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III. Fortsetzung von 1741. bis 1745.
das Gestirn als ein höchstes Wesen, andere deren«n, was ihnen des Morgens am ersten begegnet,und jehlen also in einem Jahr so viel Götter alsTage. Die auf der Insul kkall^ilcar von der Vor-sehung ihre Wohnung bekommen haben, verehrennächst dem Wesen, so die Welt geschaffen, den bösen
Gewohnheiten sind Zeugen von dem äussersten Ab^ohnstrelttq vor die ungezähmtesten zu halten. Donfall des Menschen. Einige preisen die Sonn und^cinigen melden die Nachrichten, wie ihnen alle Re-
' ' 'ligioncn gleich wären, und sie sich um d»e geringste
Almosen raufen, auch wohl von andern Christendiese heilige Handlung einigemal vor Geld an ihrerPerson wiederholen liessen. Die, so in den Ge.genden von Georgien und Carolina leben, lassen so»> ^ , , , 3^0 skin Ärerkmal sehen, dasi sie ein Ä)cscn mit
Geist. Longo undlGuinea, ist mit der ärgsten>e,nigen Dienst verehrten. Nichts lasset sich unterBlindheit angefüllet; und die Laffern haben so >ihnen wahrnehmen, daß einer Religion ähnlich sähe,sehr das Licht der Vernunft ausgelöschet, daß sie und die folgende Zeit wird allererst die Gedankenkaum Menschen zu seyn scheinen. Eö ist zwar falsch ihres Herzens hiermnen aufklähren. Wenigstensbefunden, was man von ihnen vorgegeben, als ob ist gewiß, daß sie bisher noch niemals einem Chri-ste gar kein Wesen vor das Höchste erkenneten und sten erlaubet haben, bey den Gebräuchen ihrer An-von keinem Dienst wüsten, den andere Hcyden ei«'dacht gegenwärtig zu seyn. Blindes Volk! daßnem Wesen erzeigen, welches sie vor das odcrste^wahrhaftig ohne Gott in der Welk ist. In denschätzen. Wir sind nunmehr durch perer Rolben "in der Beschreibung des Vorgebürges der gutenHofnung, glaubwürdig benachrichtet: wie sie den
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Herrn Himmels und der Erden Gouma-Gouiuaoder den GOtt der Götter nennen ; doch findetman gar keine Art der Verehrung, womit sie dem-selben dienen. Die Hottentotten bekümmern sich
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Canbischen und Annlllschen Insuln scheinen dieMenschen ärger als die wilden Bestien zu seyn, in»dem sie die im Krieg überwundene Menschen fres»scn, und mit sonderbahrcn Vergnügen verzehren,wenn sie dieselbe zuvor an Feuer unter heisen Ver-langen gebraten. Was ihre Religion eigentlich sey,kan man daher nicht einmal recht erfahren, weil
wenig um ihn, und beten den Mond an, über dem. sich niemand unter sie wagen darf. Iedcrman mußaber ein kleines Ungeziefer, welches sie mit grossen besorgen, daß ein Hungriger ihn anfallen und ver-Gcschrey empfangen, so oft sie es in der Luft flat« zehren dörfte. Einige, die andere Plätz bewohnen,kern sehen ; Sie schätzen den Ort höchst glückseelig, so von diesen entfernet sind, scheinen noch zwarda es sich niedersetzet , und versammle» sich an den-jziemlich gezähmt zu seyn. Sie widersprechen nicht,
selben mit schallenden Frohlocken. Hiernächst ehrensie einen bösen Gott den Stifter alles Unglücks undnennen ihn Touquoa. Sie schlachten ihm einenOchsen oder Schaaf, und bitten sich selbst auf dasOpferfleisch zu Gaste. Sie glauben, daß er vonsehr bösen Gemüth sey, und alles was er wolle, ih-nen als eine Beleidigung anrechne, daher sie allesaus dem Wege räumen, davon sie muchmassen, daßes ihn erzürnen, und wider sie aufbringen könte.Beschwerlicher Dienst ! Grosser Beweiß der finsternUnvernunft, wenn der verblendete Mensch, sichselbst ohne Noth, Plage, Verdruß und Kettenanleget.
Was endlich den neuen Welttheil betrift, so istman zwar bey dessen Entdeckung alsobald bemühetgewesen, den abgöttischen Völkern den wahren Gottund Schöpfer der Welt allda betank zu machen;doch lieget noch fast alles in dem von GOtt entfcr-neren Heydenthum versenket, sehr wenig Plätze aus,genommen, da einige zahlreiche Gemeinden derEngellandcr und anderer Europäischen Christen sichniedergelassen, und die Heyden,die unter ihnen woh-nen nnt der Klarheit der Lehre Jesu zu beleuchtensich bearbeitet haben. Ueberhaupt sind die Bewoh,ner dieses neu entdeckten Erdstrichs wilde und un-bändige Heyden, und die so gegen Norden wohnen
r^rnn »hnen einige Wahrheiten der Christlichen Lehrc erzehlet werden, und hören solches als eine histo-rische Begebenheit an, sa sie sind so bescheiden, daßsie sichs vor unanständig halten, einige Zweifel ent-gegen zu stellen. Weil nun dergestalt ihr Gemüthniemand recht erforschen kan, so sind auch die Nach-richten von ihnen sehr ungewiß.
DleArnrcn dienet vielen Göttern zugleich, dievon verschiedener Würde seyn, denen man einenVorsteher zur Aussicht, so Reiwas heist, gegeben.In Florida werden allerley Geschöpf angebetet;In <Lt)ili findet man, wenn die von den römischenLehrern aus den Heydcn Bekehrte ausgenommenwerden, fast gar keine Religion.
Die Merrcaner und Peruaner, welche dieSonneanbeten, sind in keinem Stück besser als die wilde-sten von allen ihren Nachbaren. Die ersten opfernihren Göttern bisweilen Menschcnherzen. Sobald sie sich einbilden, gewisse Merkmale zu haben,daß ihre Götter crzörnet, so pflegen sie ihnen einewohlgcbildcte Person vorzustellen. Diese wird vonfünf handfesten Männern gehalten, der Leib mit ei-nem spitzigen Stein von den Priestern aufgeritzt,und das annoch in seiner natürlichen Wärme rml«ck-ende Herz herausgerissen, gegen die S»nne ge-
hal-