I. Cap. von den Zwistigkei'ten.
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dessen Meldung thun, was aus gedachter Schrifthieher gehöret. Der Hauptzweck des Buchs schei-net der zu seyn, die Ewigkeit der Höllenstrafcn überden Haufen zu stosen. Ist GOtt ein höchstseligeö,höchstvergnügtes, und sich selbst gnugsameö Wesen,schliefet der Verfasser, so kan er nicht in den Ver-stände gerecht gegen die Sünder seyn, wie es dieGottesgelehrten haben wollen. Der Mittelpunctder Gerechtigkeit ist Liebe und Gültigkeit, daher kön-nen die Strafen der Verdammten'.nicht ewig seyn.GOtt wird das Böse in ihnen erst zernichten, undsie auch alsdcnn seiner Seligkeit theilhaftig machen.Die Strafe» müssen nur ein Stand der Reinigungoder Prüfung seyn. Dergleichen Gedanken werdenvon dem Verfasser in einer andern Schrift die unsschon unter dem Tirul: I. irres iur la AcliZion eilenlielle a 1 ' Komme »7g8-bekant ist, K) aufs neue miteingemischet, um die jo hoch angepriesene natürlicheReligion recht annehmlich zu machen, c) Unter an-dern, welche beyde Schriften ganz widerlegt, undschon vormals sind angezeigt worden, tl) hat HerrTVsllc den Irrthum wegen der Höllenstrafcn unter-sucht. Allein er geht einen Weg, den nicht alle vorgleich sicher halten werden. Er spricht: Derglei-chen Leute, als der Verfasser vorgedachter Briefe,müssen erst unter der Erwerbung und Mietherlu,g des HeylS einen Unterscheid machen lernen.Jene ist allgemein; aber diese nicht. Sie müssenbedenken,daß das ewige Gesetz den Übertretern zeitlicheund ewige Strafe drohe. Der Nachdruck des Ge-gensatzes aber erfordere, daß wenn eine zeitliche Strafeeine solche ist, die ein Ende hat, eine ewige die sey,so kein Ende haben soll. Sie müssen wissen, daßdie gegenwärtige Welt nur ein Stand der Prüfung,die zukünftige aber nur ein Stand der Belohnungund Bestrafung sey u. d. m. Wie Herr Molle dieseGründe vor zulänglich hält, die Ewigkeit der Höl-lenstrafen ohne Ende mit vollkommener Gewißheitdarzuthun: also entwafnet er einen groscn Theil sei.ner Mitbrüder, welche wider die Wiederbringung zuFelde ziehen. Er hält die Gründe und Schlüssefür falsch, womit man sonst die Ewigkeit der Höl-lenstrafen behauptet: i) GOtt ist unendlich, sa-he».- sino sie Strafen der Verdammten au-bunendlich. 2)Die Verdammten sündigen ewigdaher sind auch ihre Strafen ewig. z) Or-Gottlssen fündigen wider eür unendliches iVstn, daher ist ihre zukünftige Hölle »strafe ewig.Er will den letzten Satz nur also eingeschränket zuge-ben: Die Hsrtlofen s..»Stgcn wrder em NX',eu
k) 8- diesen Theil p. 5 ??. e, uocr vic IN vrr Ļu>,!pur
c) Sammlung von alten und neuen theol. Sachen A. scher, Conf. enthaltene Sittcnlchre Christi p.?;,. 75 i-1742. 72'- 722. l s, Sammlung'von alten und neuen rheol. »Sachen
ä) Siehe diesen UI. Theil x. ;;r. I «74Z- p. ivo.
das ewig ist: also kan sie auch dieses ewig stra-fen. Er setzet hinzu: die Möglichkeit einer solchenEwigkeit sey hieraus klar, und die Gewißheit setztenso helle und nachdrückliche Sprüche der heil.Schriftin ein volles Licht, e) Bey diesem Vortrage liefesich vielleicht noch verschiedenes erinnern. Wir las-sen uns begnügen, an dem Verfasser der bekanntenkcltrez kansriguer, welche 17)9. unter der AufschriftLondon aus Licht getreten, noch einen Freund derWiederbringung zu nennen, f)
Man kan nicht sagen, daßjsich die Feinde derWarheik bisher unbekanter Waffen und neuer Grün-de wider die Rechtgläubigen bedienet. Vielleichthat man jenen von dieser Seite gar damit einigeBlosse gegeben, daß man mit Hindansetzung derSchrift das vortheilhafte Lager verlassen, und aufden Höhen der Vernunft von einem Ort zum an-dern gezogen, um ein neues abzustechen, dabey mandem Feind nicht alle Zugänge verbieten können.
Die Lehre von Erlösung der Verdamten ist frey-lich übrigens so beschaffen, daß sie durch mittelmäs-sige, oder auch wohl gar ohne Waffen, den Siegüber Menschen erhält, die von ihren Leidenschaftenangeführet werden. Man disputiret nicht lange:man redet nicht davon: man glaubt es, weil esangenehm ist zu glauben, und weil es Leute! sagen,welche sonst so artig denken und reden, als wir esselber wünschen. Nicht nur vorhin angeführteSchriften, sondern unzählig viel kleinere Blätter,so in französischer Sprache herum fliegen, »rnd alsWerke der Scharfsinnigkeit von ihren Bewunderern§ verschicket, ausgetheilet, und angepriesen worden,die Endlichkeit der Strafen und die Güte GOltesohne Gerechtigkeit predigen, thun in unsern Tagenunsäglichen Schaden. Sie untergraben almählichdie Grundwarheitender christlichen Religion; ver»mindern die Hochachtung gegen GOttes Wort; füh-ren eine gewisse Gleichgültigkeit gegen die Gottheitund Erlösung IEsu Christi ein, und verkehren dieganze Rechtfertigung deö armen Sünders vor GOtt.Es ist zwar an dem; bey Lesern , so d,e Schriftstudiern, bey Gelehrten, so die mit so viel Drei-stigkeit, als Artigkeit vorgetragene Schlüsse zerglie-dern, werden die so genanten galanten, und ar-tigen Schriften , eben so viel Schaden nicht anrich*ten. Ihre Fehler im Schliessen, die heimlichenTriebfedern ihrer Schriften, die Verachtung allergeoffenbarten Religion, ihr Geist, Gewerb und Ab-sichten fallen gesetzten Leuten geschwind in die Au-__gen:
e) wollen.-; Betrachtungen über die in der Auastmrgi-
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