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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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III. Cap. vom Kirchenregimente.

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So bald der regierende Herzog von würtenbergA. 1744- die Huldigung in Dero Residenz einge-nommen hatten, verordneten sie eine Commißion,davon der Herr Geheimerath Bülfingev auch einMitglied war, den Zustand der Universität Tübin-gen genau zu untersuchen. Den Herren Professo-ren wurden die langen Ferien beschnitten, und dieOrdnung der von ihnen zu haltenden Collegien naherbestimmet. l>) . Diese Ordnung soll sich von demHerrn Bälfmger Herschreiben, und hat dieses Vor-zügliche, daß ein jeder Professor die sämtlichen Theileseiner Wissenschaft binnen drey Jahren absolviren,einer aber sich immer nach dem andern so einrichtenmuß, daß ein angehender Studiosus allezeit bey ei-nem Professore den Cursum seiner Wissenschaft an-fangen, und in drey Jahren alle Theile derselben aus-harrn könne. 1) <

Wir kommen nun auf die neue Akademie zu Eu-lairgei». Man hatte bisher zu Bareuth ein vondem Marggraf Tli'-'ifk.Vm Ernst schon 1664. ange-legtes Loile^iuin illustre gehabt, welches von seinemDurchlauchtigsten Stifter das Christian - Lrncttinumhieß. Dieses -hatten der regierende Marggraf Frie-denH schon durch die Vereinigung der hailöbrouni-schen Fürstenschuler mit demselben, wie wir in derandern Fortsetzung gedacht, ansehnlich verbessert.Allein das war nicht genug. Man beschloß selber inder Residenz Barcutk) eine neue Acndemie anzule-gen. A. 1742. unter dem 14. Mark.' kam die Marg-gräfliche Verordnung undEinrichtung derselben her-aus. Kraft dieser solle oben. gedachtes Collegiuinillustre bleiben, damit die Jugend fort in lrumanio-ribus hinlänglich prs-pariret, und aä alcivra tüchtiggemacht werde. Nachdem aber einige, die bisherdociret, in die Zahl der akademischen Professorinnaufgenommen waren, so solle der bisherige RectorS^cminarii Herr V:<run, erster Docent im Gymna-sio seyn, uiid ihm noch zween Collegen zugegebenwerden: die zwey andern am Seminario bisher ge-standene Collegen sollen allein die untersten Classenzu besorgen haben. Das Gymnasium solte mit unterdem DirectorioderAkademie stehen. Die neue Aka-demie aber solte die Friedlichs<rc.rdcnne heisen,und in jeder Fakultät folgendeLehrer haben: r.Pro-fessorcs Theologiä: 2. Pdofessorcs Juris: i. Pro-fessor Medicinä, ferner i. Professoren! OrisnraliumI.inßuarun>: 1. LIoguennL und ?ocleo5: r. I'hiloto-plrire und Xlakbeleo; i. U>storiarum: i. ArLkLlin^uL6c ^nngunarum : r. Ueisterein Imxunrum occiclenra-Uum 1. Bereuter: i. Fechr-und i. Tanzmeistcr.Die Herren i l LVmi.U von Supcr-vstn, Direkter2) Samuel Rriptt.r Iheol. 6c hh. OO. p. z) c?,^-

b) Ilistoi-ico-Lccleh 4'. Vjll »>q6 " "

l) -Vera Historica'hcclol'. 1. VIll. x>. 847, Ixg.

AttA. Ellord Iheol. Llogu. 6c Poes. krof.4) Ihoms; Oertcl I. k. 5) Ioh. wtlh. Gcden-d<rml.v.6c Istist. k. H D. Scchmicdcl Xleclic. ?rof.7) Ioh. Wilhelm Hof'ttMM und 8) Herr Hof-diaconus pötziklger, als ??. kbiloloph. 6c Xlacli-s.9) Erh. Ulrich wörncr u. Orsec. 6c ^Nt. ?. nebstdem Herrn Meynier französischen Sprachmeistermachten die ganze Akademie in allen Fakultäten aus:und so wurde sie den 21. Mark. 1742. unter ver-schiedenen Solennitäten, und Austheilung goldenerund silberner Gedächtnißmünzen in höchster Gegen-wart ihres Durchlauchtigsten Stifters eingeweyhet.k)Die Landeskinder halten also nicht nöthig, auswär-tige Akademien zu besuchen, als wenn sie etwa einenGradum annehmen wollen, weil hierzu noch dieKayserlichen Privilegia fehlten.

Allein auch diese wurden gar bald erhalten, l)Man faste darauf den Entschluß, die Akademie mitmehrern Professoren zu besetzen, auch lieber aus derResidenz weg, und nach Erlangen zu verlegen. Hierwar vor dem eine Ritteracademie, zu deren Erhal-tung Marggraf L'hristran Ernst selbst jährlich 1000.Thaler verordnet hatte. Diese hob man auf, undschlug ihre noch übrige Einkünfte mit zu der neuenFriedrichöacademie. Den 4. November 174g. er-folgte also die feyerliche Einweyhung der Universitätzu Erlangen. Der Durchlauchtigste Stifter kamen,als Rector Magnificentißimus selber dahin. DesTages vorher, ward im ganzen Vareutischen Landeeine besondere Predigt über 2. Chron. VII, 16. ge-halten, und GOtt um seinen Seegen zur bevorste-henden Inauguration angerufen. An dem Einwey-hungstage selber gieng die Proceßion vom Schloßin die evangelische grose Stadtkirche. Ihro Durch!,nahmen den in der Kirche aufgerichteten Fürstenrhronein, und hatten auf beyden Seiten Dero Minister.Zur Rechten aber sas der Herr Geheimerath vonSmperville Direckor und Canzlar der Akademie,dem dieselbe ihre meiste Einrichtung zu danken hat,und neben diesen waren die Insignia auf einem Tischniedergelegt. Die Universitäten Altdorf undwür.tdurg hakten Deputiere dazu abgeschickt. DerHerr Superintendens Etirod predigte über Ies.XXXlII 20. mit groscm Beyfall: der Herr Gehei-merath von S^upewül- aber hielt dieEmweyhungS-rede in lateinischer Sprache. Hierauf wurden dieKayserl und Fürstl Privilegia verlesen, sowol dieneuen Pros« ssoreö, welche zugleich ihre Pflicht ab-legten, als der neue Prorektor, Procancellarius, unddie Decani jeder Facultät ernennet. Letztere ertheil-ten so bann ihren Herren Collegen, die noch nicht_ Docke-

k) II. IV VI. p. 724-7^8.

l ) Historico-IlcclcL 1 °. VIll. p. i.