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III. Fortsetzung von 1741. bis 1745.
ma ihrer Religion geschmiedet, das unendlich weitvon der Lehre Jesu Christi entfernet, und nut denAbsichten ihres verderbten Fleisches desto verträg-licher ist. Das suchen sie auszubreiten, und weilsie dieses nicht gerade zu thun dürfen, so versuchensie erstlich ihren Lesern das unter der Hand beyzu-bringen, daß die Bibel oder geoffenbarte Religionso nöthig nicht sey. Dieses geht am leichtesten an,wenn man vorgiebt, und in artig geschriebenen Ab«Handlungen darlegt, daß sich fast alle die zurSeligkeit nöthige Wahrheiten aus den Gründender Vernunft herleiten, und hinlänglich beweisenlassen. Man vergift, dabey den Leser zu unterrich-ten, daß liian ohne die Schrift auf dergleichen Sätzenicht gefallen wäre, daß man die Muthmasungcnvrn den gewissen Wahrheiten, und dasjenige, wasder Vernunft nicht widerspricht, von dem unter-scheiden müsse, was sich zuverlässig und gewiß darauserkennen löst, und daß eö noch Geheimnisse gebe, derenErkenntnis unmöglich aus der Vernunft zu holen,und dost) zur Seligkeit höchstnothwendig ist; undhiermit wird der Leser allmählich zubcrciket,das über-natürliche bey der wahren Religion zu verlachen, unddas Wort GOtteS zum höchsten als ein Licht anzuse-hen, das nur zu jenen finstern Zeiten, oder vor denunwissenden Haufen nöthig gewesen, dcssenSchein sichaber bey den Leuten, und zu den Zeiten gar sehr ver-ringere , da es helle und voller Tag geworden. An-dere führen die Fehler, oder wohl gar Irrthümer ausandern Absichten ein. Sie wollen etwas neues sa-gen, um sich Zuhörer, oder ihren Büchern Käufer zuerwecken. Ihre Ehre, ihre Nahrung, ihr Schmuck,ihre Wohnung, ihr ganzes dürftiges Leben hanget vonNeuigkeiten, und Seltenheiten ab, die sie den Mon,sehen, die von Natur neugierig sind, in ihren Reden,und Schriften vorlegen müssen, um sie zu Bewunde-rern und Gönnern zu behalten. Sie setzen also denHandel mit neuen Wahrheiten fort, wie sie ihn ha-ben anfangen müssen. Sie denken, sie reden, sieschreiben anders, als andere Menschen, von denen siedoch selber zu glauben vorgeben, daß sie es besser ge-macht, und gewusi haben, denn sie. Werden sie aberzur Rede gesetzt, wird ihnen das Ungereimte, daFSchlechte, die Folge einer auf die Art geschmiedeten,oder wohl gar altgebackenen Neuigkeit vor Augen ge-legt : haben sie Gefahr oder Verdruß von der neuenWarhcit zu erwarten, so prorestiren ße aufs höchste,daß ihnen nie Ketzereyen in den Sinn gekommen.Sie zerren, sie dehnen, sie beschneiden, sie überklei.stcrn, sie verändern hernach an ihrem Vortrage wie-der, so viel in ihrem Vermögen steht, um die, denensie Antwort zu geben schuldig sind, zu versichern, daßsie nichts anders lehren wollen, als was andere recht-
schaffene «Leute vor ihnen gelehrt. Hatten sie aberdie Stelzen vorher ergriffen, und wären gegangen,wie andere Leute, so wäre das mit Verlust ihrer Ehre,oder wohl gar ihres biögen Brodes geschehen. Soviel man auch mit solchen Mitleiden hak: so wenigkan man sie von aller Schuld frey sprechen. IhrVerfahren kan auch wieder ihren Willen eine Quelleiclcr Streitigkeiten, Wortzänkereiien, und verkehr»er Meynungen werden. Die Weltweisheik, vonder man viel böses befürchtete, scheinet rctzk der reinenLehre so gar fürchterlich nickn mehr. D.c Heroldeund Liebhaber derselben fangen allmählich an, diePcdantercy, so damit vorgegangen, zu erkenne», undzu gestehen, daß noch nichr dabey alles so ausgemacht,als man wegen der streu cen Lehrark nn Beweisenausgemacht zu seyn glaubte. Man sieht ^icr und daden grossen Fehler ein, den man begangen, daß mandie Schrift verachret, und die Grenzen der Vernunftweit über ihr Gebiet hinaus gesctzet. Einige sind soaufrichtig, le) und helfen nunmehro selber nut andem Fehler verbessern, und wir wünschen, daß wirin Zukunft solches mit vielen rühmlichen Zeugnissenbestätigen können, wenn wir einmal einen grösternZeitlauf zusammen nehmen, und die Leser von dervorgegangenen Veränderung, ausführlich, wie dasvorigcmal, unterrichten. Die Herrenhukcr sindvon uns ausgegangen, und werden nunmehro billigin das Lapirel von Bctzercyen und Trennungenunter die von den drey in dem Deutschen Reichblühenden Haupkreligionen der Christen ganz unter-schiedene Secten gesetzet.
VI.
Was vor Irrthümer sind bey den Römisch,Cati)0l«schen anzutreffen?
Es ist in allen Stücken bey dem verblieben, waswir oben davon anzeigen müssen. Man bat nichteher geruhet, als bis die so berüchtigte Eonsttrnnontlnigenirus fast alwnthaiben triumphiret, und dasAnsetzn n- bst der Unfehlbarkeit des Römischen SrulswelüqstenS bey dcrClcriscy hierdurch noch mehr br-statigek worden. Die u-.len folgende Erzehlung derStreitigkeiten und der übriwn Kirchen«,,staltenwird die Leser mehr, als zu deutlich »'iberzeugcn, daßman noch steif über die Menschenqcbole, über dieTraditioneS, Verehrung der Jungfrau Maria, undanderer Heiligen, deren Anzahl man noch täglich ver-mehret, und daß wir es kurz sagen, über die Schlüs-se des Tndcntischcn Conciliums halte,und ob sich gleich
die
li) Nachrichten von den nemstcn theologischen BüchernD lV. p »76-