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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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M. Fortsetzung von 1741 bis 1745.

ihn, mit einem Hammer in der Hand, welcher ihm mit welchen er ihm dryMund oder andre Theile bc-die Teufel zu zerschmelzen beygeleget worden. Der! streichet. Hält er sich gut in seinem Amte und giebt

zweyte wird wie ein Vogel entworfen, und unterdemselben ein Statthalter des göttlichen Wesens ver-ehret, durch dessen Vermittelung ihnen allein allesGute zugewanb werde. Unter dem dritten verehretman die Sonne. Einige, die von diesen Namennichts wissen, beten dennoch d«e Geschöpf, oder nachanderer Meynung den höllischen Geist selbst unterdem Namen Setta an. Der Satan ist unter die-sen Volk mehr, als anderswo geschäftig, wie sichdenn unter ihnen viele Hexenmeister aufhalten, diedurch ihre Gauckelcyen auch öfters derer Verwunderung nach sich ziehen, welche erleuchtet sind, und d»e»ses wilde Volk besuchen. Von dem Dänischen undrnoscowlttischcn Lappland können wir wenig sichereNachrichten ertheilen: als was droben bey demMißionswerk crzchlet worden.

ihm seiner Meynung nach Gluck zur Handthierungund Fischfang, so wird der Gotz über dem mit einerPelzdecke bekleidet da er »m Gegentheil, das Un-glück, so seinen Verehrer begegnet, mit der gänzlichenZersiöhrung oder äusersten Beschimpfung bezahlenmuß. Am Obi'strom ist eine Kirche vor denselbenerbauet. Das Gebäude ,st von länglich! wieein Kornboden, und mit birkenen Rinden bedeckt.Am Ende der Wand findet sich ein erhabner Ort,der einen Altar ähnlich flehet. Zwey Götzen in ei-nen Manns- und Weibebilde sind darauf gestellet.Dies« hölzerne Säulen sind mit allerhand Happenbehängen, und unter andern Bilder die von Holzgrob geschnitten, und Hasen, Nennkhiere, Hirsche,Füchse und dergleichen vorstellen, aufgerichtet. Beyjihrer Abgötterey haben sie den Gebrauch, daß sie

Wir bemerken, daß derjenige Erdstrich, aus tvrl-jmir zusammen geschlossenen Lippen vor dem Abgott,«hem das Licht des Evangcli» über alle Länder seinen wie die Mäuse pfeifen, »hm auch zuweilen ihrIagd«Glanz geworfen, und darinnen Ehnstus selbst und>gcrath als Bogen, Pfeil und Arxte widmen, und

dessen Gesandte ;u erst gelehret, nunmehr seinen grö-sten Umfang nach entweder mit dem finstern Unglau-ben des MahomedS, oder mir der verderblichen Ab-götterei) überschwemmet DaS Asiatische Siberien,so zwischen den Flüssen Oby und Icnisca sich erstre-cket, wird von den Ostiacken bewohnet, und wer kan

vor »hm aufhängen. Einige stellen kleine hölzernePferde um die Bildnisse und vermeinen, daß dieGötzen auf denselben bisweilen ritten. Werden sieerinnert, den lebendigen GOrr und Schöpfer derWelt allein anzurufen, so geben sie zur Antwort:daß ihnen derselbe weder Gutes noch Böses erweist,

wor Mittleid das entsetzliche Heydenkhum dieses un-lder Schcndan aber reiche ihnen, was sie von ihmordentlichen Geschlechts in seinen besondern Umstän. verlangten. Weil nun ein jeder ihm selbst einenbcn abbilden? Ein jeder von ihnen hauel ihm nach Götzen nach seinen Gefallen schnitzet, so»si der Schai-eignem Belieben aus seiner ungebcssertrn Einbildung dans eine sehr grose Menge; doch ist nicht unwahr-«incn unförmlichen Klotz, dem er die Bildung gie-.scheinlich, daß sie unter diesem Namen den böstnbet, wie das Schicksal und seine handfeste Kunst! Geist anbeten. Die verschiedene Gegenden, so dieseihm erlauben, und dieses ist schon genug sich einen Völker bewohnen, machen unter ihren Gebräuchen,

Götzen zu machen. Er darf wenig Zeit anwenden,und noch weniger Geschicklichkeit das Wesen zu schaf.

Abgöttereien und Vcrblend»ne.en einen Unterscheid.Die um den Oby wohne», werfen alle Jahr eine

fcn, welches er verehren will. Er setzet es in die Jungfrau in diesen Fluß. Srrat) cirlxrg ,n derhöchste Würde, und dienet «hm, so guter- gelernet,!Beschreibung des nord-und eftlichenTheils vonEu-«nd ferne armseligen Umstände zulassen. Der Oftia-Iropa, und Asia, berichtet insonderheit von den Mil-che liebet das Götzenbild, so lang sein Aug noch eini-?den, die den nördlichen Theil Europens bevölkern,gcs Gefallen an ihm hat. Er beraubet es endlich'daß sie unter allen in der grösten Finsterniß der Ab-

aller Ehre und Vorzüge, so bald es ihm mißfalt under etwas tadelnswürdiqes an ihm wahrnimmetSein Abgott muß sich gefallen lassen, daß es baldkleiner, bald gröstr, nachdem es sein Vermögen lei.

götterey herum irren.

Alles was sie nicht begreifen können, wird vor eingöttlich Wesen gehalten, und diesen müssen alle Wir-kungen, die ihr blöder Verstand nicht fassen kan, bey-

her, oder seinen Sinnen gut dünket, verfertiget, und geleget werden. Als einst ein Schiffer einen auf

endlich trägt er ihn wohl gar zum Feuer. Jedersetzet sich selbst zum Priester ein. Er opfert seinemBilde desto williger einige Fische, die sein Fleiß «hmzu'gewand, weil solche dem Priester, und folglich ihmselbst als Opfergaben wiederum zufallen, und dieleblose Seule keine Speise geniesen kan. Der Osi>a-cke verzr rc die Mahlzeit mir Vergnügen, und liefertseinem Kiotz mchkS als ein wenig Thran, und Speck,

Nürnberaer Art verfertigten Bären ihnen zeigte, dervermöge eines inwendigen Räderwerke die Trommelrühreke, erwiesen die Ostiacken dieser Marionettegöttliche Verehrungen.

Das Indianische Gebiet des grossen Mogulsschliesset alle Religionen und insonderheit eine fastun,ehl«ge Menge blinder Heyden m sich. In

den