I. Cap. von den Awistigkeiten.
74 ,
treten, darinne er sein Ansehen zugleich mit auf die an alte Nholstancr 1740. Die Satyre , diePredigerkunst ausgedehnet, und von den bisher ge-!ein französischer Prediger zu Berlin, Johann deswohnlichen Methoden etwas freymüthiger geurkhei-Champs verfertiget, war in Form einer Predigtlet hatte , deswegen die Herren Verfasser der nach der alten und gewöhnlichen Lehrart eingerich-Sammlungen von A und Ursach zu haben tet, dabey des Poeten Worte von, genrahl-glaubten , weitläuftige Erinnerungen zu thun , be- ten Schiff den Text abgeben sollen. Man mach-sonders darr die Leipziger Prediger-Methode trestich te damit nicht nur jene Lehrart allein, sondernaucherumgenommen , die fünffache Anwendung des die Antiwolsiancr überhaupt, und insonderheit ei-
Textes verworfen, und die gewöhnliche Canzelbe-redsamkeit überhaupt etwas durchgezogen hatte. <>)Nach diesen entstund ein grösserer Lerm.Man sahe p)rhcotogisHeGevankcn über die Frage: ob diephi-sophisch sinnreicheLehrart im Predigen mit der Lehrartder Apostel und den Absichten einer Predigt bestehenkönne? drey The1le.Hannover17z9.174O. in 8-Derungenante Verfasser dieser Schrift wolte die Lehr-arr der Apostel, die er in ganz vernünftige Regelnbrachte, durchaus beybehalten wissen, und zogziemlich derb wider die philosophischen Redner loß.Allein es goß ihm jemand in den g) Anmerkun-gen übör eme apostolische und philosophischestnnrcichc Lehrart Hamburg 1739 scharfe Laugeauf. Jener Verfasser verantwortete sich also inden folgenden Theilen , meldete seinen Nahmen,daß er KudolfA^ton Brauns r) hiesse, und be-gegnete seinem Anmerker, den er --^chliiing nante,nicht zum besten: daher es in Niedersachssn ausserden Aeitungs - Blattern, die sich etwa damitlustig machten, noch zu verschiedenen spöttischenSchriften gegen einander kam. Ja, als sich HerrProbst Aohireif bey verschiedenen Gelegenheiten
nige bekante evangelische Lehrer, auf eine ganz un-erlaubte Art lächerlich r)
Mitten unter diesen Bewegungen war die Königl.Preußische Cabincts-C>rore ergangen, deren wu-schen oben Meldung u) gethan. Sie solte zwareigentlich nur den Reformirten Eandidaten zur Vor-schrift dienen; allein sie wurde bald algemcin ge-macht. Unter andern ward darinne vorgeschrieben:Sie sollen sich bey Zeiten in der Philosophie undeiner vernünftigen Logic, wie z.E. des Herrn Prof.TDolfcno seine, recht fest setzen,' damit sie bey Zeitlernten sich deutliche und klare Begriffe von derganzen Theologie zu machen u s. w, x) wie sie dennübrigens sehr heilsame Befehle enthielt. Der seel.Ket.rbeck entwarf nicht nur selbst nach jener Vor-schrift eine kurze Einleitung, wie man erbaulichpredigen solle, sondern sorgte auch dafür, daß je-mand , (welches ein gewisser schon gedachter Profes-sor in Leipzig seyn so l) eine ausführliche Anweisungnach dem königlichen Entwurf verfertigte, die auchunter dem Titttl: y) Grundriß einer Lehrart,orocmlich und erbaulich zu predigen, mit derKeinbecktsHen Emleitung zu Berlin 1740. zum
über die neue Prediger- Art beschweret, und inson-sVorschein kam. Der Verfasser zeigte 'einen narürverheil in dem Überdruß viel aus der Brbci undjlichen und ungezwungenen Weg, und legitinmtevon Christo zu hören 1740. in 8. seine Klagen sich, daß er in der-Wohlredenheit ein Meister sey:mit dem ihm sonst gewöhnlichen Eifer ausgeschüt-jallcin er schien zuweilen anzustoßen, wenn er dentet, hatte, ging ein Spötter jämmerlich mit ihm Gottesgelchrten dieselbe an heiliger Stelle lernen
'wolle, r) Es erschien daher: Joach. Oporinstheologisches Bedenken über den Grundrißeiner Lehrart erbaulich zu predigen nach derMarhcit, Bescheidenheit und Liebe abgesaßet Hannover 1741. in 8> s) Herr Dporiii bil-ligte, daß man in dem Grundrisse Ordnung undErbauung suche: allein er hielt folgendes daran fürbedenklich: daß man darin den Tcrr zusehr hindan-sctze: und solchen vor etwas unnöthigeS halte; daßAaaaa z man
um, in dem Unterricht vor diejenigen , so rhrLehramt ordentlich und erbaulich fuhr-cn wol-len aus L. Aohlreifs Beschwerden Frankfurt1741. in 8- Denn er hatte aus den Kohlreisi-schen Beschwerden die schwächsten Stellen und Re>densarten herausgesucht, dieselbe gleichsam in einemordentlichen Unterricht eingekleidet, und auf dieWeise eine höchst lächerliche Predigerart herausqe-bracht, s) Die allerspöttischeste Schrift unter allen,welche bey dieser Gelegenheit ausgcflogen, warwohl: eines erfahrnen Schiffers Zuruf
0) Sammlung von Alten und neuen theolog Sachen.A- i-lzL- ? 6*8. leg
x) Früh aufgelesene Früchte A. >739. p. 36.142.
g" Hamburg, berichte A. !7?y. p. 667.
r) MemhalS fortgesetzte theolog. Bibliothec. p. 825.
« Sammlung von 2 l-u. N. rheol. Sachen A. >7->. ?
8l6.
r) Liliciithals fortgesetzte theol.'Bibliothec. p. «26.u) P.425-
>1 Samlung von A. u. N- A > 1740. p. 67.
>1 Nachrichten voir den neuesten theol. Büchern-
l-.I. p.;?.
2) Likientbals fortgesetzte theol. Bibliothec. p. 827. 5e-j.
^ 2 ) Nachrichten von den neuesten Theologischen Büch rml. i'- 5i.