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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. Cap von den Zwistigkeiten.

Sache vor den Schülern noch mehr, und beant-wortete jenes Gutachten schriftlich durch Dicraiamit solcher Bitterkeit, daß M d ude vor rathsamhielt, die Entscheidung der Streitigkeit der theolo-gischen Facultät in Leipzig zu unterwerssen. Dieseertheilte ihr Responsum dahin: Es sey dem Sinne^Christi allerdings gemäs, das H.Nachtmal des Jahresofr, und mehr denn einmal, würdig zu gebrauchen:der Rector aber habe seine Sache sehr schlecht ver-theidiget, und noch schlimmer vorgetragen, da eral-le Bescheidenheit bey Seite gesetzt, und bey der 2 «'gend viel Äergernis angerichtet habe. Weil nungedachter Rector seine Controvers mit solcher Hef-tigkeit trieb, daß er allerhand ungeziemende Redenund Meynungen wider das Predigtamt, Veichtwe-sen, und Eporcistnum ausstoß, so ergieng ein Kö-niglich Rescript von Dresden unter dem 25. Aug.17zl. darinne er pro erncrno erkläret wurde, dochso, daß er noch einen crleidlichen Gehalt bis an seinEnde bekam, p) In dem Mecklenburgischen hin-gegen schien die Sache weit aussehender zu seyn.Der Hosprcdiger Böhme lies A. 1727. in einerGründonnerstags - Predigt in Gegenwart des Her-tzog Carl Leopolds die Worte mit cinfljesscn : )Virempfangen nicht Christi Geist und Gottheit,als ein unsichtbares Glück des i eil. Abend-mals rc. q) welches man bey Hofe sehr übel aufnahm.Man verlangte deswegen eine Categorische Erklä-rung von ihm, welche aber Loccenius Pagenhof-meister und Nachmittagsprcbigcr daselbst widerlege»Wolke. M. ^ehme erholte sich be dem Rostocki-schen Theologo D. LVeinern Raths, der ihmbey-fiel, und widerlegte so dann die Loccenischen Ein-würffe. Unterdessen blieb die Frage: (Pb ZUMPi?cseir des Sacramems, was ich esse und trin-ke, auch die Seele und Goctdcir Christi zu re-feriern? ein Zankapfel jn dafigen Gegenden. DerHof war der bejahenden Antwort geneigt, und esfanden sich auch Leute, welche es auf sich nahmen,dieselbe zu verfechten. Endlich lies A. l?zO. M.Nehme sich ein Bedenken von der TheologischenFacultät zu Rostock ertheilen, welches auch nachWunsch ausfiel, und dieses, als die beständige Mey-nung unserer Kirche ausführte, daß wir im heil.Abendmal sacramcntlich und der Verheißung nach,nur Christi Leib und Blut bekommen. Dem Hofaber hatte die gegenseitige Meynung dergestalt ge-fallen, daß auch die Supcritendenren Befehl beka-men, keinen Eandidaten zum Predigtamt anzuneh-men , der sich nicht ausdrücklich in einem dazu aus-gesetztem Bekentnis unterschrieben hatte. E""ge

p) liilk. Lccieli l'orn vm. p. I0ZA. leg.

4) Zrühaufgclcstnr Früchte A. «74». x- 24z.

haben sich dazu bequemet, die meisten aber nicht.Jnsonderbeil bewiesen drey Eandidaten eine mci'.k-würdi g Slandhafiigkeit, welche, als sie nach Wtörmar kamen, wo sich der Herzog aufhielt, um sich vondem Superintendenten ^ iegelklauen prüfen zu las-sen, sich auf die mehr erwehnte Frage beständig undgründlich mit Blein erkläret, auch weder durch Ver-sprechungen, noch Drohungen davon abzubringengewesen, doch, als sie endlich dimiktiret, folgendesBekentnis schriftlich ausstellen müssen:

„Wir Endes Unterschriebene bekennen Hiermit,,vor GOtt, und dessen Allerheiligsien Angesicht,„daß, wie wir überhaupt nach dem Inhalt der gött-lichen Worte unter Anleitung unserer symbolischen„Bücher in unserm Amte zu lehren durch die Kraft„GOttes uns beständig bemühen werden, also be-sonders vorn heiligen Abcndmal diö sicher glauben,„und auch lehren werden, daß wir in solchem heil.„Mahl empfangen unter dem gesegneten Brod und„Wein, den wahren Leib, und das wahrhaftige Blut„JEsu Christi, und zwar dessen lebendigen, dessen^verklärten, dessen mit der göttlichen Natur und„Seele Christi unverbrüchlich vereinigten Leib; ge-„gentheils falsch sey, daß wir den todten, den er-niedrigten, den von der göttlichen Natur, oder„Seele Christi getrenneten Leib empfingen. Aus„völliger Überzeugung des Herzens haben wir dis,auich mit der Feder bckant, und zur mehreren Ver-„ficherung mit unsern Nahmen unterzeichnet. So„geschehen Wißmar den 27. Aug. im Jahr 1740.Joachim Heinrich Burgmann.

ki. Johann Perer Becker.

Ick. Thomas Christoph Luger.

Hochgedachter Herzog haben darauf die Meynungder Rostockischen Theologen schriftlich von ihnen dar-über zu wissen verlangt. Diese haben solche auchmit so gutem Erfolg eingeschickt, daß ihnen derHerzog darauf gnädigst geantwortet: „Sie wären,,„,ic der Antwort gnädigst zufrieden, und„überzeuget, möchte nur fer-

ner fortfahre», und über die reine Lehre haft„ren „ ObengedachtcS Bedenken der TheologischenFacultät zu Rostock hat man nach -er Zeit zumDruck befördert und unter dem Titul: der Theolo-gischen Facultät zu Rostock gründliche Beleh-rung über die Anfrage: Ob zum Wesen des Sa.cramentS, was ich esse und knacke, auch die Seeleund Gottheit Christi zu referiern? 1741, in 8«Wir gedenken Hierbey noch, daß man im Reich vorein paar Jahren fast eben die Streitigkeit wiederrege machen wollen, welches aber, so viel uns wis-send, durch ivohimeynenden Rath und bessere Be,Vbb bb 2 leh.