746
M. Fortsetzung von 1741. bis 1745
sey eine Lästerung der Wunderwerke Ch. st ;die ein Gläubiger oder Ungläubiger um Chri-sto die gebührende Ehre, oder den gezieme.den Beyfall zu versagen frevelhaft austobt,und die den Lästerer, aller Hofiung zur
gestelter von M.CHriffoph Ludwig Vbbario undmit einer Vorrede begleitet von ' od. ^etcr Renfch.Jena 174z. Weil Herr Rathlef bey seiner obigenErklärung angenommen hatte: die Pharisäer wärennicht gänzlich von der Wahrheit der Wunder IEsu,
keik beraubet. Er hielt die Sünde nicht länger und daß er der Meßias sey, überführet gewesen, undvor unvergeblich, als so lange der Sünder darinne die Meynung der Gottcsgelehrten von dieser Sünde
beharret. Das Exempel Pauli, der vor seiner Bekehrung gleichfals dieselbe so gut, als seine Lehrmei-ster, begangen haben soll, bestätige, daß sich ein Sün-der davon bekehren, und selig werden könne. Un-terdessen wolle Herr Hrome sowol wider Herr Raht-lrfen als Herr Wiuklern, seine Meynung weiter aus-führen, und schrieb eine slncci suchung oer .icue»LNexnungen von der Sünde wider den heilig u
der Schrift nicht gemäß, wenn sie sagen, daß nie-mand in die Sünde gerathen könne, als «er vonder Wahrheit der Lehre IEsu durch einen Zug desGeistes in seiner Seele überzeuget sey: so greift ihmda Obbarius an, und sucht der gemeinen Meynungdas Wvrt zu reden. Hatte jener sich vornemlich da-rauf gestcifet, weil ein Mensch, der einmal erleuch-tet, oder zu einer so glücklichen Erkentniß gelanget,
Geist Lemgo 174z.!) Er wolte seine oben gedach- solche viel zu schätzbar achte, als ,daß er dieselbe sote Meynung wider die zwey Gelehrte hauptsächlich leicht fahren lasse; so antwortet dieser, nachdem eraus den zwey Gründen behaupten: >) D:c Phari- erwiesen, daß die Pharisäer würklich von der Wahr-säer hakten keinen Begrif von, heil. Geist gehabt,!heit überzeugt gewesen, also darauf: Wären gleichdaher hätten sie auch wider denselben nichr sündigen die Pharisäer von der Wahrheit der Lehre JESU
können. Hernach: 2) Ehe ein Mensch eine solcheSünde begienge, die nicht tonte vergeben werden,wüste GOtt alle Gründe ihn zu überzeugen angewen-det haben: das sey aber vor AuSgicsung des heil.Geistes nicht geschehen. Dem antwortete Herr Raht-lcf in dem st-benven Theil der Geschichte letztlebender Gelehrten m) so: Die Unwissenheit derPharisäer sey nicht unüberwindlich gewesen. Siehätten den heil. Geist und dessen Werke aus demA- Testament gar wohl kennen können. Er leugnenicht, daß die Sünde nach der AuSgiesuug des hei-ligen Geistes eine höhere Stufe erreichet, allein esbleibe doch einerley unvergebliche Sünde, man mögenun die Gaben des Geistes, oder die Wunder des
Heylandes lästern: Jenes sey die obere, dieses die denken seyn wird.
vollkommen überzeugt gewesen so hätten sie dochnicht geglaubt, daß sie durch diese Lehren ihre grösteGlückseligkeit sinken würden. Der Herr ProfessorRcusch hakte daher in der Vorrede den Satz ausge-führet :v.rß eincllbcrzcugung von derkVa'irhcit.ruch bey einem Guten nicht immer Regungender Begierden mit sich verknüpfet, n) Nachdieser Zeit hat man noch dieser Sünde wegen gefragt:Ob Christus für drefelde genug gethan habe?Hb es Stufen derselben gebe? Jenes haben eini-ge neuere in ihren Schriften geleugnet, und dasletzte hat Herr Carpov in den Streitigkeiten, die ermit einem gelehrten Schweden bekommen, weiterausgeführet; 0) davon künftig vielleicht etwas zu gc-
untere Stufe. Doch sey die Ursach der U>,vergeblichkeit nicht in der Unzulänglichkeit desBlutes IE>usondern in der Natur der Sünde selber zu suchen.Denn wer die göttlichen Bezeugungen von der Wahrhett der Lehre IEs» verwerfe und lästere, der nehmediese Lehre auch nicht an. Er beschreibt daher dirSunde wider oen r-eil. G st so : tBc >n cm
L. Wegen des heil. Abendmals haben sich inkein vergangenen Zeitkauf ein paar Zwistigkeiten er-eignet, die aber jetzo erst bekant geworden. Es hat-te der Rector Gumprechr zu Lauban, der 174z.verstorben, A. l?zt. mit grossem Eifer bey der Prä-paration seiner Schüler zum heil. Nachtmal be-
_ hauptet: Ein Christ solle dasselhige nach der
LNenfch bey dem klaren göttlichen Bezeugungen >Srifrung des HErrn Christi nur des Jahresvon ocr Wm-rhelr der L.hrc OEfu 0iejr^.evre, einmal, und zwar am Grünendonerstage ge-stimmt den göttlichen Bezeugungen verwirft, j brauchen. Ale nun der Diaconus daselbst Herr
ünd zur Boßheit und Betrug machet. DieseSünde habe ihre Stufen. Allein Herr Rahtles bekamnoch einen Gegner: Dran sahe: eine Ausführlich,Erörterung ^er zragc: i)b die Pharisäer, als sieden heil. Geist lästerten, würklich von der Wahrheitder Lehren IEsu, und daß er der 'Meß»aö sey, über-zeuget gewesen sind, oder nicht? .... uns Licht
I) Fortgesetzte Sammlung von A. >«. N. A. 174Z. p. 176-
w) In der Vorrede,
M. Gude sein Gutachten darüber schriftlich an >e-mand ausstcllete und au« GOtteS Wort lehreke, daßman es mehr, denn einmal im Jahr gebrauchen sol,le, und der Rector das erfuhr, trieb dieser die
Sache
n) Nachrichten von den neuesten theol. Tüchern ^ Hk.p. 70s. tcq.
v) Arafls theol. Tibliöthec 1'. k. p. ös9-