I. Cap. von den Zwistigkeiten.
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nommcn, so wollen wir diese Frage mit einem doppel,ten Zeugniß beschliefsen. Das erste sind die Gedan-ken des Herrn D. Baumgarten, der sich von derErkentniß unwiedcrgeborner Menschen aus heil.Schrift erkläret, g) „Ein Unbekehrter kan sowol,„als ein Bekehrter den richtigen Verstand der heil.„Schrift einsehen, zumal da der Einfluß göttlicher,,Wahrheiten in den Willen der Menschen auch bey„den Würkungen der zuvorkommenden und bearbei-tenden Gnade Gottes statt findet: so wie im Ge-gentheil ein Bekehrter sowol, als ein Unbekehrter„in Auslegung der heil. Schrift irren kan. Ob-gleich die Einsicht solcher Stellen, die von götkli-„chen Veränderungen des Gemüths und Gnaden-„würkungcn handeln, durch die eigne Erfahrung der-selben weit klarer und anschauender werden muß,„als ohne dieselbe möglich ist.„
Das andere kömt von einem Reformirten Lehrer,der bey den Protestanten in grossen Ansehn steht, undgleich sein Buch um dieselbe Zeit abgefassct hat, alsder Streit wegen Erleuchtung am meisten rege ge-macht ward. Der beantwortet die hieher gehörigeFrage: Obemgorcl se Lehrer nicht ebensogut,und oft noch besser als ein solcher predigen ön-ne, der viel Gottseligkeit und Tugend besitzet?in folgenden Anmerkungen, „l. Wenn die Gemüths„und Leibcsgabcn in beyden 8ubieÄi, gleich sind, so„wird derjenige, der Gott von Herzen fürchtet, aller-„dings mehr ausrichten, als der, der entweder ein„Heuchler,oder offenbar gottloser Mensch ist. II. Ein„gottseliger Lehrer wird bey mittelmäßigen Gaben in„einer Gemeine, die ihn kennet, mehr Nutzen schaf
„gleich dich Gottseligkeit eines Lehrers wesentliche„Eigenschaft seyn soll, so ist es dsch nicht genug, daß,,er nur gottselig und tugendhaft sey, sondern er muß„auch diejenigen Gemüths-und Leibes-Gaben besi-„tzen, die an einem solchen erfordert werden, der ei-„ner Gemeine fruchtbarlich vorstehen will.,, r)
VIII.
Was ist von der Kraft des göttlichen Wortsetwa noch vorgekommen?
Daß dem Herrn D. Hosmann zu Kiel von demHerrn Kirchenrath walch in der Sache geantwor-tet worden, -) haben wir das vorige mal gemeldet.Nach der Zeit hat man in eben der Sache auf letztge-dachten Gottesgelehrten einen neuen Angrif gewagt,wenn es anders ein gelehrter Angrif zu nennen, wasnur überhaupt gesagt wird. Man hat den fortge-setzten Sammlungen von A. und N. einen so ge-nannten Nöthigen Bericht einverleibet, allwoman aus dessen Einleitung m dieReligionsstreirig-keiren c) Oec lutherischen Rirche den Satz ange-zogen hatte: „Das w >rr GLttres har sowol ei-„ne natürliche, und mir allen andern Schritten„gemeine; als auch eine übernatürliche Braft,„daß, wenn ein Unwiedergeborner darüber„kömmt, und der S rächen kundig ist, so kan„er aus eigenein Vermögen in Ansehung der„natürlichen Rraft sich solche Vorstellungen„machen, welche mit den Bedeutungen der)„Wörre , wenn er solche vorher weiß, überein-stimmen, eben so, wie es bey menschlichen Bü-„chcrn geschiehet. « - dabey er meyute, man
„sen, als einer, der mit den vortreflichsten Gaben aus- „müsse eine solche, und von einem llnwiedergebornen
„gerüstet, und dabey seinen Eitelkeiten wegen in ci-„nem üblen Rufe stehet. lll. Je grösser die Gaben„eines gottlosen Lehrers sind, desto mehrern Schaden„verursachet er in der Gemeine. Die Frommen, die„nicht blindlings nach anderer ihrem Exempel leben,„können einen solchen Comödianten nicht ohne Ab-„scheu und Verdruß hören. Die Schwachen aber„nehmen samt allen Unbekehrten daranAnlaß zusagen:„Sehet da den Mann, den grundgelehrten Mann, der„zum Beweist der Glaubenswahrheiten die stärksten„Gründe anführen kan; der aber so lebet, als ob er von„alle dem, was er saget, nichts glaube - - Wirma-„chcn aus allen diesen den Schluß: Obgleich ein un-„bekehrter Lehrer ein guter Prediger seyn kan, so soll„man ihn doch um deswillen (weil sich die Gottlosen„heimlich auf seinen Wandel berufen) weder unter„die Lehrer aufnehmen, noch dafür halten: und ob-
„nakürlicher Weise erlangte Erkenntnis acj gälu;„pLllagnZicos rechnen. Hierauf werden statt derAntwort, die von Herrn Zeibich vormals in derersten Hitze des Streits niedergeschriebene Worteangeführt. „Das mag wohl eine Erfindung„des leidigen Geistes, und ein solcher Satz seyn,„der uns endlich um alle Gnadenmirrel undfolglich um alle Seligkeit bringen will. Ur-sache. So wird Gorres Wort, gntencheilszu blossen Menschen Wort. So rst der heil.„Geist von vielem Wort gerrennerl so ist ein„doppelter Verstand in ein m Spruche ein„schlechter uird begreiflicher, vor die Bösen;
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Baumgartens Unterricht von Auslegung der Heil.Schrift x. «8.
r) Roques Gestalt eines Evangelischen Lehrers. ErsterTheil. p. n7
8) Walchs Einleitung in die Religionsstreitiskriten derlutherisch. Kirche l'.V.p.
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