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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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l. Eap. von den Röm. Cakhol. Lehrern.

an, und lies durch gewisse Commissarien et-liche tausend nach denjenigen Theil von Litthauenbringen, der zu Preussen gehöret, allwo er ihnenein Stück Landes mit vielen Freyheiten einramm-te, um solches anzubauen. Der König von Groß-brittannien folgte diesem Exempel, und lies eineziemliche Anzahl derselben nach America übersetzen,und sowol in Holland, als verschiedenen Orten imMeich liessen sich andere einzeln nieder.

Das Emigriren wahrte etliche Jahr, und derAbgang an Erzbischöstichcn Unterthanen und Ein-künften war sehr merklich. Doch das hielt denErzbischof von seinem Elfer nicht ab. So baldman jemand entdeckte, der protestantische Bücher,oder Meynungen hegte, so bald zagte man solchenfort, und verbot ihm aufs schärfste, jemals wiederins Land zu kommen, wolte auch denen nn Landenicht die geringste Correspondenz mit den Emigrir-ten verstatten. Das schlimmste war, daß man dieKinder gern zurück behielt, wenn die Eltern ausdem Lande gejagt wurden. Wegen der Emigrirtenihrer Gürer wurde vom König in Preussenein Minister mich Salzburg geschickt, der die Ver-kalkung derselben besorgen, und das Geld, so dickman in einem von Unterthanen entblößen Landedaraus lösen tonte, dafür in Empfang nahm. DemSalzburgischcn Hofcanzlar von Rälle wurde diemeiste Schuld von diesen Unruhen beugemessen.

Mit dem Kayser stund der Erzbischof in gutenVernehmen, wartete ihm A. »7Z2. in Person zuLinz auf, und hatte das Vergnügen, daß A. i?Z4sein Geschlecht in den Reichs-Grafenstandt erhoben,und sein Bruder, der Graf von Firmian zumKanserlichen Geheimen Naht ernennet wurde.

Vor das Aufnehmen der Universität zu Salzburgwar er sehr besorgt: daher er nicht nur A. i?z r.eine neue Profeßion desfnn; kublici oderdcrDeut-schen Reichs-Rcchte, sondern auch A. »7Z7- einbesonderes Eollegium vor junge Edelleute unter demSchutz des heiligen Joseph» und Earol» Borro-i»äi stiftete. Wie groS aber der Aberglaube nochauf dieser Benediktiner-Universität sey, wird ausden Unruhen und Streitigkeiten erhellen, dir A.1740. daselbst wegen der Verehrung der Jung-frau Mama entstanden, und von uns hernach un-ten bey den Streitigkeiten sollen erzehlet werden.Der Erzbischof, welcher ein hitziger Verfolger derProtestanten gewesen, erwies sich dabey keinesweges,als einen blinden Verfechter des Aberglaubens. Erließ die Exemplaria von einer gedruckten Predigtwegnehmen, darinne ein Doctor Theologia, undProcancellarius der Universität die Jungfrau Ma-ria gleichsam zur Göttin gemacht hatte. Er ent-setzte einen , der wrder den berühmten Herrn Mn-

ratori in der Sache eine heftige Predigt gehalten,

die selbst einige vernünftige unter den Mönchenverabschcueten, seines akademischen Ehrenamts,und lies den übrigen das aufrührische 'und schmäh-süchtige Predigen auf das schärfste verbieten. End-lich gebot er beyden Theilen durch ein Edict vom2 z. Scptembr. 1740. Friede. Die Hauptpersonender Gegenparthey, so vor eine abergläubische undausschweifende Verehrung der Jungfrau Mariaeingenommen war, legten ihre Aemter freywillig nie-der und grengen von Salzburg weg. Der Erzbi-schof aber lies bey dieser Gelegenheit den Zustandder Universität genau untersuchen, und zu einergrossen Veränderung und Verbesserung derselbenAnstalt machen.

Er war übrigens von grosser Leibes - Statur, undeinem sehr ernsthaften, und hochmüthizen Wesen.Er grüffete nicht leicht jemanden, und sprach sehrwenig. Die Jagd war sein gröstes und fast einzi-ges Vergnügen. Im Sommer hielt er sich meistauf dem Lande auf, da denn nicht leicht jemandFremdes vor ihn kam. Er lebte genauer, als seinVorgänger, der einer der großmüthigsten und präch-tigsten Prälaten seiner Zeit gewesen. Von Naturwar er ziemlich schwächlich, allein durch die Vor-sorge und Geschickiichkcit seines Leib-Medici, so fastder einzige war, der recht frey mit ihm reden durfte,ward er bis zu einem ziemlichen Alter erhalten.Er starb den 22. Oktober, zu Salzburg, nachdemer sein Alter über 6;. Jahr gebracht, und dieRegierung 17. Jahr geführek hatte, n )

Man hat übrigens von ihm eine Dust-und Fa-stenpredigr, welche 17z;. zu Schwabachnnt Gin-ccri Pistophil» Anmerkungen heraus kam. DerErzbischof nahm diese Widerlegung sehr ungnädigauf, und wolte anfangs sich qn einem Prediger zu Rc-genspurg rächen, an welchen viele Eremplarien ge-sendet worden. Hernach aber wurde betaut, daßHerr D. Georg Ludewr'g «Oeder, Dechant zuFenchtwangen, der Autor davon sey. Hieraufsahe man; wohlverdiente Bestrafung des un-verschämt und Eselhafrcu Lalnmruantcn, sounrcr den» erdichteten Namen Ginccri pisto-phili die Bus-und Fastenprcdr'gr Gr. -Hoch-fürstl. Gnaden zu Salzburg m.tt lächerlichenund aller unvernünftigsten Anmerkungen nach-zudrucken, sich freventlichst unternommen,um aber mir rvohlgemessenen Lorrecrrouenöffentlich beschämet worden, von V. 8. k. :7zä,f- ,Hr. Oeder antwortete darauf; als er 1737.die deutsche Übersetzung von Lhemnirii zwo Ab-

Hand,

n) Genealogische Wer. Nachrichten 'l?. !X. p. 74 t.