III. Fortsetzung von 1741 bis 1745.
74 » __
ten Fehler ju verbessern gesucht, neue an derselben einer Lehrark, d.e man in der Jugend gelernet, undStelle angeschlichen. I) D.e thörichten Nachah- so viel Jahre m.t Vortheil und Beyfall gebrauchetwer eines vortrefi.chen Lrllorsons , Moshe»,ne, hat, samt dem Verdruß sowsl seine e.gene, als soSaunrns, Remvccks u. d. m. sind auf einen phi. vieler rechtschaffenen Leute vormalige Verdienste auflosophischen, dürren, schwülstigen, galanten, weit-,einmal unbillig n.evergefchlagen und verachtet zuläuftigen, wortreichen Vortrag verfallen, undjsthen, mich ihren Antyc.l mit an dem Streite ge-
- - , .
Seelen, die nach GOktes Wort gehungert, habennach Anhörung mancher so genannten scharfsinnigen'Rede klagen müssen, daß man ihnen d.e Nahrung'des Geistes versagt, und sie leer wieder nach Hausegeschickt. Das Uebel ist offenbar. Man hat ange-priesene Sammlungen von geistlichen Reden, darin-ne allerhand Stücke von diesen Gattungen befind-lich. Einigen fehlt ju einer Akademischen Dispu-tation nichts mehr, als daß sie nicht lateinisch ge.schrieben sind. Andere gehn mit ihren "Zuhörernum, als ob diese mit ihnen in allen Elasten auf derSchule gesessen, so viel Hefte auf Universitäten,wie sie nachgeschrieben, sich in eben den deutschenGesellschaften geübt, und alle Bücher aufgeschlagenhätten , die der Redner bey Abfassung seines Con,ceptö nachgelesen. Andere vergessen, daß sie imNahmen des Herrn reden, und hauptsächlich Chri-sti Lehre verkündigen sollen. Sie sprechen als Leute,die sich täglich in galanten Gesellschaften befinde»,und eine Menge artige Worte und liebreiche An-sprachen , davon das Herz nichts weiß, auszuschüt-ten gelernet haben. Die Hauptbeweise gehn ausder Vernunft, obgleich die Grundsätze, deren mansich bedienet, dem Zuhörer oft weit unbekannter,als die aus der Offenbarung sind. Man sprichtvon» zureichenden Grund , von Auflösung der Auf-gaben , von Schlußkette« , von der besten Welt,und tausend solchen Dingen, die den gelehrtestenuntern unsern Vatern unbekannt waren. Diese
habt. Das ist daher bald aus einer guten, baldaus einer bösen Quelle geschehen , daß man auf dereinen Seite eine Menge Schriften, Anweisungen,Vorreden, Beweise ausgefertiget hat, um die Weltzu überführen , daß ein Prediger ein beredter undgelehrter Mann, ein scharfsinniger Weltwcise , einDemonstrant, und ich weiß bald nicht, was mehr?seyn müffe auf der andern aber mit Eifer, Weh-muth, und Klage» behauptet hat, daß alle, odereins von diesen Dingen schädlich, und höchst ge-fährlich wären. Hat man die Ausführungen beyderTheile genauer angesehen, so hat man wahrgenom-men, der erste habe entweder nicht mehr sagen wol-len , oder doch wenigstens nicht mehr bewiesen, alsdieses, daß e»n geistlicher Redner, die Sache, da,von er redet, gründlich verstehen, vernünftig über-denken , ordentlich vortragen, und richtig beweisenmüsse, welches nicht leicht ein vernünftiger Menschleugnen wird : und der andere Theil habe nur wie-der den Mißbrauch der Gelehrsamkeit , Beredsam-keit, und WeltweiSheit auf der Eanzel , oder höch-stens vor seine eigene Lchrart geeifert.
W>r wollen nicht alle deswegen herausgekommencj Schriften, so wir erzehlen könten, sondern nurderjenigen Erwehnung thun, welche darunter ambckantesten sind, und als Hauptschrisken zu demStreit verdienen angemerket zu werden. Wennwir das ausnehmcn, was etwa deswegen in demStreik wegen der Welsischen Philosophie überhaupt
unrcrn unsrer» ......... ^
Herrlichkeiten werden nicht etwa den Gelehrten auflmit eingcstochten worden, so ist unser« Wissenshoben Schulen, nicht grossen und weitläufrigcn Herr D.g>j.»0l rn zu Görringen einer von de» ersten,Sradkaemcinen» darunter doch vielleicht ein Dutzend oder wohl gar der erste gewesen, der »n seiner Al,Zuhörer senn dürften, die es brauchen könten, son- Mio e.nz.geu Rickarjct nur überzeugend imdder» auch dem kleinsten Häuflein und selchen Leuten! rw.ckirct> zu predigen : in zwey Theilen 17,6.
und I7Z7- in 8- m) sich in einer besondern Schrift
auf dem Lande vorgelegt , d.e kaum mit ein paar
hundert Wörtern aus dem Ealcch.smo, und der!w.eder die neue ph,I°,oph.,che Art zu Predigen,Bibelübersetzung Luther, einige Begriffe verbinden wie man sie nennet, gründlich und bejche.den gesetzet.können. Darf man sich wundern . daß bey so ge-.DarauS hat H-rr Eappelm^,.. einen Auszug ge-wichen Umständen vor d.e arme K.rche em.gelmacht, und solchen m.t Anmerkungen begleitet, n)G esgelebrtc in E.fer entbrannt, und zuweilen Idarmnen dem Hem» O, orm e.ne Satze vermuth-en hartes Wort wieder d.e neuere Canzelbcredsam.il.ch w.eder semen Willen so erläutert worden, daßk ck gesprochen, oder niedergeschrieben haben ? der W.ederfpruch n.cht mehr so stark ausstehet. A.
Da».st der Grund zu einem heftigen und durch i7z6.l.es Herr Prof.si.r Gottsched zu Le.Pj.g e.ne«in-ge böse Schriften ärgerlich gewordenen Streite auosrhrltche Redekunst m groß kvo ans Lichtgewesen. Wie der Vorwitz und die Tadelsucht auf, treten,
e.nen Seite oft die,>eder geführet: also istaus der andern nicht zu leu gnen , daß die Liebe zu
l) l>
m) Librnkbals rhcol Bibliothek,»4
li' b''pclmqiins B.nträgr zuruer Erster Beprrag p. »rp
Beredsamkeit geistl. Red-