I. Cap. von den Ehrisil. Scribent.
661
das Reale Staats-Aeitungö - und Conversirti-ons - Lericon aus, idas man sHübnern'zueignet,weil er die Vorrede dazu gemacht, und hernach,sooft aufgeleget hat. Zu dem Zieglerischcn Schau-play verfertigte er die ersten zwey Theile, und vie-les in dem Europäischen Herold schrieb sich auchvon ihm her.
A. 1704. ward er bey dem Grafen Reust in Ro-stritz Hofmeister und Rath, wie auch Lehnsdirectorder sämtlichen Reußischen Lehnen, das folgende Jahraber bey der verwitweten Herzogin von MerseburgHofmeister zu Forstn in der Lausitz. Im Jahr1711. bestelle ihn der Herzog von WürtcnbergBerustadt zum Regierungsrath, worauf er 1718.von dem Grafen zu Hoheulohe - ^fcdelbach zumPräsidenten aller seiner Soilegiormn berufenwurde. Nachdem er diesen Posten bis 1727.mit Ruhm bekleidet, ging er als Geheimer-Rathin oben gedachte wichtige Aemter nach Laubach, inwelcher Bedienung er auch bis an sein im 85sten Jahrerfolgtes seeliges Ende gestanden. Ausser oben ge-dachten Schriften, hat er viel nützliches und er-bauliches geschrieben, daß man ihn mit Recht zuden GotteSgelehrtcn zehlen könte, als
I. Unter den Nahmen Amadeus Lreurzberg
1. Gottselige Betrachtungen auf allei Tage des ganzenJahres m 8- '727. 17)7.
2. Seelen erquickende Himirielslush aufErden in 200. Be-trachtungen 172z.
Z. Seelenruhe in JEsu Wunden, oder Paßionsandachten172;. in 8.
4. Das andächtige Christenthum. Ein Gebetbuch 1724.t. Betrachtung des Lebens JEsu Christ 8. >714.
6. Betendes, lebendes, und danckcndes Christenhcrz>7,0. m »r.
7. Geistliche, und andere erbauliche Poesien 1720. in 8-
ll. Unter dem Nahmen Ludwig Ernst vonFaramond.
r. Das »«christliche Christenthum- Zwey Theile 17 >5.in 8-
5>. Der weise und kluge Epictetus 1719. in 8.io. Das Land der Zufriedenheit 17Z2. in 8. '
n. Seltsame aber wvhlmcynende Gedanken über dieEitelkeit der Welt 2. Theile in 8.
»r. DasReichder Eitelkeitnnd Thorheit. 17-?- M8.iz. Klugheit der wahren, und Narrheit der falschen Chri-sten l?Z4. m r.
14. Die Wissenschaft zu leben. 17;--in 8.
15. Aufrichtiges Protocoll der Unterredung einiger ver-trauten Freunde 1740. in 8.
16. Kurze und erbauliche Lebensregeln 17Z4. in ir.
,7. Der kleine Görgel in Lebens-Gröffe. in >2.
18. Verschiedene geistliche Lieder, deren einige in demFrcylingshansrschen und Rambachischcn Hausgcsang-buche stehen.
III. Ohne seinen Nahmen.
19. Ein ganzes Nest voll ausgeheckter Grillen in 4.
»0. Curiöses Caffehaus zu Venedig 1698.
r r. Der fliegende Passagier, zwölf Promenaden in x.
22. Pasqnini geheime Brieftasche 1710. in 8.
2z. Des träumenden Pasquino kluge Staats-Phantastcnz. Theile 1697. in 8.
24. Der Europäische Niemand8.24. Theile. 1712-1721.2;. Sendschreiben eines vornehmen Deutschen von einerWallsarth nach Rom 1756. in 8--6- Den Herkomannuni, auf Veranlassung des GrafenSporck.
Ausser dem hat er viel nützliche und erbaulicheBücher aus dem Lateinischen, Französischen undEnglischen übersetzt, darunter Grorius vorn Rechtdes Rriegs und Friedens, derTelemach, EspritFalschheit dcr menschlichen Tugenden, und ver-schiedene Schriften des berühmten Bellegarde diebekantesten sind. 5 )
rkixvkiE» läorickänn
Königl. Prcuß. Eeheimerrath, krlae. d-eksr. NoK.
und strokvstor krimarins ^teäicinL, und der ganzen Univer-sität Senior zu Halle, Mitglied der Röm. Kays. ^caä. nse.curior. Der Petersburgischen, und Preustschen Societä-ten der. Wissenschaften, geb. den 19. Febr. 1660.gestorb. den 12. Nov- 1742.
Dieser grosse Mann, den die Aerzte seiner Zeit,wenigstens in Deutschland/als einen VaSer verehret,und die Gottesgelehrten nicht weniger genutzet ha-ben, war selber zu Halle von einem gelehrten Vatergleiches Nahmens gezeuget, welcher des HerzogsAugusti, Magdeburgischen Administrators, Leibarztgewesen. Nachdem er die Anfangsgründe der Wissen-schaften zu Hause durch Privat-Unterricht begriffen,fieng er 167z. an, .das Hallische Gymnasium zu be-suchen, und ging nach rühmlich ausgehaltenen Schul-jahren 1678. nach Jena. Hier hörte er in der Ma-thematik und Naturlehre den berühmten Mergel;in der Medicin aber hauptsächlich den alten Wedel;zog aber 1680. nach Erfurt um von dem berühmtenD. Lrarner daselbst die Chymie zu erlernen.Zu Ausgang gedachten Jahres kam er wie-derum nach Jena, disputirte, und ward 1681. in sei-nem 2iten Jahre zum Doctor der Arzneykunst erklä-ret. Er disputirte hierauf, als Präses öfterer, undfieng an, mit grossem Beyfall medicinische und chy-chische Collegia zu lesen. Im Jahr 1682. ging ernach Westphalcn, practicirte ein paar Jahr in dasi-ger Gegend, reisete so dann nach Holland und Enge-land, besähe alles merkwürdige dasiger Gegenden,machte mit den gelehrten Männern Bekantschaft,und wurde nach seiner Zuruckkunft zu Minden A.1685- bey dem Regiment des Obriften von Zieren,als Medicus angenommen. Das folgende Jahrwurde er Land-Ptzysicus des Fürstcnthums Min-Ooo 0 z den,
f) Ncubaucrs Nachrichten von jetzt lebenden Theolo-gen p. ili?-