnahm, wurde er bald,nehmlich A. 1757. wieder von Hofe entfernet.
Das Haß gegen das Ministerium wuchs hierbeydergestalt, A. »7Zz. eine Schrift unter dem Titul:Schreiben Ludewigs des XlV. an Ludewigden» XV. zum Vorschein kam, darinne dem Car-dinal unter vielen Schmähungen alles vorgerücktwurde, was ihn nur zum Nachtheil gesagt werdenkontc. Sie ward aber bald durch den Scharfrich-ter verbrannt.
Das gröste Meisterstück des Cardinals in Anse-hung der Staatsgeschäfte ist nach der meisten Ur-theil , der glückliche AuSgang des Polnischen Suc-ceßions-KrigeS gewesen. Der König Stanislauskonte sich, ob er gleich A. i?ZZ> erwehlet warfenPolen nicht behaupten, weil daselbst alles unglück-lich gieng: allein Franckreich erholte sich bekanter-massen an dem teutschen Reich, und dem Kayser.Der Siegelverwahrer Ehauvelin solte das meiste zuden kriegerischen Gcdancken Franckreichs beygetragenhaben; unterdessen hatte Hlenry die Ehre, daßman seiner Staatskunst das glückliche Ende dessel-ben A. t7Z5- aileine zuschrieb.
gebetet. Der König erhob seinen Vetter zum Her-zog und Pair von Franckreich, und versähe ihn sowol, als die übrigen Anverwandten mit reichlichenEinkommen. Die Sakyren, so etwa noch widerden guten Cardinal zum Vorschein kamen, machtennirgends einigen Eindruck mehr. Man verehrteihn in seinen lezken Jahren durch ganz Europa,als einen allgemeinen Mittelsmann und Friedema-cher. Er stellte sich auch gegen die armen Appel-lanten im Reich etwas gelinder an, und that denblinden Vertheidigern der Constitution selbst hierund da einigen Einhalt. Das Parlament wardnur unter der Hand gedruckt. Durch seine Ver*Mittelung wurde das Friedeus-Werk mit dem Kay-ser, und der Beytritt der übrigen Kronen vollendszu Stande gebracht, die Prätendenten der Jülich-und Vergischen Erbschaft aus einander gesezt, derFriede zwischen den Türcken und Kayser geschlossen,die Corsicaner aber zum Gehorsam gegen die Ge-nueser gebracht. Kurz er hatte in allen Europäi,schen Händeln die Hand,' doch walten ihm die En->gelländer, denen er seine Vermittelung zu Beyle-gung des Krieges mit Spanien anbot, niemalsrecht trauen.
Wäre der Cardinal vor Kayser Carl VI. gestor-ben, so würde der Ruhm, den er mit unter dieErde gebracht, alles ausgelöschet oder 'zugedeckethaben, was nran auch sonst zu seinen Nachtheil er-zehlet. Allein die Verbindungen, in welche er sichnach dieses Kaysers Tod, wieder die Königin vonUngarn, der von Franckreich garantirten pragmati-schen Sanction unerachtet, einließ, die Aerreis-fung der Oesterreichischen Macht und Lande an allenHöfen angesponnene Intriqven, die mit Rußlandin Krieg verwickelte Schweden, das erstaunlicheBlutvergießen, so besonders in Deutschland /enenVerbindungen zu Folge entstanden, der Mangelder Aufrichtigkeit, der ihm bey verschiedenen Un-terhandlungen öffentlich vorgeworffen wurde, brach-ten freylich viel Leute auf die Gedancken, er seyder friedfertige und aufrichtige Mann würcklich nicht,vor welchen man ihn bißhcr gehalten hätte. DasGedränge, darein Franckreich bey den glücklichenWaffen der Königin kam, und der schlechte Erfolgaller dieser Machinationen gaben in dem lezten Jahrseines Leben genug zu erkennen: Fleury habe seinenRuhm überlebet. So gern er auch vor seinem En-de den Fricdenstempel noch erösnet hätte, so konteer doch die Schlüssel dazu nicht sinken. Er starbden 29 Jan. A. 174z. nachdem er von seinem Kö-
Weil nun Franckreich durch solchen Frieden mehr nig unveränderte Merckmale einer zärtlichen Liebegewann; als es durch den blutigsten Krieg hätte er- s Iiii r bis