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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Vlk. Eap. von den Nebensachen.

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Die Anstalten, welche Herr Professor Callen-berg zu ihrer Bekehrung gemacht, und bisher fort-gesctzer, sind droben bey den Mißionswcrckbeschrie.den worden. Man will henk zu Tage wissen, daßsich schon zu Salomons Zeiten Juden in Ostindien,und besonders zu Lncttim niedergelassen haben, g)Von dieser ihren Sclaven sollen die schwarzen Ju

ihre Zahl auch auf dem Lande, und in den übrigenStädten eingeschränckt werden, u) Aus den wür-renbergifchen Landen Hingegen, wo sie vorher ei,nen so starcken Zutritt und sichere Wohnstätte ge-habt , wurden sie 1740. gänzlich verwiesen, x) Indem Königreich Schweden haben sie zu Anfang des1746. Jahres die Erlaubniß bekommen, sich zu

den dasiger Gegenden ihren Ursprung haben, mitlGorheiiburg niederzulassen, wo den reichen Fa-welchcn die blancken oder weisen Juden, so daselbs^ mitten das Bürgerrecht nebst allem Königl. Schuz

wohnen, keine Gemeinschaft haben wollen. Dieweisen geben vor, daß zweyhundert Jahr nach Zer-störung des andern Tempels bey zehn tausend ihrerVorfahren in dasige Gegenden gekommen, und sichniedergelassen. Sie sind aber ziemlich zerstreuet,verfolget, dünne gemacht, aber auch durch die An-kunft spanischer Juden in der folgenden Zeit wiedervermehret worden. Beyderley Arten, schwarzeund weise, haben auch ihre Synagogen beson-ders. r) '

In Europa ist den Juden das Schicksal ebennicht günstig gewesen. Die Noth, die sie in Boh-Imen ausstehen musten, war nickt eine der gering-sten. Die Juden musten sich bey der leztern Ein-

und Gnade versprochen ward. Doch solten hier-von die Müßiggänger und Umläufer gänzlich aus-geschlossen seyn. y)

! Ilk.

Was hat man von dem Zustand des Hey-denthums zu merken?

Es hat sich jemand vor einigen Jahren die Mühegegeben, einen Abriß von dem gegenwärtigen Zustan-de der meisten Heydcn zu verfertigen. Daraus wol-len wir dasjenige, was nicht etwa droben bey denMißioncn gesagt worden, hieher setzen:

Derjenige Welttheil, so uns von der Vorsehungzu unserer Wohnung angewiesen, ist zwar unter allen

nähme der Stadt Prag von den Preußischen Trup-j^w meisten durch die Predigt des Evangelii aufge-pcn mit etwas versündiget haben, das kein Mensch '^söret; doch nicht so, daß nicht einige Völker in

hat erfahren können. So bald Böhmen also seincr rechtmäßigen Beherrscherin wieder unterworffenwar, solten sämtliche Juden das Land räumen. §)Sie bewegten mit ihren Bitten, und VorschriftenHimmel und Erde. Aber es war alles, auch sogar dieeingelegten Vorbitten der hohen Allurten bey hoch-gedachrer Königin umsonst. Zu Ende des MonatsMerz 1745. räumten sie also die Stadt Prag, undzogen, unter jämmerlichen Winseln, Heulen undSchreyen an 60000. Seelen, mit Kindern, Sack,und Pack, aus dieser Residenz auf ewig fort, bisauf 9. Familien, welche sich zur christl. Religion be-kenneten. Ehe man sichs aber versähe, wurden allediese scharfe Verordnungen am 17. May daraufzum Vergnügen der Judenschaft wieder aufgehoben,und sie haben seit dem in dem Königreich Böhmenihren Handel getrieben, wie zuvor, e)

Weil sie sich in den Lhurpfälzifchen Landensehr gehäufct, so ward ihrenthalben die Verordnunggemacht, daß nicht mehr, denn 57. Familien sichzu Mannheim niederlassen, und da bleiben, dieseaber gehalten seyn solten, dem Hofe für den8slvumdolniuäum 17002. si. zuzahlen. Diejenigen Fa-milien , so ihren Antheil nicht hierzu geben kontcn,musten die Stadt räumen.

g) S. oben p. 1690.r) IIHI. Lccl. D. IX. xzz,

r) Neue Fama 1 '. X. p. «0,-. pec;.t) Oareelv ll' dttre-llr A- »745. di. L.XVIII. Stt.

Europa zu finden wären, welchen der Glanz der gött-lichen Wahrheit bisher verborgen blieben. DasSchwedische Lappland lieget bis auf diese Stunde,dem grösten Theil nach in der Finsterniß der gröb-sten Abgötterey und Aberglaubens begraben. Soviel Mühe Schweden auch angewandt, das Christen-thum in diesen Gegenden aufzuklären, so ist dennochder heidnische Götzendienst bisher nicht gänzlich aus-getilget. Ja man will nicht unwahrscheinlich glau-ben/daß von den mehresten Lappen, die sich in un-seren Tagen haben Diener JEsu nennen lassen, dasChristenthum nur zum Schein, ihren Beherrscherneine Gefälligkeit zu erweisen, angenommen worden,da das Heydcnthum noch in allen tief gewurzelt. Einmchrercs lassen dir dunkele Zeiten nicht anführen.In diesem so wol als in dem vorigen Jahrhundertist zwar der Leuchter des Evangelii auch in diesennordischen Winkel getragen worden, allein wir müs-sen dennoch mir wahren Mittleiden bekennen, daßdie Unterthanen des schwedischen Lapplandes in derThat Hcyden find. Drey Götter werden noch heu-tiges Tages von den Einwohnern dieser rauhen Ge-gend verehret; Thor, Storjmrkar und Bawe.Unter den, Namen des erstem beten sie ihrem eige.Auf gleiche Art solte!nen Bekäntniß nach, den Donner an, und bilden

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u) Lcciek. 1 . vlll. p.

x) Dieselbe r. V.p.

7) Neue Fama 1 . xl- x. 8^7.