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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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IH. Fortsetzung von 1741. bis 1745.

liche, aber noch genauere Verordnung ward in derHerzogt. Residenz tVolfenbürrel gemacht, und dieDirektion des Armenwesens einem besondern Eom-mißario mit allerhand erforderlichen Gewalt auf-getragen. 5 ) Dergleichen ist auch zu Srockkotn,lin Königreich Schweben geschehen, wo A. 1744.eine besondere kömgl. Verordnung dcshalben er-gangen. Au LNagveburg hat man seit 1742.Anstalt gemacht, ein zureichendes Armen-Kranken-und WayscnhauS anzulegen, worzu auch mit könig-licher Erlaubniß eine Kollerte durch die ganze Pro-vinz gesannnlet worden, g)

Da die in'türkische Sclaverey gerathene Evan-gelische Christen von den Catholischen Mönchenentweder gar nicht, oder doch unter dem Beding,daß sie die katholische Religion annehmen, ranzio-nirct, oder doch sonst gar übel von diesem behan-delt werden; so muste der schwedische Minister aufdem Congreß zu (Dfjvnbach A. 1742. den Evangclischcn Reichsftänden antragen, daß sie verwilli-gen möchten, daßzum Behuf und Auslösung solcherarmen Sklaven in ihren Landen einige Jahr nacheinander Collekten qesainmlek würden, davon daseinfllejsende Geld unter Disposition des schwedischenMinisters zu Constantinope! gelassen werden möge,von dessen christlicher Administrirung desselben dieevangelischen Stände jährlich informiret werdenselten. K) In dem Fürstenthum Sct>warzbnrFL^ndelfkadr ist auch würklich eine dergleichen Col-Iccte 174g. eingesammlct worden.

Der Fiscus Lk^rjk^tiuu; in Herzogthum Wür-tenberg, der zu Versorgung armer Pfarrer, und?r«k<:p:oruiii, Witwen und Waysen angelegt wor-den, ist seit her seiner Absicht immer gemäßer ein-gerichtet worden und es sind deöhalben verschiede-ne Hwstl. Verordnungen ergangen, i)

In dem Fürstenthum Gloaau in Schlesienhatte ein Herr Io»ämnr von Berfle A iz',8-eine Fundation errichtet, so Kayser R idolpk U.consirmirte, kraft welcher derselbe gewisse Erbzin-sen, so er an sich gekaufet, und welke jährlich 1082.Thaler betragen, zu Erhaltung Evangelischer Kir-chen und Schulen, auch Fortpflanzung der reinenLehre dergestalt widmete, daß l) in Particularschu-len 6 arme Knaben, gemeiner Leute Kinder, so zumStudieren tüchtig, jeder drey Jahr lang, jährlichs e. Thaler bekäme 2) zwölf arme in GlogauischcnFürstenthum gebohrne, und zum Studieren tüchtigbefunden^ Jünglinge, jeder jährlich hundert Glo-

F) H. L. T'. IX. p. 87z. 546.x) Eben dieselbe r°. VI. p.t») AK» ltill. Lecl. 7'. rlH») Virselbe T'. VIU. x. 7 ^. Vt. p. 7»4.

gallische Mark auf der Akademie z Jahr lang er-hatte,., uno 8 derzetven Theologiam, drey Jura-und einer Medicuiam studiren, z) ein Jüngling vonAdel, der sich auf das 8luä>um lurir und läillo-r,^m lege, z Jahr lang nach einander zo Thalerjährlich empfangen sollen. Ueber dieses aber hatteer nach dem Erecutoren dieser Fundarion jährlich,ro. Thaler; zur Erhaltung der Schuldiener,Glöckner, oder Dorfschreiber in Herrndorf, undLlaoau, 60 Thaler; dem Pfarrer zu Herrndorf62 Thaler; dem Pfarrer zu Cladau gleichfalls 60Thaler; und wieder so viel hauöarmen Leurcn indiesen beyden Dörfern, und dahin kommende um^er Wahrheit willen vertriebenen Pastoribus, undendlich armen Knaben in den Schulen beyder Dör-fer zu Kleidern und Büchern 8 Thaler jährlichausgesetzt. So löblich diese Stiftung war, soübel ward »n der folgenden Zeit damit hausgehal-ten. Es bekam einer von den B lIljcken Ge-schlecht A. 16/8. das Majorat, der sich zu derRömischcarhollschen Religion gewendet hakte, allesWiderspruchs der Evangelischen Vettern ohngeach-tct. Die Jesuiten zogen gegen das Jahr 1680.Capitalien und Zinsen obiger Legatorum auf ihrCollegium nach Großglogau, und erschnappeten nochetliche raufend Thaler dazu, die nicht eigeinlichzu den Stipendien, sondern Salanrung der Ere-cutorcn verordnet waren. Ein anderer katholischerAgnal, der zu dem Majorat gelangete, spielestwieder einen ansehnlichen Theil der BkrytsAv,»MajoratS-Güter den Jesuiten in die Hände, undbrachte auf den übrigen Theil A- 1724. eine kay«scrliche Resolution aus, vermöge welcher sich dieEvangelischen Agnaten gewisse Rechnung machentonten, niemals etwas von diesen MajoratS-Gülernzu genießen, Sie tonten auf alle ihre Suppliquenund Deduktionen wieder ihren mächtigen Gegner,den Graf und General von Berg nichts erhaltenEndlich starb der letzte von der Catholischen Liniedieses Hauses, und dieser Fall machte dem Streitbeyder Linien wegen der Senioraregürer ein Ende.Schlesien befand sich nunmehr unter dem Prcußi-,chen Scepter, und es war die Zeit vorhanden, dadie Evangelischen auch einmal wider die HerrenPaters Recht haben sollen. Es wurden wiederErecutores des Testaments bestellet. Ein allerEvangelischer Herr Geora Ernstvon Berg wur-de zum Scniorat eingeführet, nachdem er ver-sprochen, allem, was die Fundation mit sich brin-get, ein Gnügen zu leisten. Die Execurores fien-gen darauf auch an, nach den schönen Stipendienzu fragen, welche die Herren Jesuiten an sich gc-gezogen. IlscuS stund ihnen bey, und sie trieben

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